Paramita
Zusammengestellt von Manfred Wiesberger (Viriya)
„Die Vollkommenheiten stellen gerade für die von uns die im
Westen leben und mit der Frage ringen wie man den Dhamma im Alltag ausübt,
einen nützlichen Referenzrahmen dar um unsere tagtäglichen Handlungen zu
überprüfen. So wird jede Verrichtung oder Beziehung die wir weise mit dem
vorrangigen Ziel die Vollkommenheiten in ausgeglichener Weise zu entwickeln zum
Teil unserer Übung.
Die Vollkommenheiten sind auch eine der wenigen verläßlichen Wege um den
Fortschritt in unserem Leben zu messen. „Fortschritt“ oder „Errungenschaften“
im Bereich von Arbeit und Beziehungen neigen dazu zu Staub zu zerfallen aber
die Vollkommenheiten des Charakters, einmal entwickelt, sind verläßlich und
dauerhaft und helfen uns bei Unwägbarkeiten des täglichen Lebens und tragen uns
über sie hinaus. Daher verdienen sie eine hohe Priorität in unserer
Lebensplanung. Diese Tatsachen spiegeln sich in der Etymologie des Wortes parami
(Vollkommenheit) wieder: Sie tragen uns zum jenseitigen Ufer (param) und
sie haben höchste (parama) Wichtigkeit in der Formulierung unseres
Daseinszwecks.“
Die Jataka-Erzählungen berichten, daß Buddha als Bodhisatta in früheren Leben Tugenden übte und
heilsame Eigenschaften erwarb. Diese Vollkommenheiten (parami)
kommen in den Lehrreden (Sutten) zwar vor, sind aber nicht systematisiert oder
besonders erklärt.
So werden zum Beispiel in D 30 von Buddha zwanzig heilsame Eigenschaften
besprochen, die er in früheren Leben gepflegt habe. Es sind Gewöhnungen an gute
Taten, Worte, Gesinnungen und Einsichten und die zehn Tatengänge guten Wirkens. Diese stimmen aber nur bedingt mit den
parami überein.
Helmuth Hecker schreibt dazu: „Erst später werden diese Eigenschaften
systematisiert. In der Einleitung zu Jataka 1, in den beiden letzten und
deutlich nachklassischen Werken des Sutta-Pi·aka (Cp, Bv) werden zehn Vollkommenheiten
(parami) erwähnt und auch einzeln benannt und erklärt. In Jataka
490 wird von „den Vollkommenheiten“ gesprochen. Erst in der Einleitung zum Jatakabuch,
das tausend Jahre nach dem Buddha von Buddhaghosa verfaßt wurde, werden die
zehn Vollkommenheiten. dann als systematisches Training des Bodhisatta
ausgearbeitet.“
Hecker erscheinen die parami im Vergleich mit den Eigenschaften aus
D 30 und vor allem mit den fünf Heilsfähigkeiten (indriya), als „ein
nachträgliches Produkt; ein willkürliches Pottpuri“. „Sicher sind alle diese
Dinge notwendig, um die Vollkommenheit eines Erwachungswesens zu erlangen, aber
es fehlen auch Eigenschaften, die unverzichtbar sind, wie vor allem saddha
= Vertrauen, Zuversicht, sati = Wahrheitsgegenwart, samadhi
= Herzenseinigung“.
Er weist daraufhin, daß, „wenn man die Berichte der Jataka verbindlich
nimmt, dann sieht man, daß der Bodhisatta oft Herzenseinigung (samadhi)
und insbesondere weltlose Entrückungen (jhana) gewann, wovon in den zehn
Vollkommenheiten keine Rede ist. Daher ist es verständlich, daß im Mahayana
(skrt: paramita) zu den ersten fünf der obigen Eigenschaften als sechste
noch dhyana (=jhana) hinzugefügt wird.“
Über ihre literaturgeschichtliche Entwicklung sagt er folgendes: „In den
Berichten über frühere Leben des Buddha (Jataka) kommen in den 547 Erzählungen
einige vor, in denen bestimmte Eigenschaften vom Bodhisatta praktiziert
werden.
Daraus wurde von Mönchen ein Büchlein zusammengestellt, das 10 dieser Jataka
in Versen beschreibt, die dann die 10 Vollkommenheiten genannt wurden (cariya-pitaka).
Dieses Werk ist das 15. und letzte der Kürzeren Sammlung und auch im 14. Werk (buddhavamsa)
werden sie als Eigenschaften der Buddhas erwähnt.
Auf dieser Grundlage wurden dann die 10 Vollkommenheiten in der späteren
Einleitung zu den Jataka (nidanakatha) und im Visuddhimagga behandelt.
Die Behandlung und Interpretation im Mahayana ist erst eine 4. Literarische
Stufe, wo meist 6 paramita genannt werden (dana, sila,
khanti,viriya, pañña + jhana).“
Hecker weist darauf hin, daß der Buddha nirgends gesagt hat, daß jeder
Nachfolger diese parami in Vollkommenheit erreichen müßte, wohingegen
die indriya und die bojjhanga (Erwachensfaktoren) soweit
entwickelt werden müssen, daß die Triebversiegung ermöglicht wird.
Und tatsächlich finden sich bei den indriya und den bojjhanga
scheinbar nur wenige (wenn auch wichtige) Berührungspunkte:
Bei den 5 indriya (Heilsfähigkeiten: Saddha, samadhi, sati,
viriya, pañña): Viriya-parami und pañña- parami.
Bei den 7 bojjhanga (Erwachensfaktoren: Sati, dhammavicaya,
viriya, piti, passaddhi-sambojjhanga, samadhi, upekkha):
Viriya-parami und upekkha-parami.
Jedoch sollten wir erst die Textstellen zu den einzelnen Eigenschaften in
den folgenden Kapiteln betrachten bevor wir uns ein, wie auch immer geartetes,
Urteil über die parami erlauben.
Glaubt man den Kommentaren müssen alle, sei es der Savaka-Arahat, der Paccekabuddha
oder der Sammasambuddha die parami entwickeln, wenn auch mit
unterschiedlicher Motivation, Intensität und Zeitdauer. Parami sind also nicht nur etwas
für die edlen Menschen die alles was lebt, bis hin zum letzten Grashalm erlösen
wollen. Davon wird es wohl auch nicht sehr viele
geben, die, selbst hätten sie den Vorsatz, diesen auch wirklich durchhalten. Denn die dafür nötige
Zeitspanne ist sehr sehr lang.
Es war vor vier unvorstellbar langen Zeitperioden (asa³kheyya) und
100000 Äonen als Buddha Dipankara dem Einsiedler Sumedha prophezeite, er
würde als Buddha Gotama unter dem Bodhibaum das Erwachen erleben. Was muß das
für ein Gefühl für Sumedha gewesen sein? Das sind einerseits rosige Aussichten,
zu erfahren, daß samsara ein Ende hat, andererseits bedarf es schon immenser
Ausdauer (viriya, khanti) und einen unglaublich starken Vorsatz (aditthana)
um das durchzuhalten.
Allerdings hatte Sumedha natürlich auch schon die nötigen Qualifikationen
(die er sich sicher im Laufe weiterer Unermeßlichkeiten angeeignet hatte) um
das bodhisatta-Gelöbnis in der Gegenwart eines Sammasambuddhas abzulegen. Er
war menschlich, männlich, in die Hauslosigkeit gezogen, hatte jhana-Erfahrung,
ein hohes Maß an Aufopferungsbereitschaft (metta/karuna), war bereit
falls notwendig sogar vier Äonen in der Hölle zu verbringen um sein Ziel zu
erreichen und last but not least besaß er bereits genug spirituellen Verdienst
um in diesem Leben Arahat zu werden.
Man weiß nicht ob Sumedha es wußte aber sein Gelöbnis brachte ihm auch
einige, nicht zu verachtende Vorteile, denn er würde in „nächster Zeit“, weder
körperlich noch geistig behindert, noch streitsüchtig oder mit einer Neigung
für Schwerverbrechen, noch als Frau, noch unter „Wilden“ (dort wo es kein
Dhamma gibt), noch in niedrigem Stand in einer diesseitigen oder jenseitigen
Daseinsform, noch kleiner als eine Lerche oder größer als ein Elefant
wiedergeboren werden. Auch die unterste Hölle, der Geisterbereich und die
Bereiche der Asuras und der nicht-wahrnehmenden Götter blieben ihm
verschlossen. Das ist doch schon was! Vor allem wenn man bedenkt, daß er wohl
den Hauptteil der vier unermeßlich langen Zeitperioden und 100000 Äonen in den
Götterbereichen zugebracht hat. Und das in guter Gesellschaft, denn dort gab es
viele Wesen, die bereits mit Buddhas Bekanntschaft gemacht hatten und zumindest
Stromeingetretene waren. Das läßt sich aus den Kommentaren zum
Dhammachakkapavatthana Sutta schließen, die berichten, daß zusätzlich zu den
fünf Asketen die der ersten Lehrrede lauschten auch viele Millionen Devas
anwesend waren. Von den Menschen trat nur einer bei dieser Gelegenheit in den
Strom ein, während es unter den Devas 180 Millionen waren. Wir wissen nicht
woher unser Informant seine Zahlen hat aber sie sind beeindruckend und machen
etwas deutlich, das wir auch bei den Suttenstellen zum dana-parami
wiederfinden werden, nämlich daß es durchaus möglich ist sich in den
Götterbereichen spirituell zu perfektionieren.
In jedem Fall spielte das eben gesagte bei Sumedhas Gelöbnis keine Rolle
den er war kein Tor wie jener im Dhammapada beschriebene, der auf seinen
eigenen Vorteil bedacht ist.
„Meine Tat bloß sollten kennen Hausleute wie Mönche, beide. Mir bloß
sollen sie gehorchen, überall in allen Dingen. Solches Denken hegt der Tor in
sich und Wunsch und Dünkel wachsen an.“ Dhp 74
Es ging ihm also nicht darum die parami zu entwickeln um angenehme
Wiedergeburten zu erfahren, um Ruhm, Reichtum oder Macht zu erlangen, ja nicht
einmal darum tugendhaft zu werden, denn Egoismus und Stolz hatten damit nichts
zu tun. Vielmehr wollte Sumedha die parami, wie es im Kommentar zum cariya-pitaka
heißt, aufgrund von „Mitgefühl, unbeeinflußt von selbstsüchtigen Motiven, begleitet
von Vernunft und geschickten Mitteln und unbefleckt von falschen Vorstellungen,
Begehren und jeglichem Eigen-Dünkel“ entwickeln.
In dem Maße wie es nötig ist um Arahat zu werden waren sie in ihm bereits
vorhanden. Er hatte also kein Problem damit sich von materiellen Dingen, seinem
Besitz, um seiner Vervollkommnung willen zu
trennen, sie loszulassen. Auch Körperteile zum Wohle anderer zu opfern, wie es
von einem zukünftigen Hauptschüler eines Buddha oder einem Pacceka-Buddha
erwartet wird, war ihm noch nicht genug. Er strebte das höchste erreichbare
Ziel an, die Sammasambuddha-schaft und dafür muß man schon bereit sein sein
Leben zu opfern. Sumedha war sich darüber im klaren, er wußte, daß auch seine
Motivation stimmig war, eben Mitgefühl gepaart mit dem Verlangen nach dem
vollkommenen Erwachen, und er war weise genug um die geschickten Mittel zu
erkennen, die zur Verwirklichung seines Vorhabens von Nöten waren.
Ob wir das alles glauben oder nicht, ob wir in uns den selben Anspruch
finden oder nicht oder ob wir die Kultivierung der parami als einen
eigenen und für „im Hause lebende“ besonders geeigneten Weg im Umgang mit der
Welt dem Erwachen näher zu kommen ansehen, Tatsache ist, daß sich alle
asiatischen Meditationslehrer darin einig sind, daß eine erfolgreiche
Sammlung-Einsicht-Praxis (sammatha-vipassana) maßgeblich von den parami
abhängt. Insofern befaßt sich dieses Buch mit einem Themenkreis der
buddhistischen Lehre,der leider im Westen zu wenig Beachtung erfahren hat.
Bevor wir uns in den nachfolgenden Kapiteln ausführlich mit den einzelnen
Qualitäten wie sie in den Sutten besprochen werden zuwenden möchte ich hier
einen Kurzüberblick der parami geben:
„Großzügigkeit (dana) steht an erster Stelle weil es die Entwicklung
von Tugend unterstützt und von allen Vollkommenheiten am leichtesten auszuüben
ist. Sie wirkt besonders dem Geiz entgegen stärkt aber auch wie alle anderen Parami
die Qualitäten von Nicht-Gier, Nicht-Haß und Nicht-Verblendung. Im Fall von dana
bezieht sich das auf die Gabe, den Empfänger und die Früchte des Gebens.
Voraussetzung dafür ist allerdings, daß sich der Geist nicht durch Zweifel
darüber wem man was geben sollte ins Schwanken kommt. Dana wirkt der
Habsucht entgegen.
Die Vollkommenheit der Tugend (sila) bildet die Grundlage von allem
Heilsamen, wenn man sich des körperlichen oder sprachlichem Verletzens oder
Beleidigens anderer enthält und ihnen statt dessen mit Wohlwollen und
Uneigennützigkeit begegnet. Sich darüber klar zu sein wann man wie wem
gegenüber zu handeln hat schützt vor moralischer Verderbtheit.
Entsagung (nekkhamma) vervollständigt die Tugend. Während Tugend das
körperliche und sprachliche heilsame Verhalten bedeutet ist die Entsagung das
heilsame Verhalten des Geistes. Entsagung heißt sich von geistigen Obsessionen
durch Sinneszügelung und die Sammlung des Geistes abzuwenden. Die Freude an
Sinnlichkeit und Werden vor allem im Hausleben und die Unzufriedenheit wenn
Sinnenfreuden sich verändern oder enden stehen nekkhamma ebenso entgegen
wie die Selbstkasteiung. Nekkhamma ist das Gegenmittel für Neid.
Das Entstehen von Weisheit (pañña) ist möglich sobald sich die auf
Tugend basierende Sammlung entwickelt. Entsagung führt zu Gelassenheit
gegenüber Gedanken von „Ich“ und „Mein“ und Weisheit läßt uns sie durchschauen.
Pañña, das Wissen wie die Dinge wirklich sind steht der Unwissenheit und
der Verwirrung entgegen und nimmt Starrsinn, Stolz und Überheblichkeit die
Kraft.
Anstrengung (viriya) auf der Grundlage des weisen Betrachtens ist
das Gegenmittel für Faulheit, Lustlosigkeit und verhilft zur Energie die nötig
ist um Weisheit zu perfektionieren und sich für das Wohl anderer einzusetzen. Viriya
ermöglicht es auch aus sich selbst heraus Kraft zu schöpfen und Fehlschläge als
Stufen auf dem Weg zum Erfolg zu betrachten.
Geduld (khanti) ist die Voraussetzung einer entspannten Gelassenheit
und wirkt übermäßiger Aktivität und Anstrengung und der daraus folgenden Unruhe
entgegen. Aufgrund reflektierter Ergebenheit in die dhammischen
Gesetzmäßigkeiten wird man frei von Ungeduld mit sich und anderen und ist im
Stande die unvermeidlichen Widrigkeiten des Lebens geduldig zu ertragen ohne
aufzubrausen oder zornig zu werden.
Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit (sacca) sich selbst und anderen
gegenüber stützt sich auf die geduldige Akzeptanz von Unzulänglichkeiten die
uns vor Verdrängungen und Projektionen schützt. Mit Sacca entwickelt man
eine der hervorstechendsten Eigenschaften eines Buddhas, nämlich daß Wort und
Tat immer übereinstimmen. Heuchelei, Anerkennungsbedürfnis und Heimtücke
wird der Nährboden entzogen.
Entschlossenheit (aditthana) ist die zentrale Voraussetzung für die
Entwicklung aller parami. Den Blick beständig fest auf das Ziel
gerichtet verleiht aditthana der Selbstverpflichtung zur Entwicklung der
Vollkommenheiten die Unerschütterlichkeit die dafür nötig ist und erhält im
Gegenzug von den anderen parami ständige Bestärkung um nicht wankelmütig
oder nachlässig zu werden.
Freundlichkeit oder Liebende Güte (metta) ist das Gegenmittel für
Angst, Ärger, Übelwollen oder Nächstenblindheit die der hinter der Entwicklung
der Vollkommenheiten stehenden Motivation des Mitgefühls diametral entgegengesetzt
sind. Die Erkenntnis, daß alle Wesen Freunde in Geburt, Alter und Tod sind
bestärkt die Entschlossenheit sich in Gedanken, Wort und Tat um ihr Wohlergehen
zu bemühen.
Der Gleichmut (upekkha) veredelt die Freundlichkeit. Er ermöglicht
die Aufrechterhaltung der wohlwollenden Einstellung auch dann wenn einem von
jenen Böses widerfährt denen man Gutes getan hat, die Unparteilichkeit jenen
gegenüber die einem wohlgesonnen sind und die Unverstörtheit in der Begegnung
mit Erwünschtem oder Unerwünschtem. Rachsucht, Herrschsucht und Rechthaberei
werden im Keim erstickt.
Die Übung aller parami ist nicht etwas das sich von allein, im Laufe
der buddhistischen Übung ergibt sondern eine bewußte Anstrengung, von Mitgefühl
und dem Wunsch nach Erwachen motiviert und begleitet von der Freude dem Ziel
wieder ein Stückchen näher zu kommen.
Ihre Kultivierung ist zwar langfristige und nachhaltig angelegt ohne jedoch
als Ausrede zu dienen um das Erwachen auf die lange Bank zu schieben. Nie hat
der Buddha auch nur angedeutet es sei für seine Nachfolger sinnvoll in samsara
zu verweilen um selbst Buddha zu werden. Ganz imGegenteil, seine Anleitung war
immer darauf ausgerichtet dem Leiden möglichst schnell ein Ende zu setzen.
Mit der Entwicklung der parami öffnen wir das Fenster zum Erwachen
jeden Tag ein kleines Stückchen weiter. Wann die Sonne der Weisheit
hereinscheint und schließlich unser ganzes Inneres erleuchtet können wir nicht
wissen aber mit unserer Übung schaffen wir die Möglichkeit, daß dies geschieht
und erfahren dabei, daß es in uns zunehmend lichter und heller wird.
Dana-Paramita
Wie wichtig das Geben (dana) auf dem spiritellen Weg des Buddhismus
ist zeigt allein schon die Tatsache, daß zu keinem anderen parami derart
viele Suttenstellen zu finden sind. Eine Reise beginnt mit dem ersten Schritt
und dieser erste Schritt auf dem Weg der parami ist dana. Man ist
geneigt den Armstrong-Satz umzuformulieren: Ein kleiner Schritt für den ariya
(Edlen), ein großer Sprung für den puthujjana (Weltmenschen).
Alles Gegebene ist dana. Aber nur Gaben die für
den Empfänger nützlich, harmlos und von ihm gewünscht sind und die vom Geber
bewußt aus Vertrauen und Mitgefühl heraus mit dem Wunsch nach Erwachen, freudig
gegeben werden fallen in die Kategorie des verdienstvollen Gebens (puññavisayadana)
und sind damit dem dana -parami zuzurechen.
Weltliches Geben (lokavisayadana), wie etwa in
einer Liebesbeziehung, aus Angst, unter Zwang, aus Dummheit, in der Erwartung
irgendeiner Gegenleistung oder einfach weil man etwas sowieso loswerden wollte,
zählen nicht dazu.
Echtes dana sollte einzig dem Zweck dienen
Begehren und Anhaften an Materielles aufzugeben. Die Freude daran anderen Gutes
tun zu können und gleichzeitig dem Erwachen nähergekommen zu sein sind die
Segnungen von dana.
Obwohl die kammischen Ergebnisse des Gebens von Empfänger
zu Empfänger unterschiedlich sind spielen sie in den Überlegungen des Gebers
keine Rolle, denn er weiß:
„Ist der Gebende ein tugendhafter Mensch mit gutem
Charakter und der Empfangende unmoralisch mit schlechtem Charakter, wird die
Gabe vom Gebenden gereinigt nicht vom Empfangenden.“ M 142
Das gilt auch umgekehrt. Deshalb wird bei echtem dana
nicht gewertet, was natürlich nicht heißt, daß ohne Unterscheidungsvermögen
gegeben wird. So wird man weder einem Kleinkind ein Rasiermesser schenken noch
einem Alkoholiker etwas womit er seine Sucht bedienen könnte.
Im Cariya Pitaka Kommentar findet sich ein Text der
detailliert die Wünsche des Bodhisatta beim Geben beschreibt. So wünscht der
Bodhisatta beim Geben von Nahrung dem Empfänger ein langes Leben, Schönheit,
Glück, Stärke, Weisheit und Nibbana. Er gibt durstigen Wesen zu Trinken mit dem
Wunsch, daß ihr Durst (tanha = Begehren) erlöschen möge und Kleidung mit
dem Wunsch, daß sie moralische Scham und Scheu (hiri-ottappa) entwickeln
mögen, etc.. So bleibt sein Sinn immer auf das Höchste gerichtet.
Es ist interessant, daß in den meisten Texten nur von
materiellen Dingen die Rede ist. Wo auch immer die Gründe dafür liegen mögen so
ist doch gerade in unserer modernen Gesellschaft ein Hinweis darauf angebracht,
daß dana durchaus auch darin bestehen kann, jemandem Zeit, ein offenes
Ohr, Verständnis und Vergebung zu schenken oder gemeinnützig tätig zu sein.
Natürlich ist in den Sutten wie wir unten sehen werden
auch die Rede vom Geschenk der Furchtlosigkeit (abhaya-dana) durch das
strikte Einhalten der Tugendregeln (sila) und vom Dhamma-dana (pañña),
dem Verbreiten des Buddha-Dhamma. Um alle drei Aspekte des dana -parami
verwirklichen zu können, bedarf es jedoch auch der Unterstützung durch die
anderen parami. Gerade hier zeigt sich wie alle parami sich
gegenseitig durchdringen und stärken.
Ein Wort das oft gleichbedeutend mit dana
gebraucht wird ist caga (Freigiebigkeit/Aufgeben/Verzicht/Loslassen).
Dies wiederum stellt eine Verbindung zur Entsagung oder Weltabwendung (nekkhamma)
her. Dazu gibt es eine Jataka-Geschichte (J 480) die das illustriert:
Der Bodhisatta war einmal ein Brahmane namens Akitti der
bemerkte, daß seine Eltern als er sie nach ihrem Tod beerbte, all die
Reichtümer die sie im Laufe ihres Lebens erworben hatten nicht mitnehmen
konnten. So beschloß er sich die Art von Reichtum zu erwerben die ihn über den
Tod hinaus begleiten würde (also gute Taten). Er fragte beim König um Erlaubnis
nach eine große Spende in der Stadt proklamieren zu lassen und sieben Tage lang
verteilte er seinen Reichtum (=dana) und es gab immer noch mehr. Da er
aber eigentlich der Welt entsagen wollte wurde er der Freude am Verteilen der
Gaben überdrüssig, ging einfach weg und ließ die Türen seines Hauses für alle
offen, die sich etwas nehmen wollten (= caga).
„Ein edler Jünger, der in fünf Dingen einen Fortschritt macht, der
macht einen edlen Fortschritt, wählt sich das Wertvollste und Beste: Welches
sind diese fünf Dinge?
Der Fortschritt in Vertrauen, in Wissen, in
Freigiebigkeit und in Weisheit.
Wer zunimmt in Vertrauen, in Sittlichkeit,
auch in Loslassen (caga), in Wissen und Weisheit,
solch sittenreiner Laienjünger
erlangt was kernhaft schon hinieden.“ A V, 63/64
„Wer von der Lehre durchdrungen ist, den erkennt man daran, daß er
freigiebig ist und mit offenen Händen in der Welt lebt und sich der Bedürftigen
annimmt, daß ihn das Schenken und Geben glücklich macht und er seinen Geist vom
Makel des Geizes befreit hat.“ A III, 42
„Ein Stromeingetretener lebt im Haus mit einem Geist
frei vom Makel des Geizes, der Kleinlichkeit, der Engherzigkeit, geneigt zum
Loslassen, mit offenen Händen, am Loslassen erfreut, offen für Bitten,
glücklich, wenn er Gaben austeilen kann.“ S 55, 6
Kein Wunder, daß Buddha die Freigiebigkeit als Schatz
bezeichnet und gerne die Wohltaten beschreibt die aus dem Geben erwachsen:
„Was aber ist der Schatz der Freigebigkeit? Da lebt der edle Jünger im
Hause mit einem vom Makel des Geizes freien Herzen; er ist freigebig und
spendet mit offenen Händen, er gibt gern, ist den Bedürftigen zugetan und hat
Freude am Austeilen von Gaben. Das nennt man den Schatz der Freigebigkeit.“
A V,47
„Gut ja, Herr, ist das Geben,
und gerade auch bei kleinem Besitz ist gut das Geben,
mit Vertrauen getan ist gut das Geben,
aus rechtschaffen erworbenem Besitz ist gut das Geben.
mit Unterscheidungsvermögen getan ist gut das Geben,
das wurde vom Erhabenen empfohlen.
Was denen die der Spende wert gegeben ward,
das trägt reiche
Frucht, wie Samengesät in gutes Feld.“ S 1, 33
„Fünffachen
Segen, ihr Mönche, gewährt das Almosengeben. Welches ist er? Vielen Menschen
ist man lieb und angenehm; gute, edle Menschen suchen einen auf; ein guter Ruf
verbreitet sich über einen; man erfüllt seine Pflichten als Hausvater; beim
Zerfall des Körpers, nach dem Tode, gelangt man auf glückliche Daseinsfährte,
in himmlische Welt.“ A V, 35
„Seitwärts sitzend sprach nun Siha, der Feldherr, zum
Erhabenen also: „Ist es wohl möglich, Herr, eine sichtbare Frucht des
Almosengebens aufzuweisen?“
„Das ist möglich, Siha“, erwiderte der
Erhabene. „Der Geber, Siha, der Gabenspender, ist vielen Menschen lieb und
angenehm. Daß aber der Geber, der Gabenspender, vielen Menschen lieb und
angenehm ist, das eben ist eine sichtbare Frucht des Almosengebens.
Und fernerhin, Siha: mit einem Geber,
einem Gabenspender, suchen gute, edle Menschen Umgang. Auch das, Siha, ist eine
sichtbare Frucht des Almosengebens.
Und fernerhin, Siha, verbreitet sich
über den Geber, den Gabenspender, ein guter Ruf. Auch das, Siha, ist eine
sichtbare Frucht des Almosengebens.
Und fernerhin, Siha: zu welcher
Versammlung auch immer sich ein Geber, ein Gabenspender, hinbegibt, seien es
Adlige, Brahmanen, Hausväter oder Asketen, da tritt er voll Sicherheit auf,
frei von Befangenheit. Auch das, Siha, ist eine sichtbare Frucht des
Almosengebens.
Und fernerhin, Siha, gelangt der Geber,
der Gabenspender, beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode, auf glückliche
Daseinsfährte, in himmlische Welt. Das aber, Siha, ist eine jenseitige Frucht
des Almosengebens.“ A V, 34
„Angenommen, es seien da zwei Menschen: der eine ohne
Vertrauen, selbstsüchtig, geizig und schmähsüchtig; der andere dagegen voll
Vertauen, ein Gabenspender, der Freude hat am regelmäßigen Geben. Was meinst Du
nun, welchen von beiden würden wohl die Heiligen zuerst berücksichtigen, welchen
würden sie zuerst aufsuchen, von wem würden sie zuerst etwas annehmen, wem
würden sie zuerst die Lehre darlegen ... .“ A VII, 54
„Würden die Wesen den Lohn für das Verteilen von Gaben kennen, so wie
ich, so würden sie nichts genießen, ohne etwas gegeben zu haben, und es würde
der Makel des Geizes nicht ihr Herz umsponnen halten. Selbst den letzten
Bissen, den letzten Brocken, würden sie nicht genießen, ohne davon auszuteilen,
falls sie einen Empfänger dafür hätten. Da nun aber die Wesen den Lohn für das
Austeilen von Gaben nicht so kennen wie ich, deshalb genießen sie auch, ohne
etwas gegeben zu haben, und der Makel des Geizes hält ihr Herz umsponnen.“
Itiv 26
Aber:
„Aus Geiz und aus Nachlässigkeit wird keine Gabe gegeben.
... Wovor bangend der Geizige nicht gibt, das gerade ist
die Gefahr für den Nichtgeber
Hunger und Durst wovor der Geizige sich fürchtet, sie
treffen den Toren in dieser Welt und in der anderen. Darum treibe man aus den
Geiz und spende Gaben, der Habsucht Schmutz überwindend.“ S I, 32
„Durch Nahrungsspenden, ihr Mönche, verschafft der
Geber den Empfängern fünf Vorteile. Welche fünf? Er verschafft ihnen langes
Leben, Anmut, Wohlsein, Stärke und Scharfsinn.
Dem Weisen, der zu langem Leben,
zu Scharfsinn, Anmut, Kraft verhilft
und andere Menschen glücklich macht,
dem wird Glückseligkeit zuteil.
Den, der da Leben, Anmut, Kraft,
Verstand und Wohlsein fördern hilft,
erwartet Ruhm und langes Leben,
wo immer er ins Dasein tritt.“ A V, 37
„Da versieht einer einen Asketen oder Priester mit
Speise und Trank, Kleidung, Gefährt, Blumen, Spezereien, Salben, Wohnung und
Beleuchtung. Und für das Gegebene erhofft er sich einen Lohn. Und denkt sich:
„Ach, daß ich doch beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode, unter mächtigen
Adeligen, Brahmanen oder Bürgern wiedererscheinen möchte!“ An jenem Gedanken
hängt er, hält er fest und pflegt ihn. Und solche Gedanken, auf Niederes
gerichtet und nicht höher entfaltet, führen ihn eben dort zur Wiedergeburt. ...
Er hat nun gehört von der hohen Lebensdauer,
der Schönheit und dem großen Glücke der Götter der Brahmawelt. Da wird ihm also
zumute: „Ach, daß ich doch beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode, unter den
Göttern der Brahmawelt wiedererscheinen möchte!“ An jenem Gedanken hängt er,
hält er fest und pflegt ihn. Und solche Gedanken, auf Niederes gerichtet und
nicht höher entfaltet, führen ihn eben dort zur Wiedergeburt. Und beim Zerfall
des Körpers, nach dem Tode, erscheint er unter den Göttern der Brahmawelt
wieder. Das aber behaupte ich vom Sittenreinen, nicht vom Sittenlosen; vom
Gierlosen, nicht vom Giererfüllten. Denn der Herzenswunsch des Sittenreinen
geht kraft seiner Gierlosigkeit in Erfüllung.
Das, ihr Mönche, sind die acht durch Gaben bedingten
Wiedergeburten.“ A VIII, 35
„Beliebt ist, wer da gibt; ihn suchen viele auf.
Ein guter Ruf wird ihm zuteil; sein Ansehen wächst.
Frei von Verwirrung tritt er unter Menschen,
voll Sicherheit, weil er nicht geizig ist.
Drum geben Gaben alle die Verständigen,
des Geizes Laster scheuend, auf ihr Heil bedacht.
Dann werden lange Zeiten sie im Himmel weilen
und werden unter Himmelswesen glücklich sein.
Den Zugang sich erschließend durch ihr gutes Wirken,
wenn Gebefreudige aus diesem Dasein scheiden,
selbstleuchtend werden sie durch himmlische Gefilde
wandeln,
im Glück frohlockend, frohgemut und heiter,
im Vollbesitz der Sinnenfreuden werden sie dort leben.
Des Heiligen, des Losgelösten Wort befolgend,
wird des Erwachten Jünger Himmelsglück erfahren.“ A V, 34
„Wer Gaben spendet, ist beliebt,
weil er der Guten Lehre folgt.
Ihm schließen sich die Guten an,
die selbstbeherrscht und heilig sind.
Sie legen ihm die Lehre dar,
die alles Leid versiegen läßt,
die ganz verstehend er schon hier
erlöst wird, frei von jedem Trieb.“ A V,
35
„Wenn das Haus in Flammen steht, so dient das was man daraus rettet
einem zum Nutzen und nicht das was drinnen verbrennt. So steht die Welt in
Flammen durch Alter und Tod.
Da müßt ihr retten durch geben, denn was gegeben wurde
das ist wohl gerettet.
Was gegeben wurde hat Glück zum Lohn, nicht aber was
nicht gegeben wurde: Räuber nehmen es weg, oder die Könige, vom Feuer wird es
verbrannt, geht zugrunde.
Und am Ende gibt man auf das Leben samt allem Besitz:
Solches erkennend soll der Weise Genießen und geben; hat er genossen und
gegeben nach Vermögen, geht er ungetadelt in die Himmelsstätte ein.“ S I, 41
So viele Vorteile das Geben auch hat, der Gebende sollte
sich darüber im Klaren sein, daß vor allem die Motivation beim Geben
unterschiedlichste kammische Ergebnisse zeitigt. Führt man sich die eigenen
Motivationen klar vor Augen, ist das schon eine Übung in Wahrhaftigkeit (sacca-parami).
„Und der ehrwürdige Sariputta sprach zum Erhabenen
also: „Ist es wohl möglich, Herr, daß eine Gabe, von dem einen dargebracht,
hohen Lohn und Segen bringt, während dieselbe Gabe, von einem anderen
dargebracht, keinen hohen Lohn und Segen bringt?“
„Das ist möglich, Sariputta.“
„Was, Herr, ist wohl der Grund dafür,
was ist die Ursache?“
„Da gibt einer, Sariputta, aus selbstischem
Verlangen, gefesselten Herzens, aus Sucht nach Gewinn und in der Hoffnung, daß
er die Belohnung dafür nach dem Tode genießen wird. Und als Gabe spendet er
dann einem Asketen oder Priester Speise, Trank, Gewand, Gefährt, Blumen,
Wohlgerüche, Salben, Bett, Wohnstatt und Beleuchtung. Was meinst du, Sariputta,
mag da wohl einer auf solche Weise Gaben spenden?“
„Gewiß, Herr!“
„Wer aber, Sariputta, auf solche Weise
Gaben spendet, der erscheint infolge dieser Gabe beim Zerfall des Körpers, nach
dem Tode, unter der Schar der Vier Großen Götterkönige wieder. Nach Auswirkung
aber jener Tat, jener Macht, jener Würde, jener Herrschaft steigt er wieder
hinab, kehrt er wieder zurück in diese Welt.
Ferner, Sariputta, gibt da einer eine
Gabe zwar nicht aus selbstischem Verlangen, gefesselten Herzens, aus Sucht nach
Gewinn oder in der Hoffnung, daß er die Belohnung dafür nach dem Tode genießen
wird, sondern er gibt eine Gabe im Gedanken, daß Geben etwas Gutes ist; - oder
weil er sich sagt, daß seine Eltern und Vorfahren ebenfalls früher Almosen
gegeben und so gehandelt haben und es daher für ihn nicht recht sei, von jenem
alten Familienbrauch abzuweichen; - oder weil er sich sagt, daß er selbst
koche, jene anderen aber nicht kochen, und es deshalb für den Kochenden nicht
recht sei, das Geben an Nichtkochende zu unterlassen; - oder weil er sich sagt,
daß seine Gabenverteilung sein würde wie jene großen Opfer, dargebracht von den
Sehern der Vorzeit, als wie Atthaka, Vamaka, Vamadeva, Vessamitta, Yamataggi,
Angirasa, Bharadvaja, Vasettha, Kassapa und Bhagu; - oder weil beim Geben sich
ihm das Herz erheitert, Befriedigung und Freude entsteht. Und als Gabe spendet
er dann einem Asketen oder Priester Speise, Trank, Gewand, Gefährt, Blumen,
Wohlgerüche, Salben, Bett, Wohnstatt und Beleuchtung. Was meinst du, Sariputta,
mag da wohl einer auf solche Weise Gaben spenden?“
„Gewiß, Herr!“
„Wer aber, Sariputta, auf solche Weise
Gaben spendet, der erscheint infolge dieser Gabe beim Zerfall des Körpers, nach
dem Tode, unter der Schar der Vier Großen Götterkönige wieder. Nach Auswirkung
aber jener Tat, jener Macht, jener Würde, jener Herrschaft steigt er wieder
hinab, kehrt er wieder zurück in diese Welt.
Ferner, Sariputta, gibt einer eine Gabe nicht aus jenen
Gründen, sondern er gibt Gabe als eine Veredlung und Läuterung seines [durch
Geistesruhe und Hellblick entwickelten] Geistes. Und als Gabe spendet er dann
einem Asketen oder Priester Speise, Trank, Gewand, Gefährt, Blumen,
Wohlgerüche, Salben, Bett, Wohnstatt und Beleuchtung. Was meinst du, Sariputta,
mag da wohl einer auf solche Weise Gabe spenden?“
„Gewiß, Herr!“
„Wer aber, Sariputta, auf solche Weise Gaben spendet, der
erscheint infolge dieser Gabe beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode, unter
der Schar der Götter der Brahmawelt wieder. Nach Auswirkung aber jener Tat,
jener Macht, jener Würde und jener Herrschaft kommt er nicht wieder, kehrt er
nicht mehr zurück zu dieser Welt [d.h. er ist ein Nicht-Wiederkehrer]. Das,
Sáriputta, ist der Grund, das ist die Ursache, daß da eine Gabe, von dem einen
dargebracht, hohen Lohn und Segen bringt, während dieselbe Gabe, von dem
anderen dargebracht, keinen hohen Lohn und Segen bringt.“ A VII, 49
„Manche spenden, in das Böse verstrickt, nachdem sie geschlachtet,
getötet und Schmerz verursacht haben. Eine solche Gabe voll Tränen und Qual
kommt (dem Wenigen) nicht gleich was mit Vertrauen gegeben wurde.“ S 1, 32
„Acht Arten des Gebens gibt es, ihr Mönche. Welche
acht?
1.
Spontan gibt man Gaben;
2.
oder aus Furcht [vor Tadel] gibt man Gaben;
3.
oder im Gedanken: „Man hat ja auch mir gegeben“, gibt man Gaben;
4.
oder weil das Geben etwas Gutes ist, gibt man Gaben;
5.
oder denkend „Man wird mir wieder geben“;
6.
oder man gibt im Gedanken: „Ich koche ja, diese aber nicht; und nicht recht
ist es für mich, der ich koche, den Nichtkochenden keine Gaben zu geben“;
7.
oder man gibt Gaben im Gedanken: 'Wenn ich diese Gabe gebe, wird sich über
mich ein guter Ruf verbreiten',
8.
oder der Herzensveredlung, der Herzensläuterung wegen gibt man Gaben.
Diese acht Arten des Gebens gibt es,
ihr Mönche.“ AVIII, 31
„Acht Arten des Gebens gibt es, ihr Mönche. Welche
acht?
1.
Aus Liebe (chanda; K: pemena, d.i. aus persönlicher Zuneigung) gibt
man Gaben;
2.
im Ärger gibt man Gaben;
3.
aus Verblendung gibt man Gaben;
4.
aus Furcht gibt man Gaben;
5.
oder man gibt im Gedanken: „Was da früher vom Großvater gegeben und getan
wurde, von diesem alten Familienbrauche darf ich nicht abgehen“;
6.
oder man gibt im Gedanken: „Wenn ich diese Gabe gebe, werde ich beim Zerfall
des Körpers, nach dem Tode auf guter Fährte, in himmlischer Welt
wiedererscheinen“;
7.
oder man gibt im Gedanken: „Wenn ich diese Gabe gebe, erheitert sich mein
Herz, und Zufriedenheit und Frohsinn steigen in mir auf“;
8.
oder der Herzensveredlung, der Herzensläuterung wegen gibt man Gaben.
Diese acht Arten des Gebens gibt es,
ihr Mönche.“ A VIII, 33
Was man gibt:
„Acht Gaben eines guten Menschen gibt es, ihr Mönche.
Welche acht?
Reines gibt er, Auserwähltes gibt er, zur rechten Zeit
gibt er, (für den Mönch) Erlaubtes gibt er, mit Überlegung gibt er, häufig gibt
er, beim Geben erheitert sich sein Herz und nach dem Geben fühlt er sich
zufrieden. Diese acht Gaben eines guten Menschen gibt es, ihr Mönche.“ A VIII, 37
„Fünf rechtzeitige Gaben gibt es, ihr Mönche. Welche
fünf?
Man bringt dem
ankommenden Gast Gaben dar; dem Fortgehenden bringt man Gaben dar; dem Kranken
bringt man Gaben dar; bei Nahrungsmangel bringt man Gaben dar; was es aber an
Erstlingskorn und Erstlingsfrüchten gibt, das bringt man als Ersten den
Tugendhaften dar.“ A V, 36
„Speise gibt der, der Kraft geben will;
Gewänder gibt der, der Schönheit geben will,
Ein Gefährt gibt der, der Wohlfahrt geben will;
eine Lampe gibt der, der Schauen will.
Der aber ist einer, der alles gibt, wer eine Heimstätte
gibt,
Und Nichtsterben
gibt der, der die Wahrheitslehre verkündet.“ S 1, 42
„Acht Gaben eines guten Menschen gibt es, ihr Mönche.
Welche acht?
Reines gibt er, Auserwähltes gibt er,
zur rechten Zeit gibt er, (für den Mönch) Erlaubtes gibt er, mit Überlegung
gibt er, häufig gibt er, beim Geben erheitert sich sein Herz und nach dem Geben
fühlt er sich zufrieden. Diese acht Gaben eines guten Menschen gibt es, ihr
Mönche.
Erlaubten Trank, erlaubte Kost,
vorzüglich, rein, zur rechten Zeit,
vertraut er oft als Gabe an
dem hehren Feld der Heiligen.
Wo keine Reue sich erhebt,
selbst wenn man viele Dinge schenkt,
dort preist die Gabe, die man gibt,
ein jeder, der voll Einsicht ist.
Wer, weise, also Gaben gibt,
vertrauensvoll, freigeb'gen Sinns,
solch weiser Mensch wird hingelangen
zu einer leidlos
sel'gen Welt.“ A VIII, 38
Wie man gibt:
„Gleich wie aus einem gefüllten Gefäß das umgedreht wird
alles Wasser restlos herausläuft
ebenso sollte man den Bedürftigen geben
seien sie hochgestellt, mittel oder niedrig
ohne etwas zurückzuhalten.“ Jataka Nidana 128-129
„Auf fünffache Weise gibt der gute Mensch Gaben: Voll Vertrauen gibt er,
voll Eifer gibt er, zur rechten Zeit gibt er, freigiebigen Herzens gibt er und
er gibt ohne sich und anderen zu schaden.“ A V, 148
„Fünf Verwendungsarten des Besitzes gibt es,
Hausvater. Welche fünf? Mit dem Besitz, Hausvater, den der edle Jünger durch
Aufbietung seiner Kraft erworben hat, durch seiner Hände Fleiß, im Schweiße
seines Angesichtes, auf rechtmäßige, ehrliche Weise, damit macht er sich selber
glücklich und zufrieden und bewahrt sich ein vollkommenes Wohlsein. Und Vater
und Mutter, Weib und Kind, Diener und Knechte macht er glücklich und zufrieden
und bewahrt ihnen ein vollkommenes Wohlsein. Dies ist die erste Verwendungsart
des Besitzes.
Ferner, Hausvater, macht der edle
Jünger mit diesem Besitze Freunde und Genossen glücklich und zufrieden und
bewahrt ihnen ein vollkommenes Wohlsein. Das ist die zweite Verwendungsart des
Besitzes.
Ferner, Hausvater: mit diesem Besitz
wendet der edle Jünger Mißgeschick ab, das ihm durch Feuer oder Wasser, durch
Fürsten, Diebe oder gehässige Erben entstehen möchte, und schützt so seine
eigene Person. Dies ist die dritte Verwendungsart des Besitzes.
Ferner, Hausvater: mit diesem Besitze
leistet der edle Jünger fünferlei Abgaben: Spenden für Verwandte, Spenden für
Gäste, Spenden für Verstorbene, Abgaben an den Fürsten, Spenden für die
Gottheiten. Dies ist die vierte Verwendungsart des Besitzes.
Ferner, Hausvater: den Asketen und Priestern,
die frei sind von Rausch und Lässigkeit, die Geduld und Milde besitzen, die
einzig ihr Ich bezähmen, einzig ihr Ich zur Ruhe bringen, einzig ihr Ich
erlöschen lassen, solchen Asketen macht er mit diesem Besitze Geschenke, die
hohe Früchte bringen, himmlische, glückerzeugende, himmelwärts führende. Dies
ist die fünfte Verwendungsart des Besitzes.
Diese fünf Verwendungsarten des
Besitzes gibt es, Hausvater.
Wenn nun, Hausvater, jenem edlen Jünger, während er
seinen Besitz in dieser fünffachen Weise verwendet, sein Besitz abnimmt, so
denkt er: „Was da die angemessenen Verwendungsweisen des Besitzes sind, dafür
verwende ich ihn und dabei verringert sich der Besitz.“ So ist er dabei ohne
Reue. Und wenn, Hausvater, jenem edlen Jünger, während er seinen Besitz in
dieser fünffachen Weise verwendet, sein Besitz zunimmt, so denkt er: „Was da
die angemessenen Verwendungsweisen des Besitzes sind, dafür verwende ich ihn
und dabei nimmt mein Besitz zu.“ So ist er dabei in zweifacher Hinsicht frei
von Reue.“ A.V. 41
„Rechtzeitige Gabe gibt der Weise,
der mild gesinnt ist, frei von Geiz.
Wer da den Edlen Gabe gibt,
die aufrichtig und heilig sind;
wer dieses voll Vertrauen tut,
dess' Gabe ist von hohem Wert.
Die solcher Guttat Beifall spenden
und willig dabei Dienste leihen,
auch deren Gabe ist nicht klein;
sie haben am Verdienste teil.
Darum soll man spenden unverzagt,
wo Gabe hohen Lohn verleiht;
denn gute Werke sind den Wesen
die Stützen für die nächste Welt.“ A V, 36
„Und wie gibt ein aufrechter Mann? Ein aufrechter Mann
gibt Gaben mit Bedacht, er gibt mit seinen eigenen Händen, gibt respektvoll,
gibt wertvolles, gibt mit der ansicht, daß die Gabe Frucht tragen wird.“ M
110
Wann man gibt:
„Zur Seite sitzend sprach da der König
Pasenadi, der Kosala, zu dem Erhabenen also: „Wann ist denn, Herr, Almosen
zu geben?"
„Wann das Herz, daran Freude hat."
„Wann nun, Herr, trägt das Gegebene
reiche Frucht?"
„Etwas anderes,
ist dies: „Wann ist Almosen zu geben?“ und etwas anderes wieder dies: „Wann
trägt das Gegebene reiche Frucht?“ Was einem, der sittliche Zucht übt, gegeben
wurde, trägt reiche Frucht, nicht ist es so bei einem Unsittlichen.“ S III,24
Wem man gibt:
„Gehört habe ich, Herr Gotama, daß der Herr Gotama
also lehrt. „Nur mir soll man Gabe geben, nicht den anderen; nur meinen Jüngern
soll man Gabe geben, nicht den Jüngern anderer; nur das mir Dargereichte bringt
hohen Lohn, nicht das anderen Dargereichte; nur das meinen Jüngern Dargereichte
bringt hohen Lohn, nicht das den Jüngern anderer Dargereichte.“ Die da, Herr
Gotama, solches sagen, berichten sie wohl damit die Worte des Herrn Gotama und
beschuldigen sie ihn nicht etwa fälschlich? Erklären sie dies seiner Lehre
gemäß, so daß sich die entsprechende Aussage nicht als fehlerhaft erweist?
Wahrlich, wir haben nicht den Wunsch, den Herrn Gotama fälschlich zu
bezichtigen!“
„Die da, Vaccha, solches gesagt haben,
berichten nicht meine Worte, sondern beschuldigen mich fälschlich, unrechter
Weise. Wer, Vacchagotta, einen davon abhält, anderen Gaben zu spenden, der
verursacht dreien einen Schaden, legt dreien ein Hindernis in den Weg. Welchen
dreien? Er verhindert die gute Tat des Gebers; er macht dem Empfänger die Gaben
abspenstig; und vorher schon untergräbt und schädigt er seinen eigenen
Charakter. Was ich aber lehre, Vaccha, ist dies: Selbst wenn einer die
Spülreste aus Schüssel oder Schale in einen Tümpel oder Teich entleert, mit dem
Wunsche, daß die darin befindlichen Lebewesen davon verzehren möchten ,so hat
er, sage ich, schon dadurch Gutes getan; um wieviel mehr aber, wenn es sich um
menschliche Wesen handelt.
Freilich, Vaccha, lehre ich auch, daß
das den Sittenreinen Dargereichte hohen Lohn bringt, und nicht ist es so bei
einem Sittenlosen. Denn im Sittenreinen sind fünf Eigenschaften geschwunden, und
mit fünf Eigenschaften ist er ausgerüstet.
Welche fünf Eigenschaften aber sind in
ihm geschwunden? Sinnenlust ist geschwunden; Ärger ist geschwunden; Starrheit
und Mattigkeit sind geschwunden; Aufgeregtheit und Gewissensunruhe sind
geschwunden; Zweifelsucht ist geschwunden.
Mit welchen fünf Eigenschaften aber ist
er ausgerüstet? Mit der dem Heiligen eigenen Fülle der Sittlichkeit
ist er ausgerüstet, mit der dem Heiligen eigenen Fülle der Sammlung, mit der
dem Heiligen eigenen Fülle der Weisheit, mit der dem Heiligen eigenen Fülle der
Befreiung, mit der dem Heiligen eigenen Fülle des Erkenntnisblicks der
Befreiung.
Somit bringt bei
einem, der von fünf Eigenschaften befreit und mit fünf Eigenschaften
ausgerüstet ist, das Dargereichte hohen Lohn, das sage ich.“ A III, 58
„Der auf ein acht Eigenschaften
besitzendes Feld ausgesäte Samen, ihr Mönche, zeitigt keine großen Früchte,
keinen guten Geschmack, keinen hohen Wuchs. Welches sind diese acht
Eigenschaften?
Da, ihr Mönche, ist das Feld voller
Erhebungen und Senkungen, voller Steine und Geröll, ist salzhaltig, nicht tief
genug gelegen, besitzt keinen Zufluß, keinen Abfluß, keine Wasserfurchen, keine
Eindämmungen. Der auf ein diese acht Eigenschaften besitzendes Feld ausgesäte
Samen zeitigt keine großen Früchte, keinen guten Geschmack, keinen hohen Wuchs.
Ebenso auch, ihr Mönche, bringt die
Gabe, die man den mit acht Eigenschaften behafteten Asketen und Priestern
spendet, keine reichen Früchte, keinen hohen Segen, ist ohne großen Wert und
Einfluß. Welches aber sind diese acht Eigenschaften?
Da, ihr Mönche,
eignet den Asketen und Priestern verkehrte Ansicht, verkehrte Gesinnung,
verkehrte Rede, verkehrtes Tun, verkehrter Lebensunterhalt, verkehrtes Streben,
verkehrte Achtsamkeit und verkehrte geistige Sammlung. Die Gabe, ihr Mönche,
die man den mit diesen acht Eigenschaften behafteten Asketen und Priestern
spendet, bringt keine reichen Früchte, keinen hohen Segen, ist ohne großen Wert
und Einfluß.“ A VIII, 34
„Was es auch,
Cundi, an Jüngerschaften oder Mönchsgemeinden gibt, als höchste unter ihnen
gilt die Jüngerschaft des Vollendeten, als da sind die vier Paare der Heiligen,
die acht Arten der Heiligen. Diese Jüngerschaft des Erhabenen ist würdig des
Opfers, würdig der Gastspende, würdig der Gaben, würdig des ehrfurchtsvollen
Grußes, der beste Boden in der Welt für gute Werke. Jene nun, Cundi, die auf
die Jüngerschaft vertrauen, die vertrauen auf das Höchste. Denen aber, die auf
das Höchste vertrauen, ist höchster Segen beschieden.“A V, 32
„Die vier, die auf dem Pfad sich befinden, die vier die seine Frucht
genießen,
die aufrechte Gemeinschaft, ausgestattet mit Erkenntnis
und Tugend:
Für die Menschen die da opfern, für die Lebewesen die
Verdienst erhoffen,
die weltlichen Verdienst erwirken,
trägt das sangha-dana reiche Frucht.“ S 11,16
Jedoch auch der Empfangende sollte sich besser in Wahrhaftigkeit üben bevor
er etwas annimmt. Der Dhammapada veranschaulicht wie man nimmt: „Wie die
Biene den Nektar mit sich nimmt ohne die Blüte zu verletzen oder ihre Farbe und
Duft zu beeinträchtigen, so lebt der Weise in seinem Dorf.“ Dhp 49
Und der Buddha gibt eine Warnung an seine Mönche aus wie sie deutlicher
nicht sein könnte:
„Ich sage euch, ihr Mönche, ich künde euch, ihr Mönche
- besser wäre es wahrlich für den sittenlosen, dem Schlechten ergebenen Mönch
von unlauterem und verdächtigem Benehmen, von versteckter Tat, für den
Nichtasketen, der sich als Asketen ausgibt, den Unkeuschen, der sich als keusch
lebend ausgibt, der innerlich verdorben ist, befleckt, von schmutzigem Wesen,
daß ihm ein kräftiger Mann einen starken, härenen Strick um beide Beine
schlingt und hin und her reibt, so daß der Strick erst die Oberhaut
durchschürft, dann die Unterhaut, dann das Fleisch, dann die Sehnen, dann die
Knochen durchschneidet und schließlich am Knochenmark anlangt, als daß er von
mächtigen Adeligen, Brahmanen oder Bürgern ehrfurchtsvolle Begrüßung
entgegennimmt. ...
Ich sage euch, ihr Mönche, ich künde
euch, ihr Mönche - besser wäre es wahrlich für einen solchen, daß ihm ein
kräftiger Mann einen glühenden, feurigen, flammenden, lodernden Eisenpanzer um
den Leib legte, als daß er das von mächtigen Adeligen, Brahmanen oder Bürgern
aus Vertrauen gespendete Gewand anlegt. ...
Ich sage euch, ihr Mönche, ich künde
euch, ihr Mönche - besser wäre es wahrlich für einen solchen, daß ihm ein
kräftiger Mann mit einer glühenden, feurigen, flammenden, lodernden Eisenstange
den Mund aufrisse und eine glühende, feurige, flammende, lodernde Eisenkugel in
seinen Mund fallen ließe, die ihm Lippen, Mund, Zunge, Kehle und Leib verbrennt
und Eingeweide und Gekröse mit sich führend hinten wieder herauskommt, als daß
er die von mächtigen Adeligen, Brahmanen oder Bürgern aus Vertrauen gespendete
Almosenspeise verzehrt. ...
Ich sage euch, ihr Mönche, ich künde
euch, ihr Mönche - besser wäre es wahrlich für einen solchen, daß ihn ein
kräftiger Mann am Schopf oder an den Schultern packt und ihn auf ein glühendes
Eisenbett oder auf einen glühenden Eisenstuhl niederzwingt, als daß er ein von
mächtigen Adeligen, Brahmanen oder Bürgern aus Vertrauen gespendetes Bett oder
einen Stuhl benutzt. ...
Ich sage euch, ihr Mönche, ich künde
euch, ihr Mönche: besser wäre es wahrlich für einen solchen, daß ihn ein
starker Mann an den Füßen packt und ihn kopfüber in einen glühenden, feurigen,
flammenden, lodernden Erzkessel wirft und er, während er dort kocht, mit dem
aufsiedenden Schaum einmal nach oben, einmal nach unten und einmal quer hinüber
getrieben wird, als daß er ein von mächtigen Adeligen, Brahmanen oder Bürgern
aus Vertrauen gespendetes Kloster bewohnt.
Und warum? Dadurch mag er zwar dem Tode
oder tödlichem Schmerz verfallen; nicht aber gerät er darum beim Zerfall des
Körpers, nach dem Tode, in niedere Welt, auf eine Leidensfährte, in die
Daseinsabgründe, zur Hölle. Wenn aber ein solcher ein von mächtigen Adeligen,
Brahmanen oder Bürgern aus Vertrauen gespendetes Kloster bewohnt, so gereicht
ihm das, ihr Mönche, lange Zeit zum Unheil und Leiden; und beim Zerfall des
Körpers, nach dem Tode, gerät er in niedere Welt, auf eine Leidensfährte, in
die Daseinsabgründe, zur Hölle.
Darum, ihr Mönche, soll man in solcher
Weise streben: „Mögen denen, deren Gewänder, Almosenspeise, Lagerstatt und
Arzneien wir benutzen, ihre Gabe hohen Lohn und Segen bringen! Und möge unsere
Weltentsagung nicht fruchtlos sein, sondern Frucht und Ergebnis bringen!“
Danach, ihr Mönche, sollt ihr streben!
Angesichts des eigenen Heiles, ihr
Mönche, ist es angebracht, unermüdlich nach dem Ziele zu streben. Angesichts
des fremden Heiles, ihr Mönche, ist es angebracht, unermüdlich nach dem Ziele
zu streben. Und angesichts des beiderseitigen Heiles, ihr Mönche, ist es
angebracht, unermüdlich nach dem Ziele zu streben.“
Also sprach der Erhabene. Während aber der Erhabene diese
Erklärung gab, quoll sechzig Mönchen das Blut aus dem Munde hervor; und weitere
sechzig Mönche gaben die Askese auf und kehrten zum niederen Weltleben
zurück, denkend: „Gar schwer ist es, Erhabener! Gar schwer ist es, Erhabener!“
Sechzig Mönchen aber wurde das Herz haftlos von den Trieben befreit.“ A VII, 68)
Wie oben bereits erwähnt, gibt es neben den materiellen Gaben noch andere
sehr bedeutsame Formen des Gebens wie abhaya-dana, die Gabe der
Furchtlosigkeit. Wer das Glück hatte sich über einen längeren Zeitraum in der
Gemeinschaft von Menschen zu bewegen die sich gegenseitig dieses Geschenk
machten weiß wie kostbar abhaya-dana ist.
„Es gibt da, ihr Mönche, fünf Gaben, große Gaben,
bekannt als ursprüngliche, bekannt als althergebrachte, als altüberlieferte; altbewährte,
unbeeinträchtigt in ihrer Geltung jetzt wie früher, die nicht beeinträchtigt
sind und unbeeinträchtigt bleiben werden, ungetadelt von einsichtigen Asketen
und Priestern. Welches sind diese fünf?
Da verwirft der edle Jünger das Töten,
steht ab vom Töten. Dadurch aber, daß er vom Töten absteht, gewährt er
unermeßlich vielen Wesen die Gabe der Furchtfreiheit, der Freiheit von
Feindschaft und Bedrückung. Indem er aber unermeßlich vielen Wesen die Gabe der
Furchtfreiheit gibt, der Freiheit von Feindschaft und Bedrückung, wird ihm
selber Freiheit von Furcht, Feindschaft und Bedrückung zuteil. Das, ihr Mönche,
ist die erste Gabe, eine große Gabe, bekannt als ursprünglich... Und das, ihr
Mönche, ist der vierte Strom des Verdienstes, ein Strom des Heilsamen...
Und ferner verwirft der edle Jünger das
Stehlen, steht ab vom Nehmen des Nichtgegebenen ... Er verwirft geschlechtliche
Ausschreitung, steht ab von geschlechtlicher Ausschreitung... Er verwirft das
Lügen, steht ab vom Lügen... Er verwirft den Genuß von Rauschmitteln, steht ab
vom Genuß von Rauschmitteln. Dadurch aber, daß er vom Genuß von Rauschmitteln
absteht, gewährt er unermeßlich vielen Wesen die Gabe der Furchtfreiheit, der
Freiheit von Feindschaft und Bedrückung. Indem er aber unermeßlich vielen Wesen
die Gabe der Furchtfreiheit gibt, der Freiheit von Feindschaft und Bedrückung,
wird ihm selber Freiheit von Furcht, Feindschaft und Bedrückung zuteil. Das,
ihr Mönche, ist die fünfte Gabe, eine große Gabe, bekannt als ursprünglich...
Und das, ihr Mönche, ist der achte Strom des Verdienstes, ein Strom des
Heilsamen ...
Das, ihr Mönche,
sind die acht Ströme des Verdienstes, Ströme des Heilsamen, segenbringende,
himmlische, Glück erzeugende, himmelwärts leitende, die zu Erwünschtem,
Erfreulichem, Angenehmem führen, zu Heil und Segen.“ A VIII, 39
Daß die höchste Gabe das Geschenk des Dhamma (Dhamma-dana) ist,
bedarf für den Nachfolger des Erhabenen keiner Erläuterung.
„Das Geben im Vertrauen ist ja vielfach gepriesen, aber besser als eine
Gabe ist ein Wort der Wahrheit.“ S 1, 33
„Es gibt diese zwei Arten von Geschenken:
Materielle Geschenke und Geschenke des Dhamma.
Das höchste Geschenk ist das des Dhamma.
Es gibt diese zwei Arten des Teilens:
Das Teilen von materiellen Dingen und das Teilen des
Dhammas.
Das höchste Teilen ist das Teilen des Dhamma.
Es gibt diese zwei Arten der Hilfe:
Materielle Hilfe und Hilfe durch Dhamma.
Die höchste Hilfe
ist die Hilfe durch Dhamma.“ Itv 98
Gezielte Reflektion über das Geben, der Vorteile davon und der eigenen
Fortschritte bei der Entwicklung des dana-parami läßt die Bereitschaft
zu Teilen was man besitzt stetig zunehmen. Wie allen Gewohnheiten wurden auch
die parami und die ihnen entgegengesetzten charakterlichen Qualitäten
langsam rieselnd Gedanke um Gedanke aufgebaut und ebenso können sie wieder
verändert werden.
„Fernerhin, Mahanama, magst Du der eigenen
Freigiebigkeit gedenken: „Heil mir! Gut hab ich´s getroffen, daß ich inmitten
der vom Laster des Geizes umsponnenen Menschheit mit einem vom Laster des
geizes freien herzen im Hause lebe, freigiebig, mit offenen Händen, zum Geben
geneigt, den Bedürftigen zugetan, am Austeilen von Gaben Freude habend.“ Zu
einer Zeit aber wenn der edle Jünger der Freigiebigkeit gedenkt, da ist sein
Geist weder von Gier umsponnen, noch von Haß und Verblendung umsponnen; und
angesichts der Freigiebigkeit ist sein Geist zu solcher Zeit recht gerichtet.
Recht gerichteten Geistes aber, gewinnt der edle Jünger Begeisterung für das
Ziel, Begeisterung für die Lehre, gewinnt er Freude an der Lehre. Im Freudigen
aber erhebt sich Verzückung; verzückten Geistes beruhigt sich das Innere; im
Inneren beruhigt, empfindet er Glück und des Glücklichen Geist sammelt sich.
Von diesem edlen Jünger heißt es, daß
er unter der verkehrt gerichteten Menschheit im Besitz des Rechten weilt; daß
er unter der leidenden Menschheit leidlos weilt. In den Strom der Lehre
eingetreten, entfaltet er die Betrachtung der Freigiebigkeit.
Auch beim Gehen, Mahanama, magst du
diese Betrachtung üben; beim Stehen magst du sie üben; beim Sitzen magst du sie
üben; beim Liegen magst du sie üben; auch während du deiner Beschäftigung
nachgehst, magst du sie üben; auch während du im Hause voller Kinder wohnst,
magst du sie üben.“ A XI, 12/13
„Komm jetzt!
Das ist als erstes anzunehmen, auszuüben,
zu entwickeln, zu verfeinern und entschlossen zu
perfektionieren.
Erlange Vollkommenheit im Geben
dann kannst Du die absolute Weisheit erlangen.“ Jataka Nidana
(Einleitung)
Parami oder paramita beide Begriffe werden benutzt. Dieses
Buch verdankt viele der darin enthaltenen Ideen, Anregungen und Hinweise auf
Suttenstellen Gudrun und Arwed Feist.
Wiedergeburtsgeschichten, die teilweise den Sutten
entnommen sind. Diese Lehrfabeln sind zwar oft sehr anschaulich und
unterhaltsam, werden in diesem Buch jedoch nur wenig Verwendung finden, da sich
unser Hauptaugenmerk auf die eigentlichen Buddhaworte richtet.
Die Herleitung dieses Begriffes ergibt
sich entweder aus bodhi (Erwachen) und sajjati (binden), also „an
Erwachung gebunden“ oder aus bodhi und satta (Wesen), also
„Erwachungswesen“.
Kammapatha: Nicht töten, nicht Stehlen, kein
sexuelles Fehlverhalten, nicht Lügen, nicht Hintertragen, keine grobe Rede,
kein Geschwätz, keine Habgier, kein Übelwollen, keine falsche Ansicht.
Es ist eine Eigentümlichkeit der buddhistischen Schriften, daß Heilsame
Eigenschaften häufig durch das Nichtvorhandenseins ihres Gegenteils definiert
werden.
Dana (Geben), sila (Sittlichkeit), nekhamma
(Entsagen), pañña (Weisheit), viriya (Tatkraft), khanti
(Geduld), sacca (Wahrhaftigkeit), aditthana (Entschlossenheit), metta
(Wohlwollen), upekkha (Gleichmut).
Der Begriff Bodhisatta wird in den Sutten nur für Buddha
verwendet.
Der Chan-Patriarch Hui Neng meinte, das Gelöbnis alle
Wesen zu befreien mache nur Sinn mit dem Zusatz „in meinem Herzen“.
Ajahn Mun, einer der berühmtesten Lehrer der
thailändischen Waldtradition ist ein Beispiel. In seiner Biographie wird
erwähnt, daß er den festen Vorsatz ein Buddha zu werden aufgab und sich mit
der Errungenschaft von arahatta-phala (Frucht der Heiligkeit)
„begnügte“.
Ein Äon ist länger als es brauchen würde ein 7
Kubikmeilen großes mit Senfkörnern gefülltes Gefäß zu leeren wenn man alle 100
Jahre eines heraus nimmt.
Der vierunzwanzigste Buddha vor dem historischen.
Dazu zählte in damaliger Zeit auch Vieh, Sklaven, Frauen
und Kinder.
Hecker: Freigiebigkeit, Teilen, Verteilen, etwas vom
eigenen für andere abschneiden, Schenken, verschenken, gewähren, den anderen
berücksichtigen, abgeben, mitgeben.