Nibbana
Die Beschreibung des
Unbeschreiblichen
„So werden wir mit der
kompromißlosen Wahrheit konfrontiert, daß der Begriff „Nibbana“ nicht
mehr oder absoluter ist als andere Begriffe. Er symbolisiert lediglich
konzeptuell die transzendente Erfahrung in negativen Kategorien. Alle
Definitionen von „Nibbana“ besitzen nur vom Standpunkt des
nicht-erwachten Menschen Gültigkeit und nehmen entweder explizit oder implizit
die Form der Verneinung verschiedener Aspekte der weltlichen Existenz an.“[1][1]
A VII, 51:
„Der nicht-unterrichtete, gewöhnliche Mensch, Mönch, versteht Ansichten nicht,
er versteht ihren Ursprung nicht, versteht ihr Vergehen nicht und auch nicht,
welcher Weg zur Auflösung von Ansichten führt. Für ihn nehmen die Ansichten zu;
und er ist deshalb nicht frei von Geburt, Alter, Tod, von Kummer und Sorgen,
Krankheiten; er ist nicht frei von Leiden, sage ich.“
„Doch der
wohl unterrichtete edle Nachfolger, Mönch, versteht Ansichten, er versteht ihr
Entstehen, ihr Vergehen und den Weg, der zur Auflösung von Ansichten führt. Für
ihn enden die Ansichten; und er ist deshalb frei von Geburt, Alter, Tod, von
Kummer und Sorgen, Krankheiten; er ist frei von Leiden, sage ich.“
Thag
989
– 990:
„Der Tor, der sich an geistig-begrifflichem Ausufern erfreut, daran Gefallen
findet, ist weit von Nibbana – der unvergleichlichen Freiheit von
jeglicher Fessel - entfernt.
Der,
der solch geistig-begriffliches Ausufern aufgegeben hat, erfreut sich am Pfad
der Nicht-Ausbreitung – er erreicht Nibbana,
die unvergleichliche Freiheit von jeglicher Fessel.“
Nibbana,
die Beschreibung des Unbeschreiblichen
1) Asa³khata - Das
Nicht-Bestimmte – Ungestaltete – Ungeschaffene - Nicht-Bedingte – Unentstandene
S
IV 43,1- 44: „Was ist nun, ihr Mönche, das Ungestaltete? Die Versiegung von
Reiz, die Versiegung von Abwehr, die Versiegung von Verblendung, das nennt man,
ihr Mönche, das Ungestaltete.“
Ud
8,3: „Es gibt, ihr Mönche, ein Nicht-Geborenes (ajatam),
ein Nicht-Werdendes (abhotam), ein Nicht-Geschaffenes (akatam), ein Nicht-Gestaltetes. Gäbe es, ihr Mönche, kein
Nicht-Geborenes, Nicht-Werdendes, Nicht-Geschaffenes, Nicht-Gestaltetes, wäre
es nicht möglich ein Entkommen vom Geborenen, Werdenden, Geschaffenen,
Gestalteten, zu erkennen. Aber da es ein Nicht-Geborenes, Nicht-Werdendes,
Nicht-Geschaffenes, Nicht-Gestaltetes gibt, kann man ein Entkommen vom
Geborenen, Werdenden, Geschaffenen, Gestalteten, erkennen.“
Dhp 383: „Durchkreuz´ den
Strom mit aller Macht, laß Priester, fahr´n die Sinnlichkeit. hast du der Dinge
Schwund erkannt, dann kennst das Unentstand´ne du.“
2) Antam - Das Ende,
das Ziel oder das Nicht-Geneigte (anatam)
M
44: „...Das heilige Leben, Freund Visakha, vereinigt sich mit Nibbana, erreicht seinen Höhepunkt im
Nibbana, endet im Nibbana.“
M
37: „Wenn ein Mönch vernommen hat, daß alle Dinge das Anklammern nicht wert
sind, erkennt er alle Dinge unmittelbar; indem er alle Dinge unmittelbar
erkennt, durchschaut er alle Dinge vollständig; indem er alle Dinge vollständig
durchschaut, verweilt er in der Betrachtung der Vergänglichkeit von Gefühl; was
für ein Gefühl er auch immer empfinden mag, ob angenehm oder unangenehm oder
weder-angenehm-noch-unangenehm; er betrachtet die Lossagung, betrachtet das
Aufhören, betrachtet das Loslassen. Indem er so betrachtet, haftet er an nichts
in der Welt an. Wenn er nicht haftet, ist er nicht aufgeregt. Wenn er nicht
aufgeregt ist, erlangt er persönlich Nibbana. Er versteht: Geburt ist zu
Ende gebracht, das heilige Leben ist gelebt, es ist getan was getan werden
mußte, darüber hinaus gibt es nichts mehr. Kurz gefaßt, Herrscher der Götter,
auf diese Weise ist ein Mönch durch die Vernichtung des Begehrens befreit, ist
er einer, der den letztendlichen Zweck, die letztendliche Sicherheit vor dem
Gefesseltsein, das Letztendliche heilige Leben, das letztendliche Ziel erreicht
hat, einer der die erste Stelle unter den Göttern und Menschen einnimmt.“
3)
Anasavam
- Das ohne Einflüsse, das Trieblose,[2][2]
die Unbeeinflußbarkeit, die Unbeflecktheit
Sn
765: „Wer könnte, außer Heiligen, jene Stätte auch begreifen, wo Triebbefreite
sind erlöst in höchster Weisheit.“
Itiv.38:
„Der die Dunkelheit vertreibt, der ans andere Ufer gelangte, der große Weise,
der Errungenschaft erlangte, der Meister, frei von Einflüssen, der wirklich
ganz hinüber gelangt ist, befreit durch die Vernichtung des Begehrens – dieser
Weise trägt den letzten Körper und Mara hinter sich lassend ist er jenseits des
Alterns gelangt.“
M
12: „Ich verstehe Nibbana und den Pfad und den Weg, der
zu Nibbana führt. Und ich verstehe auch,
wie jemand, der diesen Weg betreten hat, hier und jetzt in die
Herzensbefreiung, die Befreiung durch Weisheit, die mit der Vernichtung der
Befleckungen triebfrei ist, eintreten und darin verweilen wird.“
4) Saccam
- Die Wahrheit
Dhp
373: „In leere Klausen eingetreten wird dem im Geist befriedeten Mönch ein
übermenschlich Glück zuteil, derweil er klar die Wahrheit schaut.“
M
75: „Magandiya, wenn ich dich das Dhamma so lehren würde: „Dies ist jene
Gesundheit, dies ist jenes Nibbana“, könnte es sein, daß du
Gesundheit kennst und Nibbana siehst. Zusammen mit dem
Entstehen deiner Schauung könnte dein Verlangen und deine Begierde nach den
fünf Daseinsgruppen an denen angehaftet wird, überwunden werden. Dann könntest
du vielleicht denken: „In der Tat bin ich lange von diesem Geist überlistet,
hintergangen und betrogen worden.“
M
140: „Dies, bhikkhus, ist die höchste Weisheit
der Edlen, das Erleben der Zerstörung von allem Leiden. Seine Befreiung gründet
in der Wahrheit und ist unerschütterlich ... Denn dies ist die höchste edle
Wahrheit, Nibbana, das von untrügerischer Natur ist“.
Sn 757-758: „Was auch immer sie
vermeinen, dadurch wird es anders werden! Darin besteht die Falschheit dieser
kindischen Täuschung.
Frei von Falschheit ist Nibbana,
das haben sie als wahr erkannt. Und durch das höhere Verständnis dieser
Wahrheit sind sie gestillt, erlöst.“
5) Param - Das
Jenseitige, das Transzendente, das Darüberhinausgehende
Ud
8,10: „Die lassen sich nicht bestimmen, die vollkommen befreit sind, die die
Flut des Haftens an Sinnesbegehren gekreuzt haben und unerschütterliches Glück
erlangt haben.“
Ud
8,1: „Es gibt, ihr Mönche, diesen Bereich wo es keine Erde, kein Wasser, kein
Feuer, keine Luft gibt; wo es kein Raumunendlichkeitsgebiet,kein
Bewußtseinsunendlichkeitsgebiet, kein Nichtetwasheitsgebiet, kein Gebiet der
Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung gibt; wo es weder diese Welt noch eine
andere Welt, noch beide gibt; wo es weder Sonne noch Mond gibt. Hier, ihr
Mönche, sage ich, gibt es kein Kommen, kein Gehen, kein Bleiben, kein Vergehen,
kein Entstehen. Nicht starr und nicht beweglich hat es keine Stütze. Genau das
ist das Ende des Leidens.“
6)
Nipunam
- Das Subtile, das Feine
Dhp
372: „Ohne Wissen gibt´s Vertiefung nicht und ohne Vertiefung Wissen nicht; wer
Wissen und Vertiefung hat, der wahrlich ist Nibbana
nah.“
7) Saduddasam - Das
sehr schwer zu Erkennende
M
26: „Dieses Dhamma, das ich erlangt habe ist tiefgründig, schwer zu sehen und
schwer zu verstehen, friedvoll und erhaben, durch bloßes Nachdenken nicht zu
erlangen, subtil, von den Weisen zu erfahren. Aber diese Generation ergötzt
sich am Verlangen, begeistert sich für das Verlangen, erfreut sich am
Verlangen. Es ist schwer für so eine Generation, diese Wahrheit zu erkennen,
nämlich die zugrundeliegende Bedingtheit, die bedingte Entstehung. Und es ist
schwer, diese Wahrheit zu erkennen, nämlich die Stillung aller Gestaltungen,
das Aufgeben, aller Vereinnahmungen, die Vernichtung des Begehrens, die
Lossagung, das Aufhören, Nibbana.“
Ud
8, 2:„Gar schwer zu sehen ist das Nicht-Belastete, die Wahrheit ist nicht
leicht zu sehen: Begehren wird vom Wissenden durchschaut, für den Sehenden gibt
es keine Hindernisse.“
A
III, 56: „Insofern man, Brahmane, diese restlose Erlöschung der Gier erfährt,
die restlose Erlöschung des Hasses und der Verblendung erfährt, ist das Nibbana
klar sichtbar, unmittelbar wirksam einladend, zum Ziele führend, den
Verständigen, jedem für sich verständlich.“
8) Ajaram - Das
Nicht-Verfallende, das Unverwelkliche, das Alterslose
A III,
48: „Drei Merkmale des Ungestalteten gibt es, ihr Mönche. Welche drei?
Kein Entstehen zeigt
sich; kein Vergehen zeigt sich; und keine Veränderung des Bestehenden
zeigt sich. Diese drei Merkmale des Ungestalteten gibt es, ihr Mönche.“
Dhp
348: „Laß los was war, laß los was kommt,
Laß
los auch was dazwischen liegt.
Das
Dasein überschreite
Mit
so allseits befreitem Geist,
Berührt
dich Geburt und Verfall nicht mehr.“
9)
Dhuvam
- Das Stabile, das Bleibende, das Dauerhafte, das Unerschütterliche
Itiv
62: „Befreit durch letztes Wissen, durch das Zerstören der Daseinsfesseln, hat
der Still-gewordene die Gewißheit: Unerschütterlich ist meine Befreiung.“
A
V, 98: „Mit fünf Dingen ausgestattet, ihr Mönche, wird ein Mönch, der sich der
Achtsamkeit bei Ein- und Ausatmung widmet in gar nicht langer Zeit zur
Unerschütterlichkeit vordringen. Welches sind diese fünf Dinge?
Da
ist der Mönch nicht betriebsam, nicht geschäftig, genügsam und leicht zu
befriedigen in seinen Lebensbedürfnissen. Er begnügt sich mit wenig Speise, ist
den leiblichen Genüssen nicht zugetan. Er schläft wenig, pflegt die Wachsamkeit.
er ist wissensreich, hat sich ein großes Wissen angesammelt. Er bedenkt wohl,
inwieweit sein Geist Befreiung fand.“
M
43: „Und auf welche Weise, Freund, sind
diese Zustände eins, nur mit verschiedenen Kennzeichen? Gier legt Maßstäbe an,
Haß legt Maßstäbe an, Verblendung legt Maßstäbe an. In einem Bhikkhu, dessen
Triebe vernichtet sind, sind diese aufgegeben, an der Wurzel abgeschnitten,
einem Palmenstumpf gleichgemacht, beseitigt, so daß sie künftigem Entstehen
nicht mehr unterworfen sind. Von allen Arten der unermeßlichen Herzensbefreiung
wird die unerschütterliche Herzensbefreiung als die beste hervorgehoben. Jene
unerschütterliche Herzensbefreiung aber ist leer von Gier, leer von Haß, leer
von Verblendung.
Gier ist ein Etwas, Haß ist ein Etwas, Verblendung ist
ein Etwas. In einem Bhikkhu, dessen Triebe vernichtet sind, sind diese
aufgegeben, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmenstumpf gleichgemacht,
beseitigt, so daß sie künftigem Entstehen nicht mehr unterworfen sind. Von
allen Arten der Herzensbefreiung durch Nichtsheit wird die unerschütterliche
Herzensbefreiung als die beste hervorgehoben. Jene unerschütterliche
Herzensbefreiung aber ist leer von Gier, leer von Haß, leer von Verblendung.
Gier schafft Merkmale, Haß schafft Merkmale, Verblendung
schafft Merkmale. In einem Bhikkhu, dessen Triebe vernichtet sind, sind diese
aufgegeben, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmenstumpf gleichgemacht,
beseitigt, so daß sie künftigem Entstehen nicht mehr unterworfen sind. Von
allen Arten der merkmallosen Herzensbefreiung wird die unerschütterliche
Herzensbefreiung als die beste hervorgehoben. Jene unerschütterliche
Herzensbefreiung aber ist leer von Gier, leer von Haß, leer von Verblendung.
Auf diese Weise sind diese Zustände eins, nur mit verschiedenen Kennzeichen.“
10) Apalokitam - Das
Unauflösliche, das Nichtzerfallende oder das Abschiednehmen
S
21, 10: „Was da, Thera, Vergangenes ist, das ist aufgegeben, was da Zukünftiges
ist, ist abgetan; und was hinsichtlich der gegenwärtigen Persönlichkeitsformen
Willen und Begehren ist, das ist völlig bezwungen. So, Thera, ist, ausführlich
erklärt, Einsiedlertum vollendet.“
Sn
8: „Wer nicht zu weit ging, nicht zurückblieb,
Wer
diese ganze Weltausbreitung überwand,
Ein
solcher Mönch gibt auf das Hier und auch das Dort
Wie
eine Schlange alte, abgenutzte Haut.“
Dhp
421: „Wer vorher, nachher oder in der Mitte
Nichts
mehr sein Eigen nennt,
Wer
nichts besitzt, an nichts mehr hängt,
Den
nenne ich Brahmane.“
11) Anidassanam - Das
Nicht-Hinweisende, das Unsichtbare, das Nicht-Offenkundige[3][3]
Ud
1,10: „Wo weder Wasser noch Erde, noch Feuer, noch Luft eine Stütze finden, da
scheinen keine Sterne, und die Sonne gibt kein Licht, auch der Mond strahlt
nicht und doch regiert das Dunkel nicht. Wenn der Weise, der Brahmane, dies
selbst erfahren hat, dann ist er frei von Form und Formlosigkeit, Frei von
Glück und Leid.“
D
28: „... er erkennt den fortlaufenden Bewußtseinsstrom eines Menschen, der sich
weder in dieser Welt noch in der nächsten auf irgend etwas stützt.“
S
I 4,23: „... mit stützelosem Bewußtsein, hat Godhika das Nibbana
erlangt.“
12) Nippapancam - Das
Nicht-Ausgebreitete, die Nicht-Vielfalt, das Unbehinderte
Dhp
254: „Die Menschheit erfreut sich an der Ausbreitung, Vollendete an Nicht-Ausbreitung.“
A
VII, 30: „Dieses Dhamma ist für einen, der sich an Nicht-Vielfalt erfreut; es
ist nicht für einen, der sich an Vielfalt erfreut.“
M
18: „Wenn man, Mönch, an dem, aufgrund dessen man Konzepten, die durch die
ausufernde Tendenz [des Geistes] charakterisiert sind. unterworfen ist, sich
weder erfreut, oder dies bestätigt, noch daran hängt, dann ist genau dies das
Ende der Neigungen zu Anhaften, Ansichten, Stolz, Ignoranz und Daseinsgier.
Genau dies bedeutet das Ende vom Ergreifen des Stockes, der Waffen, des
Streitens, des Anklagens, der Verleumdung und des Lügens. Eben hier werden
diese schlechten unheilsamen Zustände restlos aufgehoben.“
A
IV, 174a: „Wie weit die sechs Grundlagen des Sinneneindrucks reichen, so weit
eben reicht die (erklärbare) Welt der Vielfalt; und wie weit die Welt der
Vielfalt reicht, so weit eben reichen die sechs Grundlagen des Sinneneindrucks.
Mit der restlosen Aufhebung und Erlöschung der sechs Grundlagen des
Sinneneindrucks, erlischt die Welt der Vielfalt, gelangt die Welt der Vielfalt
zur Ruhe.“
S
12, 63:„Und wie ist, ihr Bhikkhus, der Nahrungsstoff Denktätigkeit des Geistes
zu verstehen? Gerade so, ihr Bhikkhus, wie wenn da eine über Mannesgröße tiefe
Kohlengrube angefüllt wäre mit glühenden, nicht mehr rauchenden Kohlen; und es
käme da ein Mann daher, der gerne leben möchte, der kein Verlangen hätte zu
sterben, der an Lustvollem Genuß hätte und Leidvollem widerstrebte; den nun
packten zwei kräftige Männer bei beiden Armen und schleppten ihn zu der
Kohlengrube: da wäre wohl, ihr Bhikkhus, weitab jenes Mannes Denken, weitab
sein Wunsch, weitab sein Verlangen. Warum das? Es wäre ja, ihr Bhikkhus, dem
Mann wohl bewußt: wenn ich in die Kohlengrube stürzen werde, erleide ich
infolge davon den Tod oder Schmerz, der zum Tode führt. Ganz ebenso, ihr
Bhikkhus, behaupte ich, ist der Nahrungsstoff Denktätigkeit des Geistes zu
verstehen. Wenn der Nahrungsstoff Denktätigkeit des Geistes, ihr Bhikkhus,
richtig erkannt ist, sind auch die drei Formen des Durstes richtig erkannt. Wenn
die drei Formen des Durstes richtig erkannt sind, dann, behaupte ich, gibt es
für den frommen Jünger künftighin nichts mehr zu tun.“
S
II 12,38: „Wenn einer nichts denkt, nichts beabsichtigt und keine Neigung zu
irgend etwas hat, besteht keine Grundlage für den Bestand des Bewußtseins. Wenn
keine Grundlage vorhanden ist, gibt es keine Stütze für das Begründen des
Bewußtseins. Wenn das Bewußtsein nicht begründet ist und nicht wächst, kommt es
zu keinem erneuten Werden. Gibt es kein erneutes Werden, so endet zukünftige
Geburt, Alter, Tod, Schmerz, Kummer, Leid, Betrübnis und Verzweiflung. Auf
solche Art kommt die Aufhebung der ganzen Masse des Leidens zustande.“[4][4]
Sn
1076: „Wenn ein Mensch erloschen ist, gibt es für ihn kein Maß mehr. Das womit
man ihn beschreiben könnte gibt es
für ihn nicht mehr, man kann nicht einmal sagen er existiere nicht mehr.
Wenn alle Wege des Seins, alle Phänomene beseitigt sind, sind alle
Beschreibungen hinfällig.“[5][5]
Sn 874: „Weder einer mit
gewöhnlichem Bewusstsein (sañña), noch einer ohne gewöhnliches
Bewusstsein. Er ist nicht unbewusst, noch hat er ein vom Körper unabhängiges
Bewusstsein
Er hat dem Bewusstsein von
„Form“ ein Ende gesetzt. Denn Konzepte, die durch ihre ausufernde Tendenz
charakterisiert sind, haben Wahrnehmung als Quelle.“
13) Santam - Der Friede, das
Stille
Dhp
202: „Kein Feuer brennt so wie die Gier, kein Übel zehrt so wie der Haß, kein
Leid den Daseinsgruppen gleicht, kein höheres Glück gibt´s als den Frieden.“
Sn
739: „Und nach Versiegung süchtigen Gefühls, befriedet ist er dann, erlöst.“
Dhp
368: „Der Mönch der stets in Güte verweilt, zu Buddhas Weisung voll Vertrauen,
erringt die stille Stätte bald, das Glück des Stillstands aller Gestaltungen.“
M
102: „Das ist der höchste Zustand erhabenen Friedens, der von Tathagata
entdeckt wurde, nämlich Befreiung durch Nicht-Anhaften, indem man den Ursprung,
das Verschwinden, die Befriedigung, die Gefahr und das Entkommen im Falle der
sechs Grundlagen für Kontakt der Wirklichkeit entsprechend versteht.“
M
140: „Denn dies ist der höchste edle Friede, nämlich die Befriedung von
Begierde, Haß und Verblendung. ...
Indem
man alle (Ich bin) Vorstellungen überwindet, wird man ein Weiser im Frieden
genannt. Und der Weise im Frieden ist nicht geboren, er altert nicht, er stirbt
nicht, er wird nicht erschüttert und nicht aufgeregt: Denn in ihm ist nichts
gegenwärtig wodurch er geboren werden könnte. Nicht geboren, wie könnte er
altern? Nicht alternd, wie könnte er sterben? Nicht sterbend, wie könnte er
erschüttert werden? Nicht erschüttert, wonach sollte er verlangen?“
14) Amatam - Das Todlose
Sn 225:„Diese Zerstörung (des
Begehrens), diese Loslösung, diese vorzügliche (ambrosische) Todlosigkeit,
erreicht vom Sakya-Weisen, innerlich gesammelt – nicht gibt es etwas, das
diesem dhamma gleicht“[6][6]
Sn
228: „Die frei sind von Begehren, mit starkem Geist fest verankert in Gotamas
Lehre, sie haben das erreicht was zu erreichen war, sind eingetaucht in das
todlose Nibbana.“
Dhp
374:„Wenn immer man im Geist erwägt, der Daseinsgruppen Auf- und Untergang,
erlangt Verzücken man und Glück: Der Kenner nennt´s das todlose Reich.“
A
X, 56:„Zehn Vorstellungen, ihr Mönche, wenn entfaltet und häufig geübt, bringen
hohen Lohn und Segen; sie münden im Todlosen, enden im Todlosen. Welche zehn?
Die Vorstellung der Unreinheit (des Körpers), des Todes, des Ekelhaften bei der
Nahrung, der Reizlosigkeit des ganzen Daseins, der Vergänglichkeit, des
Leidhaften in der Vergänglichkeit, der Ichlosigkeit im Leidhaften, des Aufgebens,
der Entsüchtung und des Erlöschens.“
A
IX,14:„Womit als Grundlage, Samiddhi, entstehen in einem Menschen Vorstellungen
und Gedanken?“
„Aufgrund
von Name-und-Form, Ehrwürdiger.“
„Worin
nehmen sie Vielfalt an?“
„In
den (Sinnen-) Elementen.“[7][7]
„Und
wodurch entstehen sie?“
„Durch
Kontakt entstehen sie.“
„Und
wo laufen sie zusammen?“
„Im
Gefühl.“
„Und
was steht an ihrer Spitze?“
„Die
Sammlung.“
„Und
was meistert sie?“
„Die
Achtsamkeit.“
„Und
wodurch werden sie transzendiert?“
„Durch
Weisheit.“
„Und
was ist ihre Essenz?“
„Die
Befreiung.“
„Und
worin münden sie?“
„Im
Todlosen, Ehrwürdiger.“#
15) Panitam - Das Vorzügliche, das
Erlesene
M
75: „Es gibt, Magandiya, ein Glück getrennt von sinnlichen Freuden, getrennt
von unheilsamen Zuständen, das die himmlische Glückseeligkeit übertrifft. ...
Das größte Gut ist die
Gesundheit, Nibbana ist das höchste Glück.“
Mv I, 2: „Freude ist die
Loslösung bei einem Zufriedenen, der die gehörte Wahrheit erschaut.
Freude ist Haßlosigkeit in der
Welt und Nichtverletzung der Lebewesen.
Freude ist Gierlosigkeit in
der Welt, sich befreien von Begierden.
Die Beseitigung der „Ich bin“
Einbildung, das ist fürwahr höchstes Wohl (paramam sukham).“
A IV, 34: „Was es auch an Gestaltetem (dhamma sankhata) gibt, als höchstes
darunter gilt der edle achtfache Pfad. Jene nun, die dem edlen achtfachen Pfade
vertrauen, die vertrauen auf das Höchste. Denen aber, die auf das Höchste
vertrauen, ist höchster Segen beschieden.
Was es
auch an Gestaltetem und Ungestaltetem (asankhata) gibt, als höchstes
darunter gilt die Entsüchtung, nämlich die Dünkelzerstörung, die Stillung des
Durstes, die Vernichtung des Haftens, das Durchbrechen der Daseinsrunde, das
Versiegen des Begehrens, die Entsüchtung, das Erlöschen, das Nibbana.
Diejenigen nun, die der Lehre der Entsüchtung vertrauen, die vertrauen auf das
Höchste. Denen aber, die auf das Höchste vertrauen, ist höchster Segen
beschieden.“
16) Sivam - Das Glücksverheißende
S
II 12, 68: „Es ist, Freund, wie wenn da am Wege durch eine Wüste ein Brunnen
wäre. Es wäre da aber kein Wasserkrug mit einem Seil. Und es käme da ein Mann
herbei, von Hitze gequält, von Hitze erschöpft, ermüdet, lechzend, durstig. Der
blickte in den Brunnen hinab. Wahrlich, in ihm wäre das Wissen: „Wasser!“ –
Aber er vermöchte es doch nicht körperlich berühren.
Ganz ebenso, Freund, habe ich mit rechter
Einsicht, wie es wirklich ist wohl gesehen, daß die Aufhebung des Werdens Nibbana
ist, doch bin ich kein Arahant in dem die Einflüsse vernichtet sind.“
17) Khemam - Die Sicherheit
M
16: „Ein Mönch, der auf solche Weise die fünfzehn Faktoren einschließlich des
Enthusiasmus (5 überwundene Wildnisse im Herzen – Zweifel bzgl. Buddha, Dhamma,
Sangha, die Übung, Zorn und Unzufriedenheit mit den Gefährten -; 5 gesprengte
Ketten im Herzen – Gier nach Sinnesvergnügen, nach dem Körper, nach Form,
übermäßiges Essen und Schlafen, Streben nach himmlischen Dasein - Entfaltung
der Machtfährten – Sammlung durch Absicht, Sammlung durch Energie, Sammlung
durch geistige Reinheit, Sammlung durch Erforschung - & Enthusiasmus) besitzt ist in der Lage
auszubrechen, zum Erwachen fähig, fähig die höchste Sicherheit vor dem
Gefesseltsein zu erlangen.“
18) Tanhakkayo - Die Zerstörung
von tanha, die Durstversiegung
S 56, 11: „Dies nun, ihr
Bhikkhus, ist die edle Wahrheit von der Leidensauflösung: Es ist das
rückstandslose Verblassen und Erlöschen, das Aufgeben, Verzichten, Loslassen
und Zurückweisen genau dieses Durstes.“[8][8]
Itiv
2, 44: „Den nicht-bedingten Zustand haben sie erkannt, befreit im Geist, die
Nabelschnur des Daseins durchschnitten, die Dhamma-Essenz haben sie erlangt und
erfreuen sich am Erlöschen des Begehrens – diese Gestillten haben alles werden
hinter sich gelassen.“
S
38, 1: „Die Vernichtung von Lust, die Vernichtung von Haß, die Vernichtung von
Verblendung, das Freund, wird Nibbana genannt.“
S 23, 2:
„Von einem (Lebe-) Wesen spricht man, Herr.
Inwiefern nun, Herr, spricht man von einem (Lebe-) Wesen?“
„Was da
Wille, Gier, Lust und Begehren zur Körperlichkeit ist, da hängt man (satto),
da hängt man fest (visatto); daher heißt es (Lebe-) Wesen (satto).
Was da, R¤dha, Wille, Gier, Lust und Begehren zum Gefühl ist - zur Wahrnehmung
- zu den Gestaltungen - zum Bewußtsein, da hängt man, da hängt man fest; daher
heißt es (Lebe-) Wesen.
Es ist,
Radha, wie wenn kleine Knaben oder Mädchen mit Sandburgen spielen. Solange sie
zu diesen Sandburgen nicht die Gier verloren haben, Willen, Dürsten, Verlangen
und Begehren nicht verloren haben, da hängen sie an diesen Sandburgen, sind
vernarrt in sie, schätzen und lieben sie leidenschaftlich.
Wenn
aber, Radha, diese kleinen Knaben oder Mädchen die Gier nach diesen Sandburgen
verloren haben, den Willen, das Dürsten, Verlangen und Begehren verloren haben,
da werden sie diese Sandburgen mit Händen und Füßen niederreißen, zerstören und
zertrümmern, werden aufhören, damit zu spielen.
Ebenso
auch, Radha, reißt nieder die Körperlichkeit, zerstört und zertrümmert sie,
hört auf, mit ihr zu spielen, und der Versiegung des Begehrens (danach) diene
euer Leben! Reißt nieder das Gefühl, zerstört und zertrümmert es, hört auf,
damit zu spielen, und der Versiegung des Begehrens (danach) diene euer Leben!
Reißt nieder die Wahrnehmung, zerstört und zertrümmert sie, hört auf, damit zu
spielen, und der Versiegung des Begehrens (danach) diene euer Leben! Reißt
nieder die Gestaltungen, zerstört und zertrümmert sie, hört auf, damit zu
spielen, und der Versiegung des Begehrens (danach) diene euer Leben! Reißt
nieder das Bewußtsein, zerstört und zertrümmert es, hört auf, damit zu spielen,
und der Versiegung des Begehrens (danach) diene euer Leben! Denn Versiegung des
Begehrens, Radha: das ist Nibbana!“
19)
Accharyam
- Das Erstaunliche, das Wunderbare
Sn 1086: „Das Wollen und
Lüsten zu den angenehmen Dingen überwinden, ob sie gesehen, gehört, empfunden
oder erkannt werden, ist das Nibbana, Hemaka.“
S
51,15: „Zu welchem Zwecke wird denn wohl, Herr Anando, beim Asketen Gotamo der
Brahma-Wandel geführt?“
„Zur
Überwindung des Willens, Brahmane, wird beim Erhabenen der Brahma-Wandel
geführt.“
„Gibt
es aber auch, Herr Anando, einen Pfad, gibt es ein Vorgehen, um diesen Willen
zu überwinden?“
„Es
gibt wohl, Brahmane, einen Pfad, es gibt ein Vorgehen, um diesen Willen zu
überwinden.“
„Was
ist das aber, Herr Anando, für ein Pfad, was ist das für ein Vorgehen, um
diesen Willen überwinden zu können?“
„Da
entfaltet der Mönch, Brahmane, die Grundlage für spirituelle Macht, die
Konzentration durch Wollen und vorsätzliche Strebensgestaltungen besitzt. Er
entwickelt die Grundlage für spirituelle Macht, die Konzentration durch Energie
... Konzentration durch Geist ... Konzentration durch Erforschung und
vorsätzliche Strebensgestaltungen besitzt.[9][9] Das eben ist, Brahmane, der
Pfad, das ist das Vorgehen, um diesen Willen überwinden zu können.“
„Ist
es also, Herr Anando, dann haben wir eine unendliche Linie und kommen zu keinem
Abschluß: denn daß da einer durch den Willen den Willen überwinden könnte, das
gibt es nicht.“
„Da
darf ich wohl, Bramahne, eben hierüber eine Frage an dich richten, wie es dir
gut dünkt, magst du sie beantworten. Was meinst du wohl, Brahmane, hattest du
vorher den Wunsch, nach dem Park zu gehen, und hat sich, nachdem du hergekommen
bist, der Wille danach gelegt?“
„Gewiß,
Herr.“
„Hattest
du vorher die Energie, nach dem Park zu gehen aufgebracht und ist, nachdem du
hergekommen bist, die dazu nötige Energie abgeklungen?“
„Gewiß,
Herr.“
„Hast
du vorher den geistigen Entschluß gefaßt, in den Park zu gehen und ist, nachdem
du hergekommen bist, dein Geist insofern beschwichtigt?“
„Gewiß,
Herr.“
„Hast
du dich vorher gefragt „Soll ich in den Park gehen?“ und hat sich, nachdem du
hergekommen bist, diese Frage erledigt?“
„Gewiß,
Herr.“
„Ganz
ebenso ist es, Brahmane, wenn ein Mönch heilig geworden ist, ein
Triebversiegter, ein Vollendeter, der das Werk gewirkt, die Last abgelegt, das
Heil sich errungen, die Daseinsfesseln vernichtet, sich durch vollkommene
Erkenntnis erlöst hat: Dann ist sein vorheriger Wunsch, heilig zu werden, nach
Erreichung der Heiligkeit erloschen; was er vorher an Energie aufbrachte um
heilig zu werden, ist nach Erreichung der Heiligkeit erloschen; wenn er vorher
seinen Geist darauf richtete heilig zu werden, ist dieses Herzensanliegen nach
Erreichung der Heiligkeit beschwichtigt; was er vorher erforschte um die
Heiligkeit zu erreichen, ist nach Erreichung der Heiligkeit erledigt. Was
meinst du wohl, Brahmane, wenn es so ist, haben wir dann eine unendliche Linie
oder kommen wir zu einem Abschluß?“
„Freilich,
Herr Anando, wenn es so ist, dann haben wir keine unendliche Linie, sondern wir
kommen zu einem Abschluß.“
20) Abbhotam - Das
Außerordentliche
M 140:„Denn dies ist der
höchste edle Verzicht, nämlich der Verzicht auf alles Ergreifen.“
A IV, 45:
„Wahrlich, so sage ich, Freund: Nicht ist man imstande, durch Gehen das Ende
der Welt zu erreichen, da wo es weder Geburt gibt, noch Altern und Sterben,
weder Erstehen, noch Abscheiden. Doch nicht kann man, sage ich, Freund, ohne
der Welt Ende erreicht zu haben, dem Leiden ein Ende machen. Das aber verkünde
ich, Freund: in eben diesem klafterhohen, mit Wahrnehmung und Bewußtsein
versehenen Körper, da ist die Welt enthalten, der Welt Entstehung, der Welt
Ende und der zu der Welt Ende führende Pfad.“
M 37: „Nichts, was immer es
auch sei, sollte ergriffen und festgehalten werden.“
S 23, 1:
„Die rechte Betrachtung nun, Herr, welchen Zweck hat sie?“
„Rechte
Betrachtung, Radha, hat Abwendung zum Zweck.“
„Welchen
Zweck hat Abwendung, Herr?“
„Abwendung,
Radha, hat Entsüchtung zum Zweck.“
„Welchen
Zweck nun hat Entsüchtung, Herr?“
„Entsüchtung,
Radha, hat Befreiung zum Zweck.“
„Welchen
Zweck hat nun Befreiung, Herr?“
„Befreiung,
Radha, hat Nibbana zum Zweck.“
„Welchen
Zweck hat nun Nibbana, Herr?“
„Überschritten
ist nun das Fragen, Radha, nicht kann man den Begriff der Frage fassen. Denn im
Nibbana zu münden, Radha, wird der Heilige Wandel gelebt, Nibbana
hat er zum Ziel, Nibbana zum Ende.“
21) Atitikam - Die Freiheit von
Schaden, das Notlose, das Nichtangekränkelte, das Unbeschädigte, das
Unverwundbare
A III, 56: „Von Gier
getrieben, ihr Mönche, durch Haß erbost, durch Verblendung betört und
überwältigt, im Geiste gefesselt, sinnt man auf eigenen Schaden, sinnt man auf
fremden Schaden, sinnt auf beiderseitigen Schaden, erfährt man geistige Qual
und Trübsal. Sind aber Gier, Haß und Verblendung verschwunden, so sinnt man
weder auf eigenen Schaden, noch auf fremden Schaden, noch auf beiderseitigen
Schaden und empfindet keine geistige Qual und Trübsal. Auf diese Weise ist das Nibbana
an keine Zeit gebunden, bereits bei Lebzeiten erkennbar, einladend, anziehend
und dem Weisen verständlich.“
22) Anitikadhammam - Der Zustand
der Schadensfreiheit
Dhp
294:„Hat Vater (Ich-bin-Dünkel), Mutter (Begierde) er erschlagen, dazu zwei
Adelskönige (Ewigkeitsansicht und Vernichtungsansicht), samt Gefolge (Lust und
Gier) und dem Volk (zwölf Sinnesgrundlagen) zieht leidlos hin der Heilige.“
23) Nibbanam - Das Erlöschen
M
72: „Was meinst du, Vaccha? Angenommen, ein
Feuer würde vor dir brennen. Würdest du wissen: 'Dieses Feuer brennt vor mir'?“
„Das würde ich, Meister Gotama.“
„Wenn dich jemand fragen sollte, Vaccha: 'In
Abhängigkeit wovon brennt dieses Feuer, das da vor dir brennt?' - so gefragt,
was würdest du antworten?“
„So gefragt, Meister Gotama, würde ich antworten:
'Dieses Feuer, das da vor mir brennt, brennt in Abhängigkeit von Gras und
Zweigen.'“
„Wenn jenes Feuer vor dir erlöschen sollte, würdest du
wissen: 'Dieses Feuer vor mir ist erloschen'?“
„Wenn jenes Feuer vor mir erlöschen sollte, Meister
Gotama, würde ich wissen: 'Dieses Feuer vor mir ist erloschen.'“
„Wenn dich jemand fragen sollte, Vaccha: 'Als jenes
Feuer vor dir erlosch, in welche Richtung ging es da: nach Osten, Westen,
Norden oder Süden?' - so gefragt, was würdest du antworten?“
„Das ist nicht zutreffend, Meister Gotama. Das Feuer
brannte in Abhängigkeit von seinem Brennstoff von Gras und Zweigen. Wenn er
verbraucht ist, falls es keinen weiteren Brennstoff erhält, wenn es ohne
Brennstoff ist, gilt es als erloschen.“
A IX, 34: „Ein Glück, ihr Brüder, ist das Nibbana!
Ein Glück, Brüder, ist das Nibbana!“
Auf diese
Worte sprach der ehrwürdige Udayi zum ehrwürdigen Sariputta also:
„Wie kann denn, Bruder, ein Glück dort bestehen, wo es keine Gefühle mehr gibt?“[10][10]
„Darin,
Bruder, besteht ja gerade das Glück, daß es dort keine Gefühle mehr gibt.
... Da
gewinnt der Mönch nach völliger Überwindung des Gebietes von
Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung die Erlöschung von Wahrnehmung und
Gefühl; und kraft der Weisheit gelangen in ihm die Triebe zur Versiegung. In
diesem Sinne eben, Bruder, hat man das Nibbana als ein Glück anzusehen.“
S
12, 53. „Bei dem, ihr Bhikkhus, der das Schädliche an den Dingen, die mit den
Fesseln[11][11] zusammenhängen, im Auge hat,
wird der Durst aufgehoben. Aus der Aufhebung des Durstes folgt Aufhebung des
Erfassens; aus der Aufhebung des Erfassens folgt Aufhebung des Werdens; aus der
Aufhebung des Werdens folgt Aufhebung der Geburt; durch Aufhebung der Geburt
werden Alter und Tod, Schmerz, Kummer, Leid, Betrübnis und Verzweiflung
aufgehoben. Auf solche Art kommt die Aufhebung der ganzen Masse des Leidens
zustande.
Gerade
so, ihr Bhikkhus, wie wenn da vermöge des Öls und vermöge des Dochtes eine
Öllampe brännte, und (wie wenn) da nicht ein Mann von Zeit zu Zeit Öl nachgösse
und Docht hinzugäbe; auf solche Art würde ja, ihr Bhikkhus, die Öllampe, da der
frühere Stoff zum Erfassen zu Ende gegangen und anderer nicht herbeigebracht
ist, weil ohne Nahrungsstoff, erlöschen.“
24) Avyapajjho
- Das Unbedrängte, das Unbelastete
S 12, 63: „Gerade so, ihr
Bhikkhus, wie wenn da eine Kuh mit aufgerissener Haut bei einer Mauer stünde,
so würden die in der Mauer hausenden Lebewesen von ihr zehren; wenn sie bei
einem Baum stünde, so würden die im Baum hausenden Lebewesen von ihr zehren;
wenn sie im Wasser stünde, so würden die im Wasser hausenden Lebewesen von ihr
zehren; wenn sie in der freien Luft stünde, so würden die in der freien Luft
hausenden Lebewesen von ihr zehren. Wo immer ja, ihr Bhikkhus, die Kuh mit
aufgerissener Haut stünde, da würden immer die an der jeweiligen Stelle
hausenden Lebewesen von ihr zehren: Ganz ebenso, ihr Bhikkhus, behaupte ich,
ist der Nahrungsstoff Kontakt zu verstehen.
Wenn
der Nahrungsstoff Kontakt richtig erkannt ist, ihr Bhikkhus, sind auch die drei
Formen des Gefühls richtig erkannt. Wenn die drei Formen des Gefühls richtig
erkannt sind, dann, behaupte ich, gibt es für den edlen Schüler fürderhin
nichts mehr zu tun.“
S
22, 22: „Die fünf Daseinsgruppen sind wahrlich Lasten, der Lastenträger ist die
Person. Das Aufnehmen der Last ist Leiden in dieser Welt, das Abwerfen der Last
Glückseeligkeit. Sind die schweren Lasten abgelegt ohne erneut andere Lasten
aufzunehmen, ist das Begehren mit der Wurzel ausgerissen, ist man frei von
Hunger, völlig erloschen.“
25) Virago - Nicht-Anhaften, die
Entreizung, die Begierdelosigkeit, die Leidenschaftslosigkeit, die Entsüchtung
M
148:„Wenn er ernüchtert wird, wird er begierdelos. Durch Begierdelosigkeit ist
er befreit.“
S
12, 62: „Infolge einer Berührung, ihr Bhikkhus, mit etwas, das lustvoll zu
empfinden ist, entsteht eine lustvolle Empfindung. Nach Aufhebung eben dieser
Berührung mit etwas das lustvoll zu empfinden ist, wird auch das Empfinden, das
dadurch erzeugt ist, nämlich die lustvolle Empfindung, die entstanden ist
infolge der Berührung mit etwas, das lustvoll zu empfinden ist, aufgehoben, es
wird gestillt. Infolge einer Berührung, ihr Bhikkhus, mit etwas, das leidvoll
zu empfinden ist, ... . Infolge einer Berührung, ihr Bhikkhus, mit etwas, das
weder leidvoll noch lustvoll zu empfinden ist, ... .
Gerade
so, ihr Bhikkhus, wie durch die Reibung und die enge Vereinigung zweier Hölzer
Hitze erzeugt wird und Feuer entsteht, infolge der Trennung aber und der
Sonderung eben dieser beiden Hölzer die dadurch erzeugte Hitze aufgehoben und
gestillt wird:
Wenn
ein unterrichteter frommer Jünger so sieht, dann faßt er Widerwillen gegen die
Berührung, faßt Widerwillen gegen die Empfindung, faßt Widerwillen gegen die
Wahrnehmung, faßt Widerwillen gegen die Gestaltungen, faßt Widerwillen gegen
das Bewußtsein. Und wenn er Widerwillen faßt, wird er gleichgültig, und infolge
der Gleichgültigkeit löst er sich los. Wenn er sich losgelöst hat, entsteht in
ihm die Erkenntnis: ich habe mich losgelöst. Er erkennt: vernichtet ist die
Geburt; gelebt der heilige Wandel; vollbracht ist, was zu vollbringen war;
nichts mehr habe ich fürderhin zu tun mit dem weltlichen Dasein.“
26)
Suddhi
– Reinheit
Dhp
277-279: „Vergänglich sind alle Gestaltungen, unbefriedigend sind alle
Gestaltungen, wesenlos sind alle Dinge, wer das mit Weisheit hat erkannt, der
löst sich dann vom Leiden ab. Das ist der Weg zur Reinheit.“[12][12]
27)
Vimutti
- Die Erlösung, die Befreiung
Ud 5, 5: „Wie der große Ozean
nur einen Geschmack hat, den Geschmack des Salzes, sohat auchdieser
Dhamma-Vinaya nur einen Geschmack, den Geschmack der Befreiung.“
S
12, 63: „Und wie ist, ihr Bhikkhus, der Nahrungsstoff Bewußtsein zu verstehen?
Gerade so, ihr Bhikkhus, wie wenn da die Leute einen verbrecherischen Räuber
eingefangen hätten und ihn dem König vorführten: ,Hier, Majestät, ist der
verbrecherische Räuber; verhänge über ihn die Strafe, die dir beliebt.' Darauf
hin spräche der König: ,Geht, ihr Leute, und trefft den Mann um die Morgenzeit
mit hundert Spießen', und sie träfen ihn um die Morgenzeit mit hundert Spießen.
Und um die Mittagszeit spräche der König also: ,Ihr Leute, wie ist es mit dem
Mann?' - ,Noch ist er am Leben, Majestät.' - Daraufhin spräche der König:
,Geht, ihr Leute, und trefft den Mann um die Mittagszeit mit hundert Spießen',
und sie träfen ihn um die Mittagszeit mit hundert Spießen. Und um die Abendzeit
spräche der König also: ,Ihr Leute, wie ist es mit dem Mann?' - ,Noch ist er am
Leben Majestät.' - Daraufhin spräche der König also: ,Geht, ihr Leute und
trefft den Mann um die Abendzeit mit hundert Spießen', und sie träfen ihn um
die Abendzeit mit hundert Spießen. Was haltet ihr davon, ihr Bhikkhus? Würde
wohl der Mann, von dreihundert Spießen getroffen, dadurch Schmerz und Qual
empfinden?
Schon
von einem einzigen Spieß getroffen, Herr, würde er dadurch Schmerz und Qual
empfinden, geschweige denn, von dreihundert Spießen getroffen.
Ganz
ebenso, ihr Bhikkhus, behaupte ich, ist der Nahrungsstoff Bewußtsein zu
verstehen.[13][13]
Wenn
der Nahrungsstoff Bewußtsein, ihr Bhikkhus, richtig erkannt ist, ist auch Name
und Form richtig erkannt. Wenn Name und Form richtig erkannt ist, dann,
behaupte ich, gibt es für den frommen Jünger künftighin nichts mehr zu tun.“
28) Analayo - Das Haftlose
M 140:„Weil er keinerlei
Bedingung formt und keinerlei Willensregung in Richtung Werden oder
Nicht-Werden erzeugt, haftet er an
nichts in der Welt. Wenn er nicht haftet, ist er nicht aufgeregt. Wenn er nicht
aufgeregt ist, erlangt er persönlich Nibbana.“
29)Dipham
- Die Insel
Sn
1093/1094: „Kappa, sagte der Erhabene, zum Wohle der Menschen, die inmitten des
Meers des Werdens stecken, jenen die Alter und Tod unterworfen sind, werde ich
dir sagen, wo man festen Boden finden kann. Es gibt eine Insel,
unübertrefflich, ein Ort des Nicht-Besitzens, des Nicht-Haftens. Das nenne ich Nibbana,
das vollkommene Ende von Alter und Tod.“
Thag
412: „Wie wilde Springflut näher wogt und näher, so
überwältigt Leben dich und Sterben: Du selber sei das feste Felseneiland, ein
andrer Schutz ist nirgends dir beschieden.“
M 140: „Die Fluten der Vorstellung (maññussava)
spülen über einen, der auf diesen Grundlagen steht, nicht mehr hinweg, und wenn
die Fluten der Vorstellung nicht mehr über ihn hinwegspülen, dann wird er ein
„Weiser im Frieden (muni santoti)“ genannt.“
30) Lena - Die Höhle, die
Geborgenheit
31) Tanam - Der Unterstand, die
Rettung
32) Saranam - Die Zuflucht
M 86:„Und obwohl Blut einst
meine Hände befleckte und mein Name „Fingergirlande“ war, sieh welche Zuflucht
ich gefunden habe: Die Fessel des Werdens wurde durchschnitten.“
33) Parayanam - Das höchste Ziel,
das jenseitige Ufer
A
IV, 5: „Welches aber ist der Mensch, der den Strom
durchkreuzt und das jenseitige Ufer erreicht hat, der Heilige, der auf festem
Boden steht? Da erreicht einer durch Versiegung der Triebe noch bei Lebzeiten
die triebfreie Gemütserlösung und Weisheitserlösung sie selber erkennend und
verwirklichend. Dieser gilt als ein Mensch, der den Strom durchkreuzt und das
jenseitige Ufer erreicht hat, ein Heiliger, der auf festem Boden steht.“
Sn
714: „Nibbana wird nicht zweimal erkannt, die Wahrnehmung des anderen
Ufers wird stufenweise verwirklicht.“
Sn
803: „Der echte Brahmane hängen nicht an Regeln und Riten. Er formt keine
Dogmen und hat keine Vorlieben, starre Ansichten schätzt er nicht. So
gelangt der Standhafte zum anderen Ufer und kehrt nie mehr zurück.“
Dhp 385:
„Für wen es weder ein anderes Ufer, noch ein diesseitiges Ufer noch beide gibt,
unbeschwert und ungefesselt – ihn nenne ich einen Brahmanen.“
Sn 8: „Wer
nicht zu weit ging, nicht zurückblieb,
Wer diese ganze
Weltausbreitung überwand,
Ein solcher Mönch gibt beide
Seiten auf,
Wie eine Schlange alte,
abgenutzte Haut.“
Zwei
Arten?
Itiv 44: „Bhikkhus, es
gibt diese zwei Nibbana-dhatu. Welche zwei? Das Nibbana-dhatu mit
Stützen (upadhi) und das Nibbana-dhatu ohne Stützen. [14][14]
Was, bhikkhus, ist das Nibbana-dhatu
mit Stützen?
Hier, bhikkhus, ist ein
bhikkhu ein Arahat, der die Einflüsse aufgelöst hat; er hat sein Leben
gelebt und getan, was zu tun war, hat die Last abgelegt, das höchste Ziel
errungen, hat komplett die Fesseln des bhava zerstört, befreit durch
perfektes Wissen. In ihm sind noch die fünf Sinne funktionsfähig. Deshalb
erlebt er noch angenehme und unangenehme Dinge, fühlt Wohl und Schmerzen. In
ihm wird die Zerstörung der Gier, des Hasses und der Verblendung das Nibbana-dhatu
mit Stützen genannt.
Was, bhikkhus, ist das Nibbana-dhatu
ohne Stützen?
Hier, bhikkhus, ist ein
bhikkhu ein Arahat, der die Einflüsse aufgelöst hat; er hat sein Leben
gelebt und getan, was zu tun war, hat die Last abgelegt, das höchste Ziel
errungen, hat komplett die Fesseln des bhava zerstört, befreit durch
perfektes Wissen. Aber in ihm wird alles, was gefühlt wird, kühl, weil er sich
nicht daran erfreut.[15][15]
Das, bhikkhus, wird das Nibbana-dhatu ohne Stützen genannt.“ [16][16]
Ud 8, 1:„Bhikkhus, es
gibt jenes Gebiet, worin es weder Erde noch Wasser gibt, weder Feuer noch Luft,
keinen Bereich des unendlichen Raums, des unendlichen Bewußtseins, der
Nichtetwasheit, der weder Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung, nicht diese Welt,
nicht jene Welt, weder Sonne noch Mond. Dort, bhikkhus, gibt es weder
Kommen noch Gehen, kein Bestehen[17][17],
kein Vergehen, kein Entstehen. Es ist ohne Stützen, ohne Werden, ohne Objekt.
Das ist in der Tat das Ende vom Leiden“.
Ud 8.4: „Für den, der
anhaftet, gibt es Aufregung. Für den, der nicht anhaftet, gibt es keine
Aufregung. Ohne Aufregung ist Ruhe. Wenn Ruhe ist, gibt es keine Neigung. Ohne
Neigung gibt es kein Kommen und Gehen. Ohne Kommen und Gehen gibt es keinen Tod
und keine Geburt. Ohne Tod und Geburt gibt es kein „hier“, kein „dort“ und auch
nichts dazwischen. Das ist in der Tat das Ende vom Leiden.“
D 1: „Wo bekommen Erde,
Wasser, Feuer und Luft keinen Anhaltspunkt (nagadhati)? Wo gehen lang
und kurz, groß und klein, günstig und ungünstig und das Benennende und Benannte
ohne Überrest unter (asesam uparujjhati)?“[18][18]
„Das nicht-hinweisende
Bewußtsein, das grenzenlose[19][19],
das alles zurücklassende[20][20]-
hier ist es, wo Erde, Wasser, Feuer und Luft keinen Anhaltspunkt finden. Hier
ist es, wo lang und kurz, groß und klein, günstig und ungünstig, Name-und-Form
sich ohne Überrest auflösen. Mit der Auflösung des Bewußtseins lösen sie sich
auf.“
M
72: „Was meinst du, Vaccha? Angenommen, ein
Feuer würde vor dir brennen. Würdest du wissen: 'Dieses Feuer brennt vor mir'?“
„Das würde ich, Meister Gotama.“
„Wenn dich jemand fragen sollte, Vaccha: 'In
Abhängigkeit wovon brennt dieses Feuer, das da vor dir brennt?' - so gefragt,
was würdest du antworten?“
„So gefragt, Meister Gotama, würde ich antworten:
'Dieses Feuer, das da vor mir brennt, brennt in Abhängigkeit von Gras und
Zweigen.'“
„Wenn jenes Feuer vor dir erlöschen sollte, würdest du
wissen: 'Dieses Feuer vor mir ist erloschen'?“
„Wenn jenes Feuer vor mir erlöschen sollte, Meister
Gotama, würde ich wissen: 'Dieses Feuer vor mir ist erloschen.'“
„Wenn dich jemand fragen sollte, Vaccha: 'Als jenes
Feuer vor dir erlosch, in welche Richtung ging es da: nach Osten, Westen,
Norden oder Süden?' - so gefragt, was würdest du antworten?“
„Das ist nicht zutreffend, Meister Gotama. Das Feuer
brannte in Abhängigkeit von seinem Brennstoff von Gras und Zweigen. Wenn er
verbraucht ist, falls es keinen weiteren Brennstoff erhält, wenn es ohne
Brennstoff ist, gilt es als erloschen.[21][21]
Ebenso, Vaccha, ist jene Form (Gefühl ... Wahrnehmung
... Gestaltungen ... Bewußtsein), die jemand, der den Tath¤gata beschreibt, zur Beschreibung
heranziehen könnte, vom Tath¤gata
überwunden worden, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmenstrunk gleich
gemacht, beseitigt, so daß sie künftigem Entstehen nicht mehr unterworfen ist.
Der Tathgata ist von der Begrifflichkeit der Form (Gefühl ... Wahrnehmung ...
Gestaltungen ... Bewußtsein) befreit, Vaccha, er ist tiefgründig, unermeßlich,
schwer zu ergründen wie der Ozean. Der Ausdruck 'wiedererscheinen' ist nicht
zutreffend, der Ausdruck 'nicht wiedererscheinen' ist nicht zutreffend, der
Ausdruck 'sowohl wiedererscheinen, als auch nicht wiedererscheinen' ist nicht
zutreffend, der Ausdruck 'weder wiedererscheinen, noch nicht wiedererscheinen'
ist nicht zutreffend.“
Ud 5,5: „Obwohl die Flüsse der Welt in den großen Ozean
fließen und es aus dem Himmel auf ihn herabregnet ist kein Zunehmen oder
Abnehmen an ihm erkennbar. Gerade so ist auch beim Nibbana-dhatu kein
Zunehmen oder Abnehmen erkennbar auch wenn viele Bhikkhus das stützenlose Nibbana-dhatu
erreichen.“
Nibbana
als Heilmittel
M
75: „Angenommen, Magandiya, es gäbe einen Leprakranken mit Wunden und Blasen an
den Gliedern, der, von Würmern zerfressen, mit den Fingernägeln den Schorf von
seinen wunden Stellen kratzte und seinen Körper zur Erleichterung über einer
Grube mit brennender Holzkohle einbrannte. Dann würden seine Freunde und
Gefährten, seine Angehörigen und Verwandten einen Arzt herbeischaffen, um ihn
zu behandeln. Der Arzt würde eine Medizin für ihn zubereiten, und mit Hilfe
dieser Medizin würde der Mann von der Lepra geheilt, und er würde gesund und
glücklich sein, unabhängig, sein eigener Herr, in der Lage zu gehen, wohin es
ihm beliebt. Dann könnte er einen anderen Leprakranken sehen, mit Wunden und
Blasen an den Gliedern, der, von Würmern zerfressen, mit den Fingernägeln den
Schorf von seinen wunden Stellen kratzte und seinen Körper zur Erleichterung
über einer Grube mit brennender Holzkohle einbrannte. Was meinst du, Magandiya? Würde jener Mann jenen
Leprakranken um seine Grube mit brennender Holzkohle oder um den Gebrauch von
Medizin beneiden?“
„Nein, Meister Gotama. Warum ist das so? Weil im
Krankheitsfalle Medizin zubereitet werden muß, und wenn es keine Krankheit
gibt, es nicht nötig ist, Medizin zuzubereiten.“
„Ebenso, Magandiya,
vergnügte ich mich früher, als ich ein Leben zu Hause führte, versorgt und
ausgestattet mit den fünf Strängen sinnlichen Vergnügens: mit Formen, die mit
dem Auge erfahrbar sind, die erwünscht, begehrt, angenehm und liebenswert sind,
die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde hervorrufen; mit Klängen, die
mit dem Ohr erfahrbar sind, die erwünscht, begehrt, angenehm und liebenswert
sind, die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde hervorrufen; mit Gerüchen,
die mit der Nase erfahrbar sind, die erwünscht, begehrt, angenehm und
liebenswert sind, die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde hervorrufen;
mit Geschmäckern, die mit der Zunge erfahrbar sind, die erwünscht, begehrt,
angenehm und liebenswert sind, die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde
hervorrufen; mit Berührungsobjekten, die mit dem Körper erfahrbar sind, die
erwünscht, begehrt, angenehm und liebenswert sind, die mit Sinnesgier verbunden
sind und Begierde hervorrufen. Ich hatte drei Paläste, einen für die Regenzeit,
einen für den Winter und einen für den Sommer. Ich hielt mich die vier Monate
der Regenzeit über im Regenzeit-Palast auf, vergnügte mich mit Musikern, die
alle Frauen waren, und ich ging nicht zum unteren Palast hinunter.
Bei einer späteren Gelegenheit, nachdem ich den
Ursprung, das Verschwinden, die Befriedigung, die Gefahr und das Entkommen im
Falle der Sinnesvergnügen der Wirklichkeit entsprechend kannte, überwand ich
das Begehren nach Sinnesvergnügen, entfernte ich das Fieber nach
Sinnesvergnügen, und ich verweile ohne Durst, mit einem Geist, der inneren
Frieden hat. Ich sehe andere Wesen, die nicht frei von Sinnesbegierde sind, die
vom Begehren nach Sinnesvergnügen verzehrt werden, die vor Fieber nach
Sinnesvergnügen brennen, die in Sinnesvergnügen schwelgen, und ich beneide sie
nicht, auch ergötze ich mich nicht daran. Warum ist das so? Magandiya, weil es eine Freude gibt,
abseits von Sinnesvergnügen, abseits von unheilsamen Geisteszuständen, welche
himmlische Glückseligkeit übertrifft. Da ich mich an jenem erfreue, beneide ich
nicht, was geringer ist, auch ergötze ich mich nicht daran.
Angenommen, Magandiya,
es gäbe einen Leprakranken mit Wunden und Blasen an den Gliedern, der, von
Würmern zerfressen, mit den Fingernägeln den Schorf von seinen wunden Stellen
kratzte und seinen Körper zur Erleichterung über einer Grube mit brennender
Holzkohle einbrannte. Dann würden seine Freunde und Gefährten, seine
Angehörigen und Verwandten einen Arzt herbeischaffen, um ihn zu behandeln. Der
Arzt würde Medizin für ihn zubereiten, und mit Hilfe dieser Medizin würde der
Mann von der Lepra geheilt, und er würde gesund und glücklich sein, unabhängig,
sein eigener Herr, in der Lage zu gehen, wohin es ihm beliebt. Dann würden ihn
zwei starke Männer an den Armen packen und in Richtung einer Grube mit
brennender Holzkohle schleppen. Was meinst du, Magandiya? Würde dieser Mann seinen Körper drehen und winden?“
„Ja, Meister Gotama. Warum ist das so? Weil die
Berührung jenes Feuers in der Tat schmerzhaft ist, heiß und sengend.“
„Was meinst du, Magandiya?
Ist die Berührung jenes Feuers nur jetzt schmerzhaft, heiß und sengend oder war
die Berührung jenes Feuers auch früher schon schmerzhaft, heiß und sengend?“
„Meister Gotama, die Berührung jenes Feuers ist jetzt
schmerzhaft, heiß und sengend und sie war auch früher schon schmerzhaft, heiß
und sengend. Denn als jener Mann ein Leprakranker war, mit Wunden und Blasen an
den Gliedern, der, von Würmern zerfressen, mit den Fingernägeln den Schorf von
seinen wunden Stellen kratzte, waren seine Sinne beeinträchtigt; daher, obwohl
die Berührung des Feuers in Wirklichkeit schmerzhaft war, nahm er sie
fälschlicherweise als angenehm wahr.“
„Ebenso, Magandiya,
war die Berührung von Sinnesvergnügen in der Vergangenheit schmerzhaft, heiß
und sengend; in der Zukunft wird die Berührung von Sinnesvergnügen schmerzhaft,
heiß und sengend sein; und jetzt in der Gegenwart ist die Berührung von
Sinnesvergnügen schmerzhaft, heiß und sengend. Aber diese Wesen, die nicht frei
von Begehren nach Sinnesvergnügen sind, die vom Begehren nach Sinnesvergnügen
verzehrt werden, die vor Fieber nach Sinnesvergnügen brennen, haben Sinne, die
beeinträchtigt sind; daher, obwohl die Berührung der Sinnesvergnügen in
Wirklichkeit schmerzhaft ist, nehmen sie sie fälschlicherweise als angenehm
wahr.
Angenommen, Magandiya,
es gäbe einen Leprakranken mit Wunden und Blasen an den Gliedern, der, von
Würmern zerfressen, mit den Fingernägeln den Schorf von seinen wunden Stellen
kratzte und seinen Körper zur Erleichterung über einer Grube mit brennender
Holzkohle einbrannte; je mehr er den Schorf abkratzt und seinen Körper
einbrennt, desto fauliger, übelriechender und stärker infiziert würden seine
wunden Stellen werden, und doch würde er ein gewisses Maß an Befriedigung und
Vergnügen daran finden, seine wunden Stellen zu kratzen. Ebenso, Magandiya, schwelgen
Wesen, die nicht frei von Sinnesbegierde sind, die vom Begehren nach
Sinnesvergnügen verzehrt werden, die vor Fieber nach Sinnesvergnügen brennen,
dennoch in Sinnesvergnügen; je mehr solche Wesen in Sinnesvergnügen schwelgen,
desto mehr wächst ihr Begehren nach Sinnesvergnügen an, und desto mehr werden
sie von ihrem Fieber nach Sinnesvergnügen verbrannt, und doch finden sie ein
gewisses Maß an Befriedigung und Vergnügen bedingt durch die fünf Stränge
sinnlichen Vergnügens.
Was meinst du, Magandiya?
Hast du jemals einen König oder königlichen Minister gesehen oder von ihm
gehört, der sich vergnügte, versorgt und ausgestattet mit den fünf Strängen
sinnlichen Vergnügens, der, ohne das Begehren nach Sinnesvergnügen zu
überwinden, ohne das Fieber nach Sinnesvergnügen zu entfernen, in der Lage war,
frei von Durst, mit einem Geist, der inneren Frieden hat, zu verweilen, oder
der in der Lage ist oder sein wird, so zu verweilen?“
„Nein, Meister Gotama.“
„Gut, Magandiya.
Auch ich habe niemals einen König oder königlichen Minister gesehen oder von
ihm gehört, der sich vergnügte, versorgt und ausgestattet mit den fünf Strängen
sinnlichen Vergnügens, der, ohne das Begehren nach Sinnesvergnügen zu
überwinden, ohne das Fieber nach Sinnesvergnügen zu entfernen, in der Lage war,
frei von Durst, mit einem Geist, der inneren Frieden hat, zu verweilen, oder
der in der Lage ist oder sein wird, so zu verweilen. Im Gegenteil, Magandiya, jene Mönche oder Brahmanen,
die frei von Durst, mit einem Geist, der inneren Frieden hat, verweilten oder
verweilen oder verweilen werden, tun dies alle, nachdem sie den Ursprung, das
Verschwinden, die Befriedigung, die Gefahr und das Entkommen im Falle der
Sinnesvergnügen der Wirklichkeit entsprechend kennen, und es geschieht nachdem
sie das Begehren nach Sinnesvergnügen überwunden haben und das Fieber nach
Sinnesvergnügen entfernt haben, daß sie ohne Durst, mit einem Geist, der
inneren Frieden hat, verweilten, verweilen oder verweilen werden.“
Ud 2, 4: „Berührt
von Freud' und Leid in Dorf und Wald,
Denk nicht in Begriffen von
Selbst und Anderen.
Berührung kann treffen, weil
hier noch Stützen (uphadhiÂ) sind;
Wie
sollte Berührung ihn treffen der frei von Stützen (nirupadhim) ist?“[22][22]
M 39:„Gleichwie etwa, ihr
Mönche, wenn da am Ufer eines Bergsees von klarem, durchsichtigem, ungetrübtem
Wasser ein scharfsichtiger Mann stände und hineinblickte auf die Muscheln und
Schnecken, auf den Kies und den Sand und die Fische, wie sie dahingleiten und
stillstehen; der sagte sich nun: „Klar ist diese Wasserfläche, durchsichtig,
ungetrübt; ich sehe darunter die Muscheln und Schnecken, den Kies und den Sand
und die Fische, wie sie dahingleiten und stillstehen.“ Ebenso nun auch, ihr
Mönche, versteht der Mönch der Wahrheit gemäß: „Das ist das Leiden“; er
versteht der Wahrheit gemäß: „Das ist die Entstehung des Leidens“; ... „Das ist
die Aufhebung des Leidens“, ... „Das ist der zur Aufhebung des Leidens führende
Pfad“; er versteht der Wahrheit gemäß: „Das sind die Einflüsse“; er versteht
der Wahrheit gemäß: „Das ist die Entstehung der Einflüsse“; ... „Das ist die
Aufhebung der Einflüsse“; ... „Das ist der zur Aufhebung der Einflüsse führende
Pfad“. Wenn er so erkennt und sieht, wird sein Geist befreit von den Einflüssen
sinnlichen Begehrens, von den Einflüssen des Werdens, von den Einflüssen des
Nicht-Wissens. In der Befreiung entsteht das Wissen von der Befreiung und er
versteht: „Zerstört ist Geburt, vollendet ist das heilige Leben, getan ist, was
zu tun war, es gibt nichts darüber hinaus (das als Bestimmung) für die
Bedingungen dieser Existenz (dienen könnte).“
M 140: „Bhikkhu, „Ich bin“ ist eine Vorstellung; „Ich bin
dies“ ist eine Vorstellung; „Ich werde sein“ ist eine Vorstellung; „Ich werde
nicht sein“ ist eine Vorstellung; „Ich werde Form besitzen“ ist eine
Vorstellung; „Ich werde formlos sein“ ist eine Vorstellung; „Ich werde
wahrnehmend sein“ ist eine Vorstellung; „Ich werde nicht-wahrnehmend sein“ ist
eine Vorstellung; „Ich werde weder-wahrnehmend-noch-nicht-wahrnehmend sein“ ist
eine Vorstellung. Vorstellung ist eine Krankheit, Vorstellung ist ein Geschwür,
Vorstellung ist ein Stachel. Indem man alle Vorstellung überschreitet, Bhikkhu,
wird man ein „Weiser im Frieden“ genannt. Und der „Weise im Frieden“ ist nicht
geboren, er altert nicht, stirbt nicht; er wird nicht erschüttert und hat keine
Sehnsucht. Denn da ist nichts in ihm gegenwärtig, wodurch er geboren werden
könnte. Nicht geboren, wie könnte er da altern? Nicht alternd, wie könnte er da
sterben? Nicht sterbend, wie könnte er da erschüttert werden? Nicht
erschüttert, wie könnte er da Sehnsucht haben?“
S 1, 20:
„Die Wesen nehmen wahr was benannt werden kann, auf dem Benannten fußen sie;
Das, was benannt werden kann, nicht verstehend, geraten sie in des Todes
Bereich.
Wer
aber das, was benannt werden kann, versteht, der denkt nicht in bezug auf
`einen der benennt´. Denn das existiert nicht für ihn, wodurch er benannt
werden könnte.“[23][23]
S 35,
65-68: „„Maro, Maro, sagt man. Was ist nun, Herr, Maro? Was ist unter dem
Begriff Maro zu verstehen? Wesen, Wesen, sagt man. Leiden, leiden, sagt man.
Welt, Welt sagt man. Was ist nun, Herr, darunter zu verstehen?“
„Wo es
Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper, Geist gibt, wo es Formen, Töne, Düfte, Sähe,
Gegenstände, Dinge gibt, wo es das sechsfache Bewußtsein gibt und die durch es
bewußt werdenden Dinge, da ist Maro, Wesen, Leiden, Welt, und das ist unter
diesen Begriffen zu verstehen.
Wo es
jene Sechsheiten nicht gibt, da gibt es weder Maro, Wesen, Leiden und Welt noch
diese Begriffe.“
M
22: „Bhikkhu, da hat jemand die Ansicht: „Die Welt und das Selbst sind
dasselbe; nach dem Tode werde ich unvergänglich, dauerhaft, ewig, nicht der
Veränderung unterworfen sein, ich werde so lange wie die Ewigkeit überdauern.“
Er hört den Tath¤gata oder einen Schüler des Tath¤gata den Dhamma lehren, für
das Beseitigen aller Grundlagen für Ansichten, Entscheidungen, Besessenheiten,
allen Festhaltens und aller Neigungen, für die Stillung aller Gestaltungen, für
den Verzicht auf alle Vereinnahmung, für die Zerstörung des Begehrens, für die
Lossagung, fürs Aufhören, für Nibbana.
Er denkt so: „Also werde ich vernichtet werden! Also werde ich zugrunde gehen!
Also werde ich nicht mehr werden!“ Dann ist er bekümmert, trauert und klagt, er
weint und schlägt sich die Brust und wird zerrüttet. So kann es Aufregung über
etwas subjektives geben, was innerlich das gar nicht existiert.“
M
22: „Obwohl ich so spreche, ihr Bhikkhus,
obwohl ich so verkünde, bin ich grundlos, auf nichtige Weise, unwahr und falsch
von einigen Mönchen und Brahmanen so dargestellt worden: „Der Mönch Gotama ist
einer, der in die Irre führt; er beschreibt die Vernichtung, die Zerstörung,
die Auslöschung eines existierenden Wesens.“ Da ich das nicht lehre, da ich das
nicht verkünde, bin ich also grundlos, auf nichtige Weise, unwahr und falsch
von einigen Mönchen und Brahmanen so dargestellt worden: „Der Mönch Gotama ist
einer, der in die Irre führt; er beschreibt die Vernichtung, die Zerstörung,
die Auslöschung eines existierenden Wesens.“
Ihr
Bhikkhus, sowohl früher wie auch jetzt ist das, was ich verkünde, dukkha
und das Aufhören von dukkha.“
A IV,
171: „Allen
Dingen aber, ihr Mönche, liegt Nichtwissen zugrunde. Nach der restlosen
Aufhebung und Erlöschung des Nichtwissens aber gibt es nicht mehr jenen Körper,
jene Sprache und jenen Geist, wodurch bedingt einem jenes Wohl oder Wehe
erwächst. Kein Boden ist mehr da, keine Grundlage, kein Werkzeug, keine
Beziehung, wodurch bedingt einem jenes Wohl oder Wehe erwächst.“
A III,
32: „Da, £nanda, merkt ein Mönch also: 'Dies ist der Friede, dies ist das
Erhabene: nämlich der Stillstand aller Gestaltungen, die Loslösung von allen
Daseinsgrundlagen, die Versiegung des Begehrens, die Abwendung, Aufhebung, das
Nibb¤na.' Dadurch mag da, £nanda, ein Mönch eine solche Sammlung des Geistes
erlangen, daß ihm da bei diesem Bewußtsein besitzenden Körper sowie bei allen
äußeren Vorstellungen keinerlei Triebe des Ich und Mein, keinerlei Neigungen
des Dünkels aufkommen und er im Besitze jener Gemütserlösung und
Weisheitserlösung verweilt, wobei dem darin Verweilenden keinerlei Triebe des
Ich und Mein, keinerlei Neigungen des Dünkels aufsteigen können.“
A III,
56: „Das sichtbare Nibbana, das sichtbare Nibbana, so sagt man, Herr Gotama. Inwiefern nun aber,
Herr Gotama, ist das Nibbana klar sichtbar, unmittelbar wirksam, einladend, zum
Ziele führend, den Verständigen, jedem für sich, verständlich?“
„Aus
Gier, Brahmane, von der Gier übermannt - aus Haß, vom Hasse übermannt - aus
Verblendung, von der Verblendung übermannt, umstrickten Geistes, trachtet man
nach seinem eigenen Schaden, trachtet man nach anderer Schaden, trachtet man
nach beiderseitigem Schaden, erleidet man geistigen Schmerz und Kummer. Ist
aber die Gier aufgehoben - ist der Haß aufgehoben - ist die Verblendung
aufgehoben, so trachtet man weder nach eigenem Schaden, noch nach dem Schaden
anderer, noch nach beiderseitigem Schaden, erleidet man keinen geistigen
Schmerz und Kummer. Derart, Brahmane, ist das Nibbana klar
sichtbar.
Insofern
man, Brahmane, diese restlose Erlöschung der Gier erfährt, die restlose
Erlöschung des Hasses und der Verblendung erfährt, ist das Nibbana klar sichtbar, unmittelbar wirksam, einladend, zum
Ziele führend, den Verständigen, jedem für sich, verständlich.“
Thag 258-260: „Wie oft im
Kreislauf der Geburten geriet ich in höllische Welt! Immer wieder auch in das
Gespensterreich gelangte ich, und leidvolles Dasein als Tier war oftmals mir
beschieden.
Auch
Menschentum erreichte ich, doch selt´ner
schon war die himmlische Welt beschieden mir. Auch in den Welten der
reinen Formen weilte ich, auch in formloser Welt, dort, wo Wahrnehmung kaum
vorhanden.
Alle
diese Werdensformen habe ich durchschaut in ihrer Wesenlosigkeit, als aus einer
Ursache entstanden, als unbeständig, dem Wechsel unterworfen. Wissend, daß all
dies Werden durch mich selbst zustande kommt, erlangte ich, klar besonnen den
Frieden.“
Der Arahant
A
III,87-88: „Da, ihr Mönche, ist ein Mönch vollkommen in den Sittenregeln, aber
nur teilweise vollkommen in der Geistessammlung, nur teilweise vollkommen in
Weisheit. Was es an jenen kleinen und noch geringeren Übungsregeln gibt, da
fällt er wohl zuweilen und erhebt sich auch wieder. Und wie ist das möglich?
Nicht habe ich ja, ihr Mönche, erklärt, daß dies eine Unfähigkeit (abhabbata)
[zur Zielerreichung] bedeutet. Was es aber an jenen Übungsregeln gibt, die den
urheiligen Wandel betreffen, dem heiligen Wandel angemessen sind, da ist er
sittenstark, sittenfest und übt sich in den aufgenommenen Übungsregeln.
Nach dem
Schwinden der drei Fesseln aber gilt er als ein 'Höchstens siebenmal
Wiedergeborener' (satta kkhattu-parama) noch siebenmal unter Göttern und
Menschen die Geburten durcheilend, die Geburten durchwandernd, macht er dem
Leiden ein Ende. Oder nach dem Schwinden der drei Fesseln gilt er als ein 'Von
Geschlecht zu Geschlecht Eilender' (kolamkola): noch zweimal oder
dreimal unter edlen Geschlechtern die Geburten durcheilend, die Geburten
durchwandernd, macht er dem Leiden ein Ende. Oder nach dem Schwinden der drei
Fesseln gilt er als ein 'Einmal Aufkeimender (ekabiji) nur noch einmal
in menschlichem Dasein wiedergeboren, macht er dem Leiden ein Ende. Oder nach
dem Schwinden der drei Fesseln und nach Abschwächung von Gier, Haß und
Verblendung kehrt er nur einmal wieder. Und nur noch einmal zu dieser Welt
zurückgekehrt, macht er dem Leiden ein Ende.
Ferner,
ihr Mönche, ist da ein Mönch vollkommen in den Sittenregeln, vollkommen in der
Geistessammlung, aber nur teilweise vollkommen in Weisheit. . . . Nach dem
Schwinden der fünf niederen Fesseln aber gilt er als ein 'Stromaufwärts
zu den hehren Göttern Eilender' (uddhamsoto kanitthagami): oder
als 'Mühsam Erlöschender (sasankhara-parinibbayi) oder als ein
'Mühelos Erlöschender' (asankhara-parinibbay) oder als ein 'Nach
halber Fährte Erlöschender' (upahacca-parinibbayi) oder als ein
'Auf halber Fährte Erlöschender' (antara-parinibbayi).
Ferner,
ihr Mönche, ist da ein Mönch vollkommen in den Sittenregeln, vollkommen in der
Geistessammlung und vollkommen in Weisheit. . . . Und durch Versiegung der
Triebe gelangt er noch bei Lebzeiten in den Besitz der triebfreien
Gemütserlösung und Weisheitserlösung, sie selber erkennend und verwirklichend.
Somit
nun, ihr Mönche, verwirklicht der die Lehre teilweise Erfüllende einen Teil,
der die Lehre ganz Erfüllende aber die Vollkommenheit. Nicht zwecklos sind die
Übungsregeln, sage ich, Mönche.“
A IX, 62: „Ohne, ihr Mönche, neun Dinge überwunden
zu haben, ist man außerstande, die Heiligkeit zu verwirklichen. Welches sind
diese neun?
Gier,
Haß, Verblendung, Zorn, Wut, Verkleinerungssucht, Herrschsucht, Neid und Geiz.
Wer aber, ihr Mönche, diese neun Dinge überwunden
hat, ist imstande, die Heiligkeit zu verwirklichen.“
Thag 707, 715, 716, 717: „Wer ohne
Erwartungen ist, kennt kein geistiges Leid, alle Ängste sind überwunden, von
dem der alle Fesseln hat zerstört.
„Ich
war“, „Ich werde sein“, diese Gedanken kenn ich nicht. Nur Gestaltungen werden zerstört, worüber sollte ich da
klagen?
Wer
sieht so wie es ist, das Entstehen der Dinge sieht und die bedingte Entstehung
der Gestaltungen, für den gibt es keine Furcht.
Wer
mit Weisheit die Welt gleich Gras und Zweigen ansieht, nicht wert es als „Mein“
festzuhalten, der bleibt von Kummer frei: „Oh, nichts gehört mir.“
M 22: „Ihr Bhikkhus, dieser Bhikkhu wird als einer
bezeichnet, dessen Deichsel angehoben worden ist, dessen Graben angefüllt
worden ist, dessen Pfeiler ausgegraben worden ist, einer, der keine Schranke
hat, ein Edler, dessen Banner gesenkt ist, dessen Bürde abgelegt ist, der ungefesselt
ist.
Und auf welche Weise ist der Bhikkhu einer, dessen
Deichsel angehoben worden ist? Da hat der Bhikkhu Unwissenheit überwunden, er
hat sie an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht, beseitigt,
so daß sie künftigem Entstehen nicht mehr unterworfen ist. Auf solche Weise ist
der Bhikkhu einer, dessen Deichsel angehoben worden ist.
Und auf welche Weise ist der Bhikkhu einer, dessen
Graben angefüllt worden ist? Da hat der Bhikkhu die Runde der Geburten
überwunden, die erneutes Werden bringt, er hat sie an der Wurzel abgeschnitten,
einem Palmstumpf gleichgemacht, beseitigt, so daß sie künftigem Entstehen nicht
mehr unterworfen ist. Auf solche Weise ist der Bhikkhu einer, dessen Graben
angefüllt worden ist.
Und auf welche Weise ist der Bhikkhu einer, dessen
Pfeiler ausgegraben worden ist? Da hat der Bhikkhu Begehren überwunden, er hat
es an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht, beseitigt, so
daß es künftigem Entstehen nicht mehr unterworfen ist. Auf solche Weise ist der
Bhikkhu einer, dessen Pfeiler ausgegraben worden ist.
Und auf welche Weise ist der Bhikkhu einer, der keine
Schranke hat? Da hat der Bhikkhu die fünf niedrigeren Fesseln überwunden, er
hat sie an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht, beseitigt,
so daß sie künftigem Entstehen nicht mehr unterworfen sind. Auf solche Weise
ist der Bhikkhu einer, der keine Schranke hat.
Und auf welche Weise ist der Bhikkhu ein Edler, dessen
Banner gesenkt ist, dessen Bürde abgelegt ist, der ungefesselt ist? Da hat der
Bhikkhu den Ich-Dünkel überwunden, er hat ihn an der Wurzel abgeschnitten,
einem Palmstumpf gleichgemacht, beseitigt, so daß er künftigem Entstehen nicht
mehr unterworfen ist. Auf solche Weise ist der Bhikkhu ein Edler, dessen Banner
gesenkt ist, dessen Bürde abgelegt ist, der ungefesselt ist.
Ihr Bhikkhus, wenn die Götter mit Indra, mit Brahm¤ und
mit Pajapati einen Bhikkhu suchen, der so im Geist befreit ist, finden sie
nichts, von dem sie sagen könnten: „Das Bewußtsein eines Hinübergegangenen
stützt sich auf dies.“ Warum ist das so? Ein Hinübergegangener, sage ich, ist
nicht auffindbar hier und jetzt.“[24][24]
Sn 874:„Weder nimmt er mit
normaler Wahrnehmung wahr, noch ist seine Wahrnehmung abnorm. Er ist nicht
nicht-wahrnehmend, noch hat er der Wahrnehmung ein Ende gemacht. Dem so
Beschaffenen hört Form auf zu funktionieren, denn die durch begriffliche
Ausbreitung charakterisierten Benennungen haben Wahrnehmung als ihren
Ursprung.“[25][25]
A III,
67: Derart von Begierde und Übelwollen befreit,
unverwirrt, wissensklar und achtsam, durchdringt der edle Jünger mit einem von
Güte - von Mitleid - von Mitfreude - von Gleichmut erfüllten Geiste die eine
Himmelsrichtung, ebenso die zweite, ebenso dritte, ebenso die vierte. So
durchdringt er oben, unten, quer inmitten, überall, allerwärts, die ganze Welt
mit einem von Güte, Mitleid, Mitfreude oder Gleichmut erfüllten Geiste, einem
weiten, umfassenden, unermeßlichen, von Haß und Übelwollen befreiten.
Er weiß
dann: 'Dieses ist da, Niedriges ist da, Erhabenes ist da, und über diesen
Bereich der Wahrnehmung hinaus gibt es ein Entrinnen'. Indem er also weiß, also
erkennt, wird sein Geist befreit vom Sinnlichkeitstrieb, befreit vom
Daseinstrieb, befreit vom Nichtwissenstrieb. Im Befreiten aber erhebt sich die
Erkenntnis des Befreitseins, und er weiß: 'Versiegt ist die Wiedergeburt,
erfüllt der heilige Wandel, getan ist, zu tun war, nichts weiteres gibt es mehr
zu tun nach diesem hier.'
Und er
weiß: 'Einstmals bestand Begehren, und das war von Übel; das besteht jetzt
nicht mehr, und so ist's gut. Einstmals bestand Haß, und das war von Übel; das
besteht jetzt nicht mehr, und so ist's gut. Einstmals bestand Verblendung, und
das war von Übel; das besteht jetzt nicht mehr, und so ist's gut.'
So
verweilt er schon bei Lebzeiten gestillt, erloschen, abgekühlt, in seligem
Gefühle, heilig gewordenen Herzens.“
It 62:
„Dem Schüler in höherem Training, entsprechend des geraden Weges, steigt erst
das Wissen der Erlöschung auf und dann folgt unmittelbar das letzte Wissen der
Gewißheit. Dem sogeartet Unbeirrbaren, erlöst durch das letzte Wissen der
Gewißheit steigt der Gedanke auf „Unerschütterlich ist meine Befreiung durch
die Zerstörung der Daseinsfesseln.“
A III,
131: „Daß du, Bruder Anuruddha, daran denkst, daß du mit
dem himmlischen Auge, dem geklärten, übermenschlichen, ein tausendfaches
Weltsystem betrachtest, das ist bei dir Eigendünkel. Daß du, Bruder Anuruddha,
denkst, daß deine Kraft angespannt ist, unbeugsam; die Achtsamkeit gegenwärtig
ist, unverwirrt; gestillt der Körper, unerregt; gesammelt der Geist, geeint -
das ist bei dir Aufgeregtheit. Daß du, Bruder Ahuruddha, denkst, daß aber
dennoch dein Geist nicht haftlos von den Trieben befreit wird, das ist bei dir
Gewissensunruhe.
Wahrlich,
gut wäre es, wollte der verehrte Anuruddha diese drei Dinge aufgeben, diese
drei Dinge nicht beachten und seinen Geist auf das todlose Element (das
Nibbana) hinlenken!“
Und der
ehrwürdige Anuruddha gab nun in der Folgezeit diese drei Dinge auf, schenkte
ihnen keine Beachtung und lenkte seinen Geist auf das todlose Element hin. Und
einsam, abgesondert, unermüdlich, eifrig, selbstentschlossen verweilend,
gelangte der ehrwürdige Anuruddha in gar nicht langer Zeit in den Besitz jenes
höchsten Zieles des Reinheitslebens, um dessen Willen edle Jünglinge vom Hause
fort in die Hauslosigkeit ziehen, indem er es selber erkannte und
verwirklichte. „Versiegt ist die Wiedergeburt, erfüllt der heilige Wandel,
getan ist, was zu tun war, nichts weiteres gibt es mehr zu tun nach diesem
hier“, so erkannte er. So war der ehrwürdige Anuruddha einer der Heiligen
geworden.“
S 12, 68:
„Außer dem Glauben, verehrter Savittha, außer dem Wohlgefallen, außer dem
wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der
geistigen Versenkung in die rechte Anschauung erkenne ich dies und sehe ich
dies: aus der Aufhebung des Werdens folgt Aufhebung der Geburt usw. usw. . . .
aus der Aufhebung des Nichtwissens folgt Aufhebung der Gestaltungen.
„Außer
dem Glauben, verehrter Musila, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten
Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen
Versenkung in die rechte Anschauung - besitzt (außerdem) der ehrwürdige Musila
noch die persönliche Erkenntnis: Aufhebung des Werdens ist das Nibbana?“
„Außer
dem Glauben, verehrter Savittha, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten
Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen
Versenkung in die rechte Anschauung erkenne ich dies und sehe ich dies:
Aufhebung des Werdens ist das Nibbana.“
„Dann ist
also der ehrwürdige Musila ein Arahant, bei dem die weltlichen Einflüsse
vernichtet sind.“
Auf
dieses Wort hin schwieg der ehrwürdige Musila stille.
Da nun
sprach der ehrwürdige Narada zu dem ehrwürdigen Savittha also: „Gerne möchte
ich, verehrter Savittha, diese Frage gestellt bekommen. Frage mich diese Frage,
ich werde dir diese Frage beantworten.“
„Es soll
der ehrwürdige Narada diese Frage gestellt bekommen. Ich frage den ehrwürdigen
Narada diese Frage, und es soll mir der ehrwürdige Narada diese Frage
beantworten.“
„Außer
dem Glauben, verehrter Narada, usw. usw. . . . Aufhebung des Werdens ist das
Nirvana.“
„Dann ist
also der ehrwürdige Narada ein Arahant, bei dem die weltlichen Einflüsse aufgehoben
sind.“
„Aufhebung
des Werdens ist das Nibbana: das habe ich ja, Verehrter, der
Wirklichkeit gemäß in richtiger Erkenntnis wohl gesehen; aber ich bin kein
Arahant, bei dem die weltlichen Einflüsse vernichtet sind. Gerade so,
Verehrter, wie wenn da am Wege durch eine Wildnis ein Brunnen wäre. Es wäre da
aber kein Wasserkrug mit einem Seil. Und es käme da ein Mann herbei, von Hitze
gequält, von Hitze erschöpft, ermüdet, lechzend, durstig. Der erblickte den
Brunnen, und er wüßte auch es ist Wasser drinnen; aber er vermöchte es doch
nicht mit dem Körper zu berühren. Ganz ebenso, Verehrter, habe ich, daß
Aufhebung des Werdens Nibbana ist, der Wirklichkeit gemäß in richtiger
Erkenntnis wohl gesehen; aber ich bin kein Arahant, bei dem die weltlichen
Einflüsse vernichtet sind.“
S 12,38 –
40: „Was immer einer bedenkt (ceteti), ihr Bhikkhus, und was immer er anstrebt
(pakappeti), und wozu er eine latente Neigung (anuseti) besitzt, das wird zur
Grundlage für den Bestand des Bewußtseins. Wenn eine Grundlage vorhanden ist,
so tritt Fortdauer des Bewußtseins ein. Wenn das Bewußtsein fortdauert und
zunimmt, so tritt Name und Form in die Erscheinung. Aus Name und Form als
Ursache entstehen die sechs Sinnesbereiche; aus den sechs Sinnesbereichen als
Ursache entsteht die Berührung; aus der Berührung als Ursache entsteht die
Empfindung; aus der Empfindung als Ursache entsteht der Durst; aus dem Durst
als Ursache entsteht das Erfassen; aus dem Erfassen als Ursache entsteht das
Werden; aus dem Werden als Ursache entsteht die Geburt; aus der Geburt als
Ursache entstehen Alter und Tod, Schmerz, Kummer, Leid, Betrübnis und
Verzweiflung. Auf solche Art kommt der Ursprung der ganzen Masse des Leidens
zustande.
Aber auch
wenn einer aber nichts bedenkt, ihr Bhikkhus, und nichts anstrebt, aber doch
eine latente Neigung (zu den Dingen) hat, so wird das zur Grundlage für den
Bestand des Bewußtseins. Wenn eine Grundlage vorhanden ist, so tritt Fortdauer
des Bewußtseins ein. ...
Wenn
einer aber nichts bedenkt, ihr Bhikkhus, und nichts anstrebt und auch keine
latente Neigung (zu den Dingen) hat, so entsteht damit keine Grundlage für den
Bestand des Bewußtseins. Wenn keine Grundlage vorhanden ist, so tritt Fortdauer
des Bewußtseins nicht ein. Wenn das Bewußtsein nicht fortdauert und nicht
zunimmt, so tritt keine Zugewandtheit (zu den Dingen) ein. Wenn keine
Zugewandtheit vorhanden ist, so entsteht kein Kommen und Gehen. Wenn Kommen und
Gehen nicht vorhanden ist, so entsteht kein Abscheiden und Wiedererstehen. Wenn
Abscheiden und Wiedererstehen nicht vorhanden ist, so werden für die Zukunft
Geburt, Alter und Tod, Schmerz, Kummer, Leid, Betrübnis und Verzweiflung
aufgehoben. Auf solche Art kommt die Aufhebung der ganzen Masse des Leidens
zustande.“
M 144: „In einem, der sich auf etwas stützt, gibt es
Unschlüssigkeit, in einem, der sich auf nichts stützt, gibt es keine
Unschlüssigkeit; wenn es keine Unschlüssigkeit gibt, ist Stille vorhanden; wenn
Stille vorhanden ist, gibt es keine Geneigtheit; wenn es keine Geneigtheit
gibt, gibt es kein Kommen und Gehen; wenn es kein Kommen und Gehen gibt, gibt
es kein Sterben und keine Geburt; wenn es kein Sterben und keine Geburt gibt,
gibt es kein `hier´ und kein `dort´ noch ein Dazwischen. Dies ist das Ende von dukkha.“
A IV, 24: „Was, ihr
Mönche, in der Welt mit ihren guten und bösen Geistern, ihren Brahma-Göttern,
den Scharen der Asketen und Priester, Götter und Menschen gesehen, gehört,
empfunden, erkannt, erreicht, erstrebt, im Geiste erwogen wird, das habe ich
völlig erkannt. All das hat der Vollendete verstanden, doch der Vollendete
stützt sich nicht mehr darauf (tam tathagato na upa··hasi, alt.: „steht
dem nicht mehr nahe“).“
S 22, 3: „Das
Element 'Körperlichkeit', Hausvater, ist das Haus (oka) des Bewußtseins.
Das durch Gier an das Köperlichkeits-Element gebundene Bewußtsein aber wird
'sich im Hause ergehend' (oka-sari) genannt. Das Element 'Gefühl' - das
Element 'Wahrnehmung' - das Element 'Gestaltungen' ist das Haus des
Bewußtseins. Das durch Gier an das Gefühls-Element - das Wahrnehmungs-Element -
das Gestaltungs-Element gebundene Bewußtsein aber wird 'sich im Hause ergehend'
genannt. So, Hausvater, ergeht man sich im Hause.
Wie nun,
Hausvater, ergeht man sich nicht im Hause?
Was da,
Hausvater, hinsichtlich des Elementes Körperlichkeit Wille, Gier, Ergötzen,
Begehren ist, Sich-Anschließen und Anhangens, das Sich-Festlegen, Eingewöhnen
und Hinneigen des Geistes: das ist vom Vollendeten aufgegeben, einer
entwurzelten Palmyra-Palme gleichgemacht, zum Nimmersein gebracht, unfähig gemacht,
künftig wieder zu entstehen. Daher heißt es: der Vollendete ergeht sich nicht
im Hause.
Was da,
Hausvater, hinsichtlich des Elementes Gefühl - des Elementes Wahrnehmung - des
Elementes Gestaltungen - des Elementes Bewußtsein Wille, Gier, Ergötzen, Begehren
ist, Sich-Anschließen und Anhangen, das Sich-Festlegen, Eingewöhnen und
Hinneigen des Geistes: das ist vom Vollendeten aufgegeben, einer entwurzelten
Palmyra-Palme gleichgemacht, zum Nimmersein gebracht, unfähig gemacht, künftig
wieder zu entstehen. Daher heißt es: der Vollendete ergeht sich nicht im Hause.
So,
Hausvater, ergeht man sich nicht im Hause.
Wie nun,
Hausvater, 'ergeht man sich in der Heimstatt' (niketasar¯)? - Wegen des
Umherschweifens in der Heimstatt der Formvorstellungen - Tonvorstellungen -
Duftvorstellungen - Geschmacksvorstellungen - Berührungsvorstellungen - der
geistigen Vorstellungen, wegen des Sich-Bindens an sie, deswegen spricht man
von 'einem der sich in der Heimstatt ergeht'.
Wie nun,
Hausvater, ergeht man sich nicht in der Heimstatt? - Das Umherschweifen in der
Heimstatt der Formvorstellungen - Tonvorstellungen - Duftvorstellungen -
Geschmacksvorstellungen - Berührungsvorstellungen - der geistigen
Vorstellungen, das Sich-Binden an sie, das ist vom Vollendeten aufgegeben,
einer entwurzelten Palmyra-Palme gleichgemacht, zum Nimmersein gebracht,
unfähig gemacht, künftig wieder zu entstehen. Daher heißt es: der Vollendete
ergeht sich nicht in der Heimstatt.
So,
Hausvater, ergeht man sich nicht in der Heimstatt.“
M 140: „Bhikkhu, so wie eine Öllampe in Abhängigkeit von
Öl und einem Docht brennt und erloschen ist, falls sie keinen weiteren
Brennstoff bekommt, sobald das Öl und der Docht verbraucht sind; genauso, wenn
er ein auf den Körper begrenztes Gefühl fühlt, versteht er: „Ich empfinde ein
Gefühl, das auf den Körper begrenzt ist.“ Wenn er ein Gefühl fühlt, das
zusammen mit dem Leben aufhört, versteht er: „Ich empfinde ein Gefühl, das
zusammen mit dem Leben aufhört.“ Er versteht: „Bei der Auflösung des Körpers,
mit dem Ende des Lebens, wird alles, was gefühlt wird, an dem man sich nicht
ergötzt, auf der Stelle kühl werden.“
A III,
40: „Der eifrige Kämpfer der die Erlöschung der Geburt berührt hat, Mara
überwältigt und den Tod besiegt hat, der kluge Weltenkenner , der gestillte
Weise steht über allen Dingen (dhammesu atammayo).“
A IV, 24:
„Daher, ihr Mönche, stellt sich der Vollendete kein sichtbares Ding als
getrennt vom Sehen vor, er stellt sich kein Ungesehenes vor, er stellt sich
kein Ding vor das es wert wäre gesehen zu werden, er stellt sich keinen Seher
vor. (Ebenso für Hören, Empfinden und Erkennen.)
So ist
also der Vollendete bei den gesehenen, gehörten, empfundenen und erkennbaren
Dingen „So“ (tadi).“
A X, 81:
„Gleichwie, eine blaue, rote oder weiße Lotusblüte, im Wasser entstanden, im
Wasser aufgewachsen, sich über den Wasserspiegel erhebt und dasteht unberührt
vom Wasser, ebenso auch, weilt der Vollendete von diesen zehn Dingen
(Körperlichkeit, Gefühl, Wahrnehmung, Gestaltungen und Bewußtsein; von Geburt,
Alter, Tod, Leiden und Leidenschaften) abgewandt, losgelöst und entledigt,
unumschränkten Gemütes.“
Sn 812: „So wie der Tropfen nicht am Lotusblatt,
Wie an der Lotusblüte nicht das Wasser haftet,
So kennt ein Muni auch kein Haften mehr
An immer neuem Dasein, sei es hier, sei's drüben,
Noch am Gesehenen, Gehörten, anderswie Erfahrnen.“
S 1, 25: „Der Bhikkhu, der ein Vollendeter ist, der
sein Werk getan hat,
Bei dem die weltlichen Einflüsse vernichtet sind,
der die letzte Leiblichkeit trägt,
Der darf wohl sagen: „Ich“ sage,
Der darf wohl sagen: „Mir“ sagt man.
Die Sprechweise in der Welt kennend, der Kundige,
Redet er so nur im Gespräch.“
A IX, 26:
„Wie aber, Bruder, hat ein Mönch seinen Geist durch Geistesübung voll und ganz
entfaltet?
Wenn er
erkennt: 'Frei ist mein Geist von Gier', so hat er in dieser Weise seinen Geist
durch Geistesübung voll und ganz entfaltet. Wenn er erkennt: 'Frei ist mein
Geist von Haß, frei von Verblendung; nicht mehr unterworfen der Gier, dem
Hasse, der Verblendung; nicht mehr imstande ist mein Geist, zu sinnlichem
Dasein zurückzuführen, zu feinkörperlichem oder unkörperlichem Dasein
zurückzuführen', so hat er in dieser Weise seinen Geist durch Geistesübung voll
und ganz entfaltet.
Selbst
wenn, Bruder, einem derart vollkommen geisteserlösten Mönch sichtbare Formen
gar eindringlich in den Gesichtskreis treten, hörbare Töne gar eindringlich in
das Hörgebiet treten, riechbare Düfte gar eindringlich in das Riechgebiet
treten, schmeckbare Säfte gar eindringlich in das Schmeckgebiet treten,
körperliche Eindrücke gar eindringlich in das Körpergebiet treten, geistig
erkennbare Dinge gar eindringlich in den Denkkreis treten, so vermögen sie
seinen Geist nicht mehr zu fesseln; sein Geist bleibt unberührt, standhaft,
unerschütterlich, und in all dem sieht er die Vergänglichkeit.
Gesetzt,
Bruder, es befände sich da eine sechzehn Fuß hohe steinerne Säule, die acht Fuß
tief im Boden ruhte und acht Fuß über den Boden emporragte. Sollte da auch von
Osten, Westen, Norden oder Süden her ein heftiger Regen und Sturm herantreiben,
so wäre derselbe nicht imstande, sie zu erschüttern, zu bewegen und zum
Schwanken zu bringen. Und warum nicht? Eben wegen der Tiefe des Grundbaues,
wegen der guten Eingrabung der Steinsäule.
Ebenso
auch, Bruder, selbst wenn einem vollkommen geisteserlösten Mönch sichtbare
Formen gar eindringlich in den Gesichtskreis treten ... geistig erkennbare
Dinge gar eindringlich in den Denkkreis treten, so vermögen sie seinen Geist
nicht mehr zu fesseln; sein Geist bleibt unberührt, standhaft,
unerschütterlich, und in all dem sieht er die Vergänglichkeit.“[26][26]
A VI, 45: „Nachdem die Fesseln all' versiegt,
die Dinge schauend, wie sie sind,
an nichts mehr haftend, nirgendwo,
wird völlig sein Gemüt erlöst.
Dem So-gearteten, ganz erlöst,
steigt die Erkenntnis auf:
'Die Daseinsfessel ist zerstört,
unerschütterlich ist meine Befreiung.'
Das allerhöchste Wissen ist's,
es ist ein unvergleichlich Glück:
die leidlos-ungetrübte Sicherheit,
die höchste Freiheit von der Schuld.“
D 29:
„Freund, der Bhikkhu, der die Einflüsse zerstört hat, ist nicht mehr in der
Lage absichtlich ein lebendes Wesen zu töten. Der Bhikkhu, der die Einflüsse
zerstört hat, ist nicht mehr in der Lage etwas zu nehmen, was ihm nicht gehört,
so daß es als Diebstahl gelten würde. Der Bhikkhu, der die Einflüsse zerstört
hat, ist nicht mehr zur Sexualität (methunam dhammam) in der Lage. Der
Bhikkhu, der die Einflüsse zerstört hat, ist nicht mehr in der Lage bewußt zu
lügen. Der Bhikkhu, der die Einflüsse zerstört hat, ist nicht mehr in der Lage
Schätze anzuhäufen, um sich sinnlichen Vergnügungen hinzugeben, wie er es als
Haushälter gemacht hat. Der Bhikkhu, der die Einflüsse zerstört hat, ist nicht
mehr in der Lage aufgrund von Begehren zu handeln. Der Bhikkhu, der die
Einflüsse zerstört hat, ist nicht mehr in der Lage aufgrund von Haß zu handeln.
Der Bhikkhu, der die Einflüsse zerstört hat, ist nicht mehr in der Lage
aufgrund von Verblendung zu handeln. Der Bhikkhu, der die Einflüsse zerstört
hat, ist nicht mehr in der Lage aufgrund von Angst zu handeln. Freund, der
Bhikkhu, der Arahat ist, in dem die Einflüsse zerstört sind, der getan hat, was
zu tun ist, der die Last abgelegt hat, der das Höchste erreicht hat, der
vollständig die Fesseln des Werdens (bhava) zerstört hat, der durch
rechtes Wissen erlöst ist, ist dieser neun Arten des Verhaltens nicht
fähig.“
Sn
954: „Nicht zählt zu Gleichen sich der Muni, auch nicht zu Minderen oder
Überlegenen;
Befriedet
ist er, ohne Selbstsucht: nicht greift er auf, verwirft auch nicht.“
M
71: „Meister Gotama, gibt es irgendeinen
Haushälter, der, ohne die Fessel des Haushälterlebens aufzugeben, bei der
Auflösung des Körpers Dukkha ein Ende bereitet hat?“
„Vaccha, es gibt keinen Haushälter, der, ohne die Fessel
des Haushälterlebens aufzugeben, bei der Auflösung des Körpers dukkha
ein Ende bereitet hat.“
„Meister Gotama, gibt es irgendeinen Haushälter, der,
ohne die Fessel des Haushälterlebens aufzugeben, bei der Auflösung des Körpers
in eine himmlische Welt gekommen ist?“
„Vaccha, es gibt nicht nur hundert oder zwei- oder drei-
oder vier- oder fünfhundert, sondern weit mehr Haushälter, die, ohne die Fessel
des Haushälterlebens aufzugeben, bei der Auflösung des Körpers in eine
himmlische Welt gekommen sind.“
„Meister Gotama, gibt es irgendeinen ajivaka, der
bei der Auflösung des Körpers dukkha ein Ende bereitet hat?“
„Vaccha, es gibt keinen ajivaka, der bei der
Auflösung des Körpers dukkha ein Ende bereitet hat.“
„Meister Gotama, gibt es irgendeinen ajivaka, der
bei der Auflösung des Körpers in eine himmlische Welt gekommen ist?“
„Wenn ich an die letzten einundneunzig Äonen
zurückdenke, erinnere ich mich an keinen ajivaka, der bei der Auflösung
des Körpers in eine himmlische Welt gekommen ist, mit einer Ausnahme, und er
vertrat die Lehre von der sittlichen Wirksamkeit von Handlung, von der
sittlichen Wirksamkeit von Taten.“
„Nachdem das so ist, Meister Gotama, ist diese ganze
Schar von Anhängern anderer Sekten sogar leer von der Möglichkeit, in eine
himmlische Welt zu kommen.“
„Nachdem das so ist, Vaccha,
ist diese ganze Schar von Anhängern anderer Sekten sogar leer von der
Möglichkeit, in eine himmlische Welt zu kommen.“[27][27]
Arahattaphalasamadhi[28][28]
D 16: „Freund, warum hat sich
diese große Menschenmenge hier versammelt?
Gerade eben, Herr, als es in
Strömen regnete mit Blitzschlägen und Donnergrollen, wurden zwei Bauern,
Brüder, und vier Stiere getötet. Darum hat sich diese große Menschenmenge hier
versammelt. Doch wo wart ihr, Herr?
Ich war genau hier, Freund.
Wie denn, Herr, saht ihr nicht
(was geschah)?
Nein, Freund, ich sah es
nicht.
Aber Herr, habt ihr nicht den
Lärm gehört?
Nein, Freund, ich hörte den
Lärm nicht.
Wie denn, Herr, schlieft ihr
(zu der Zeit)?
Nein, Freund, ich habe nicht
geschlafen.
Wie denn, Herr, wart ihr
bewußt (in dem Moment)?
Ja, Freund.
So habt ihr denn, Herr, obwohl
ihr bewußt wart (saññi samano) und wach, dennoch nichts gesehen noch
gehört, obwohl es in Strömen regnete mit Blitzschlägen und Donnergrollen!
So ist es, Freund.“
Sn 226: „Die
als „die Lautere“ gerühmt vom Höchsten Buddha,
Die man als Sammlung mit sofortiger Frucht bezeichnet,
Nichts findet man, was solcher Sammlung gleicht!
Dies köstliche Juwel, es leuchtet in der Lehre!
Durch diese Wahrheit möge Glück entstehen!“
A X, 7:
„Mag wohl, Bruder Sariputta, der Mönch eine solche Sammlung erreichen, daß er
angesichts der Erde ohne Wahrnehmung der Erde ist... angesichts jener Welt ohne
deren Wahrnehmung ist, und daß er dennoch Wahrnehmung besitzt?
„Ja, Ananda,
das ist möglich.“
„Wie
aber, Bruder Sariputta, kann der Mönch eine solche Sammlung erreichen?“
„Einst,
Bruder Ananda, da weilte ich hier bei Savatthi im Dunklen Walde. Dort erreichte
ich eine solche Sammlung, daß ich angesichts der Erde ohne Wahrnehmung der Erde
war, daß ich angesichts des Wassers - des Feuers - des Windes - des Gebietes
der Raumunendlichkeit - der Bewußtseinsunendlichkeit - der Nichtsheit - der
Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung - angesichts dieser Welt - angesichts
jener Welt ohne Wahrnehmung von all diesen war, und dennoch besaß ich
Wahrnehmung.“
„Welche
Wahrnehmung aber hatte der ehrwürdige Sariputta bei dieser Gelegenheit?“
„Nibbana
ist Daseinserlöschung! Nibbana ist Daseinserlöschung!“ - diese eine
Wahrnehmung, Bruder, stieg in mir auf, und die andere Wahrnehmung schwand.
Gleichwie etwa, Bruder, bei einem Reisigfeuer die eine Flamme aufleuchtet, die
andere Flamme aber verschwindet; ebenso auch, Bruder, stieg in mir im Gedanken Nibbana
ist die Daseinserlöschung' diese eine Wahrnehmung auf, und die andere
Wahrnehmung schwand. Daß Nibbana die Daseinserlöschung ist, diese
Wahrnehmung hatte ich bei jener Gelegenheit.“
Ud 8, 1:
„Es
gibt ein Reich, wo die vier Elemente,
Aus denen sich die Welt
aufbaut, nicht sind.
Es ist nicht das der
Raumunendlichkeit,
Nicht das, wo Wahrnehmung
unendlich ist,
Nicht das des Nichts und nicht
das Grenzgebiet,
Wo Wahrnehmung nicht ist und
doch nicht fehlt.
Es ist nicht diese Welt und
keine andre.
Dort gibt es keine Sonne,
keinen Mond.
Das nenn' ich, Bhikkhus,
Kommen nicht noch Gehen
Noch Stehenbleiben, auch nicht
Untergehen
Und Neuerscheinen; es ist ohne
Stütze,
Auch ohne Wandlung, ohne
Gegenstände,
Und alles Leiden findet dort
sein Ende.“
S 35,
117: „ Daher, Bhikkhus, sollte jenes Gebiet verstanden werden, in welchem das
Auge, das Ohr, ... der Geist erlischt und die Wahrnehmung von Form, Geräuschen,
... geistigem Geschehen schwindet. Das Gebiet sollte verstanden werden.“
A IV,
174a: „Bleibt, Bruder, nach der restlosen Aufhebung und Erlöschung der sechs
Grundlagen des Sinneneindrucks noch irgend etwas übrig?“
„Sprich
nicht so, Bruder!“
„Bleibt,
Bruder, nach der restlosen Aufhebung und Erlöschung der sechs Grundlagen des
Sinneneindrucks nichts mehr übrig?“
„Sprich
nicht so, Bruder!“
„Bleibt,
Bruder, nach der restlosen Aufhebung und Erlöschung der sechs Grundlagen des
Sinneneindrucks etwas übrig und etwas nicht übrig?“
„Sprich
nicht so, Bruder!“
„Bleibt,
Bruder, nach der restlosen Aufhebung und Erlöschung der sechs Grundlagen des
Sinneneindrucks weder etwas übrig noch nicht übrig?“
„Sprich
nicht so, Bruder!“
„Auf
die Fragen: „Bleibt, Bruder, nach der restlosen Aufhebung und Erlöschung der
sechs Grundlagen des Sinneneindrucks noch etwas übrig - bleibt nichts mehr
übrig - bleibt etwas übrig und etwas nicht übrig - bleibt weder etwas übrig
noch nicht übrig?“ - auf alle diese Fragen erwiderst du: „Sprich nicht so,
Bruder!“ Wie aber, Bruder, soll man den Sinn dieser Worte verstehen?“[29][29]
„Zu
sagen: „Nach der restlosen Aufhebung und Erlöschung der sechs Grundlagen des
Sinneneindrucks bleibt noch etwas übrig - bleibt nichts mehr übrig - bleibt
etwas übrig und etwas nicht übrig - bleibt weder etwas übrig noch nicht übrig“
- all dies hieße ein Unerklärbares erklären. Wie weit, Bruder, die sechs
Grundlagen des Sinneneindrucks reichen, so weit eben reicht die [erklärbare]
Welt der Vielfalt; und wie weit die [erklärbare] Welt der Vielfalt reicht, so
weit eben reichen die sechs Grundlagen des Sinneneindrucks. Mit der restlosen
Aufhebung und Erlöschung der sechs Grundlagen des Sinneneindrucks, Bruder,
erlischt die Welt der Vielfalt, gelangt die Welt der Vielfalt zur Ruhe.“
A IX, 37: „So habe ich gehört. Einst weilte der
ehrwürdige Ananda im Ghosita-Kloster bei Kosambi. Dort wandte sich der ehrwürdige
Ananda an die Mönche:
„Wunderbar
ist es, Brüder, erstaunlich ist es, Brüder, wie da der Erhabene, der Kenner,
der Seher, der Heilige, Vollkommen Erleuchtete, inmitten der Bedrängnis den
Ausweg erkannt hat, zur Läuterung der Wesen, zur Überwindung von Sorge und
Klage, zur Aufhebung von Schmerz und Trübsal, zur Gewinnung des rechten Weges und
zur Verwirklichung des Nibbana.
Dasselbe
Auge und dieselben Formen sind zwar vorhanden, doch jenes Sinnengebiet wird
nicht mehr empfunden (patisamvedissati). Dasselbe Ohr und dieselben Töne
sind zwar vorhanden, doch jenes Sinnengebiet wird nicht mehr empfunden.
Dieselbe Nase und dieselben Düfte sind zwar vorhanden, doch jenes Sinnengebiet
wird nicht mehr empfunden. Dieselbe Zunge und dieselben Säfte sind zwar vorhanden,
doch jenes Sinnengebiet wird nicht mehr empfunden. Derselbe Körper und
dieselben Körpereindrücke sind zwar vorhanden, doch jenes Sinnengebiet wird
nicht mehr empfunden.“
Auf diese
Worte sprach der ehrwürdige Udayi also zum ehrwürdigen Ananda:
„Besitzt
man da wohl, Bruder, während man jenes Sinnengebiet nicht mehr empfindet,
Wahrnehmung oder nicht?“
„Man
besitzt dabei Wahrnehmung, Bruder, ist dabei nicht ohne Wahrnehmung.“
„Welche
Wahrnehmung aber besitzt man, wenn man jenes Sinnengebiet nicht mehr
empfindet?“
„Da,
Bruder, gewinnt der Mönch ... das Gebiet der Raumunendlichkeit. Während solcher
Wahrnehmung, Bruder, empfindet man jenes Sinnengebiet nicht mehr.
Fernerhin
gewinnt der Mönch ... das Gebiet der Bewußtseinsunendlichkeit - das Gebiet der
Nichtsheit. Auch während solcher Wahrnehmung, Bruder, empfindet man jenes
Sinnengebiet nicht mehr.
Einst,
Bruder, weilte ich bei Saketa, im Hirschparke des Añjanawaldes. Da kam die
Nonne Jatilagahiya zu mir und sprach: „Welches Ergebnis, ehrwürdiger £nanda,
wird wohl vom Erhabenen jener Sammlung zugesprochen, die weder hingeneigt ist
noch abgeneigt, noch auf mühsam erzwungener Unterdrückung beruht, die infolge
ihrer Loslösung gefestigt ist, infolge ihrer Festigkeit voll Seligkeit ist,
infolge ihrer Seligkeit nicht mehr erschüttert wird?“[30][30]
Auf diese
Worte erwiderte ich der Nonne Jatilag¤hiy¤ also: „Eine solche Sammlung,
Schwester, die weder hingeneigt ist noch abgeneigt, noch auf mühsam erzwungener
Unterdrückung beruht, die infolge ihrer Loslösung gefestigt ist, infolge ihrer
Festigkeit voll Seligkeit ist, infolge ihrer Seligkeit nicht mehr erschüttert
wird, eine solche Sammlung, Schwester, hat das Höchste Wissen (añña) zum
Ergebnis: das hat der Erhabene gesagt.“
Auch
während solcher Wahrnehmung, Bruder, empfindet man jenes Sinnengebiet nicht
mehr.“
A III,
32: „Mag wohl, Herr, ein Mönch eine solche Sammlung des
Geistes erlangen, wobei ihm bei diesem Bewußtsein besitzenden Körper wie auch
bei allen äußeren Vorstellungen keinerlei Triebe des Ich und Mein, keinerlei
Neigungen des Dünkels aufkommen und er im Besitze jener Gemütserlösung und
Weisheitserlösung verweilt, wobei dem darin Verweilenden keinerlei Triebe des
Ich und Mein, keinerlei Neigungen des Dünkels aufsteigen können?“
„Wohl
mag, Ananda, ein Mönch eine solche Sammlung des Geistes erlangen.“
„Wie
aber, Herr, mag ein Mönch eine solche Sammlung des Geistes erlangen?“
„Da, Ananda,
merkt ein Mönch also: „Dies ist der Friede, dies ist das Erhabene: nämlich der
Stillstand aller Gestaltungen, die Loslösung von allen Daseinsgrundlagen, die
Versiegung des Begehrens, die Abwendung, Aufhebung, das Nibbana.“
Dadurch mag da, Ananda, ein Mönch eine solche Sammlung des Geistes erlangen,
daß ihm da bei diesem Bewußtsein besitzenden Körper sowie bei allen äußeren
Vorstellungen keinerlei Triebe des Ich und Mein, keinerlei Neigungen des
Dünkels aufkommen und er im Besitze jener Gemütserlösung und Weisheitserlösung
verweilt, wobei dem darin Verweilenden keinerlei Triebe des Ich und Mein,
keinerlei Neigungen des Dünkels aufsteigen können.“[31][31]
Vorraussetzungen
für die Verwirklichung von Nibbana
A I, 5: „Dass, ihr Mönche, ein mit dem scharfen Ende nach
unten gerichteter Reis- oder Gerstenhalm, wenn man mit der Hand oder
dem Fuß an ihn stößt, die Hand oder den Fuß verletzen oder zum Bluten bringen
könnte, das ist nicht möglich; denn der Halm ist ja verkehrt gerichtet. Ebenso,
ihr Mönche, dass da ein Mönch mit verkehrt gerichtetem Geiste die Unwissenheit
durchbrechen, das Wissen erwecken und das Nibbana verwirklichen könnte,
auch das ist nicht möglich; denn sein Geist ist ja verkehrt gerichtet.
Dass
aber, ihr Mönche, ein mit dem scharfen Ende nach oben gerichteter Reis- oder
Gerstenhalm, wenn man mit der Hand oder dem Fuß an ihn stößt, die Hand oder den
Fuß verletzen oder zum Bluten bringen könnte, das ist wohl möglich; denn der
Halm ist ja recht gerichtet. Ebenso, ihr Mönche, dass da ein Mönch mit recht
gerichtetem Geiste die Unwissenheit durchbrechen, das Wissen erwecken und das Nibbana
verwirklichen könnte, das ist wohl möglich; denn sein Geist ist ja recht
gerichtet.“[32][32]
A IV, 37: „Ein Mönch, ihr Mönche, dem vier Dinge eignen, ist
keines Rückfalls fähig: er ist dem Nibbana nahe. Welches sind diese
vier? Da ist, ihr Mönche, der Mönch vollkommen in der Sittlichkeit, hält die
Sinnestore bewacht, kennt das Maß beim Mahle und befleißigt sich der
Wachsamkeit.
Wie aber
ist der Mönch vollkommen in Sittlichkeit? Da ist ein Mönch sittenrein, er
befolgt die Ordenssatzung, ist vollkommen in Wandel und Umgang, und, vor dem
kleinsten Vergehen zurückschreckend, schult er sich in den Übungsregeln, die er
auf sich genommen. So ist der Mönch vollkommen in Sittlichkeit.
Wie aber
hält der Mönch die Sinnentore bewacht? Erblickt da der Mönch mit dem Auge eine
Form, so haftet er weder am Ganzen, noch an den Einzelheiten. Und weil bei
unbewachtem Auge Begehren und Mißstimmung, üble, unheilsame Einflüsse in ihn
einströmen möchten, daher bemüht er sich, dem zu wehren; er bewacht das Auge
und zügelt es. Vernimmt er mit dem Ohre einen Ton - riecht er mit der Nase
einen Duft - schmeckt er mit der Zunge einen Saft - fühlt er mit dem Körper
etwas Tastbares - ist er sich im Geiste eines Gedankens bewußt, so haftet er
weder am Ganzen, noch an Einzelheiten. Und weil bei unbewachtem Geiste Begehren
und Mißstimmung, üble, unheilsame Einflüsse in ihn einströmen möchten, daher
bemüht er sich, dem zu wehren; er bewacht den Geist und zügelt ihn. So hält der
Mönch die Sinnentore bewacht.
Wie aber
kennt der Mönch das Maß beim Mahle? Da nimmt der Mönch gründlich besonnen seine
Nahrung zu sich: nicht etwa zum Vergnügen oder Genusse, nicht um üppig und
schön zu werden, sondern eben nur zur Erhaltung und Fristung dieses Körpers, um
Schaden zu verhüten und das heilige Leben zu ermöglichen. Er weiß: 'Auf diese
Weise werde ich das frühere Gefühl stillen und kein neues Gefühl aufkommen
lassen, und langes Leben, Untadeligkeit und Wohlsein wird mir beschieden sein.'
So kennt der Mönch das Maß beim Mahle.
Wie aber
befleißigt sich der Mönch der Wachsamkeit? Da läutert der Mönch während des
Tages, gehend oder sitzend, seinen Geist von hemmenden Dingen, läutert während
der ersten Nachtwache seinen Geist von hemmenden Dingen. In der mittleren
Nachtwache pflegt er der Ruhe; sich wie ein Löwe auf die rechte Seite legend,
ein Fuß auf den anderen gelegt, richtet er achtsam und besonnen seine Gedanken
auf die Zeit des Aufstehens. In der letzten Nachtwache erhebt er sich und
läutert, gehend oder sitzend, seinen Geist von hemmenden Dingen. So befleißigt
sich der Mönch der Wachsamkeit.
Ein
Mönch, ihr Mönche, dem diese vier Dinge eignen, ist keines Rückfalls fähig: er
ist dem Nibbana nahe.
Gefestigt
in der Sittlichkeit,
die
Sinnentore wohl bewacht,
hält da
beim Mahle Maß der Mönch
und übt
sich in der Wachsamkeit.
Wer
derart voller Eifer weilt
und tags
und nachts nicht lässig ist,
das Gute
zur Entfaltung bringt
und nach
dem höchsten Frieden ringt,
Solch ein
Jünger, freudig strebend,
die
Gefahr des Leichtsinns kennend,
ist des
Rückfalls nicht mehr fähig,
nahe ist
er dem Nibbana.“
A IX, 1:
„Sollten da, ihr Mönche, andersgläubige Wanderasketen euch fragen, was wohl die
Grundlage ist für die Entfaltung der zur Erleuchtung führenden Dinge, so habt
ihr da, ihr Mönche, jenen andersgläubigen Wanderasketen also zu erwidern:
„Da, ihr
Brüder, besitzt der Mönch edle Freunde, edle Gefährten, edle Genossen. Das, ihr
Brüder, ist die erste Grundlage für die Entfaltung der zur Erleuchtung
führenden Dinge.
Fernerhin,
ihr Brüder, ist der Mönch sittenrein, er befolgt die Ordenssatzung, ist
vollkommen in Wandel und Umgang und, vor dem kleinsten Vergehen
zurückschreckend, schult er sich in den Übungsregeln, die er auf sich genommen.
Das, ihr Brüder, ist die zweite Grundlage.
'Fernerhin,
ihr Brüder: was da jene asketentümlichen, der Erschließung des Geistes
förderlichen Gespräche sind, als wie Gespräche über Bescheidenheit,
Zufriedenheit, Einsamkeit, Abgeschiedenheit, Willenskraft, Sittlichkeit,
Sammlung, Weisheit, Befreiung und den Erkenntnisblick der Befreiung - solche Gespräche
werden ihm nach Wunsch, ohne Mühe und Schwierigkeit, zuteil. Das, ihr Brüder,
ist die dritte Grundlage.
Fernerhin,
ihr Brüder: da setzt der Mönch seine Willenskraft ein, um die unheilsamen Dinge
zu überwinden und die heilsamen Dinge zu erwerben; er ist standhaft von
gestählter Kraft, nicht nachlässig im Guten. Das, ihr Brüder, ist die vierte
Grundlage.
Fernerhin,
ihr Brüder, ist der Mönch weise: er ist ausgerüstet mit jener Weisheit, die das
Entstehen und Vergehen begreift, die edel ist, durchdringend und zur völligen
Leidensvernichtung führt. Das, ihr Brüder, ist die fünfte Grundlage.
Bei einem
Mönche nämlich, der edle Freunde besitzt, edle Gefährten, edle Genossen, da,
ihr Mönche, steht zu erwarten, daß er sittenrein sein wird, ein Befolger der
Ordenssatzung...; daß ihm jene asketentümlichen, der Erschließung des Geistes
so förderlichen Gespräche zuteil werden...; daß er seine Willenskraft einsetzen
wird, um die unheilsamen Dinge zu überwinden und die heilsamen Dinge zu
erwecken...; daß er weise sein wird: ausgerüstet mit jener Weisheit, die das
Entstehen und Vergehen begreift, die edel ist, durchdringend und zur völligen
Leidensvernichtung führt.
Ist nun
aber, ihr Mönche, der Mönch in diesen fünf Dingen gefestigt, so hat er außerdem
noch vier weitere Dinge zu entfalten: - die Vorstellung der Unreinheit (des
Körpers) hat er zu entfalten zur Überwindung des Begehrens, die Güte hat er zu
entfalten zur Überwindung des Hasses; die Achtsamkeit bei Ein- und Ausatmung
hat er zu entfalten zum Abschneiden der Gedanken; die Vorstellung der
Vergänglichkeit hat er zu entfalten zur Ausrottung des Ichdünkels. Bei der
Vorstellung der Vergänglichkeit nämlich, ihr Mönche, festigt sich im Mönche die
Vorstellung der Ichlosigkeit; und der Ichlosigkeit gewahr, erreicht er die
Ausrottung der „Ich bin-Vorstellung“ und das an sich ist das Erlangen von Nibbana
hier und jetzt.“
S 7, 6: „Mit Knoten innen und mit Knoten außen, mit Knoten
verknotet sind die Geschöpfe. Das frage ich dich, Gotama: wer wird den Knoten
entknoten?"
„Der Mann, der in der
sittlichen Zucht fest steht,
der Weise, der Denken und
Erkenntnis schult,
Der eifrige, tüchtige Bhikkhu,
der wird den Knoten entknoten.
Bei denen Begierde und Haß und
Nichtwissen schwinden,
Die Vollendeten, bei denen die
weltlichen Einflüsse vernichtet sind,
durch sie ist der Knoten
entknotet.
Wo Name und Form restlos
aufgehoben wird
Und inneres Widerstreben und
Formvorstellung, da wird der Knoten zerschnitten.“[33][33]
Ud 12:
„In Dorf und Wald von Wohl und Weh berührt,
legt´s
keinem 'Ich' zur Last und keinem 'andern':
Berührungen
(phassa) berühr´n bezugsbedingt (upadhim paticca).
Wie könnt' Berührung von
Bezügen Freie treffen!“
Ud 10: „Bahiya, du solltest
dich so üben: „Im Gesehenen wird nur das Gesehene sein, im Gehörten nur das
Gehörte, im sinnlich Erfahrenen nur das sinnlich Erfahrene, im Erkannten nur
das Erkannte.“ So solltest du dich üben, B¤hiya. Wenn im Gesehenen nur das
Gesehene, im ehörten nur das Gehörte, im sinnlich Erfahrenen nur das sinnlich
Erfahrenes, im Erkannte nur das Erkannte, dann, bist du nicht dadurch. Und wenn
du nicht dadurch bist, dann bist du nicht darin. Und wenn du nicht darin bist,
dann bist du weder hier noch dort noch dazwischen: Das eben ist das Ende des
Leidens.“
A VI, 85:“ Ein Mönch, bei dem sechs Umstände
anzutreffen sind, der, ihr Mönche, ist nicht imstande, das höchste
Ausgeglühtsein [der Leidenschaften] zu verwirklichen. Welches sind diese sechs
Umstände?
Wenn der
Mönch zu einer Zeit, wo er seinen Geist zügeln sollte, ihn nicht zügelt; wo er
ihn anspannen sollte, ihn nicht anspannt; wo er ihn aufheitern sollte, ihn
nicht aufheitert; wo er ihn gleichmütig stimmen sollte, ihn nicht gleichmütig
stimmt; wenn er zu Niedrigem neigt und Gefallen findet an seiner eigenen
Person.
Doch ein
Mönch, bei dem die folgenden sechs Umstände anzutreffen sind, der, ihr Mönche,
ist wohl imstande, das höchste Ausgeglühtsein [der Leidenschaften] zu
verwirklichen. Welches sind diese sechs Eigenschaften?
Wenn der
Mönch zu einer Zeit, wo er seinen Geist zügeln soll, ihn zügelt; wo er seinen
Geist anspannen soll, ihn anspannt; wo er seinen Geist aufheitern soll, ihn
aufheitert; wo er seinen Geist gleichmütig stimmen soll, ihn gleichmütig
stimmt; wenn er zu Hohem neigt und am Nibbana Gefallen findet.“
A VI, 98-100: „Wenn da, ihr Mönche, ein Mönch irgendein
Daseinsgebilde als beständig – als glücksbringend – als Ich betrachtet, so ist
es unmöglich, daß er lehrgemäße Überzeugung besitzt.
Besitzt
er aber keine lehrgemäße Überzeugung, so ist es unmöglich, daß er den
vollkommenen Pfad der Gewißheit betreten kann.
Ohne aber
den vollkommenen Pfad der Gewißheit betreten zu haben, ist es unmöglich, daß er
die Frucht des Stromeintritts, der Einmalwiederkehr, der Nichtwiederkehr oder
der Heiligkeit verwirklichen wird.
Wenn
aber, ihr Mönche, ein Mönch jegliches Daseinsgebilde als vergänglich – als
leidhaft – als Nicht-Ich betrachtet, so ist es wohl möglich, daß er lehrgemäße
Überzeugung besitzen wird. Besitzt er aber lehrgemäße Überzeugung, so ist es
wohl möglich, daß er den vollkommenen Pfad der Gewißheit betreten wird. Hat er
aber den vollkommenen Pfad der Gewißheit betreten, so ist es wohl möglich, daß
er die Frucht des Stromeintritts, der Einmalwiederkehr, der Nichtwiederkehr
oder der Heiligkeit verwirklichen wird.“
S 22, 46:
„Die Körperlichkeit - das Gefühl - die Wahrnehmung -
die Gestaltungen - das Bewußtsein, ihr Mönche, sind vergänglich; was
vergänglich ist, das ist leidvoll; was leidvoll ist, das ist Nicht-Ich; was
Nicht-Ich ist, davon gilt: „Dies gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist
nicht mein Selbst.“ So ist dies der Wirklichkeit gemäß mit rechter Weisheit zu
verstehen.
Er, der
dies so der Wirklichkeit gemäß mit rechter Weisheit versteht, hat keine auf die
Vergangenheit bezügliche Ansichten. Wenn solche nicht vorhanden sind, dann gibt
es auch keine auf die Zukunft bezügliche Ansichten. Wenn diese nicht vorhanden
sind, dann gibt es kein eigensinniges Ergreifen. Wenn es kein eigensinniges
Ergreifen gibt, dann wird der Geist hinsichtlich der Körperlichkeit ... des
Bewußtseins entsüchtet, wird ohne Anhaften befreit von den Trieben. Aufgrund
dieser Befreiung ist er gefestigt; aufgrund des Gefestigtseins ist er
befriedigt; aufgrund des Befriedigtseins ist er unverstört; aufgrund des Unverstörtseins
erlangt er persönlich Nibbana. Er versteht: „Versiegt ist die Geburt,
vollendet der Heilige Wandel, getan das Werk, nichts Weiteres nach diesem
hier“.
A VI, 101: „Wenn da, ihr Mönche, ein Mönch das Nibbana
als Leiden betrachtet, so ist es unmöglich, daß er lehrgemäße Überzeugung
besitzt. ...
Wenn
aber, ihr Mönche, ein Mönch das Nibbana als Glück betrachtet, so ist es wohl möglich, daß
er lehrgemäße Überzeugung besitzt.“
A V, 69-70: „Fünf Dinge, ihr Mönche, wenn entfaltet und häufig
geübt, führen zur gänzlichen Abwendung [vom Dasein], zur Entsüchtung, Aufhebung
und zum Frieden, zu hoher Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbana -
führen zur Versiegung der Triebe. Welche fünf Betrachtungen?
Da, ihr
Mönche, weilt der Mönch in Betrachtung der Unreinheit des Körpers, ist
eingedenk des Ekelhaften bei der Nahrung, ist eingedenk der Reizlosigkeit des
ganzen Daseins, er betrachtet die Vergänglichkeit aller Gebilde, und die
Vorstellung des Todes hat sich in seinem Inneren wohl gefestigt.“
A X, 2:
„Nicht braucht, ihr Mönche, der Sittenreine, der Sittlichkeit Besitzende eine
Willensanstrengung zu machen, damit ihm Reuelosigkeit aufsteigt; ein Gesetz ist
es, daß dem Sittenreinen, dem Sittlichkeit Besitzenden Reuelosigkeit aufsteigt.
Nicht
braucht, ihr Mönche, der Reuelose eine Willensanstrengung zu machen, damit ihm
Freude aufsteige; ein Gesetz ist es,
daß dem Reuelosen Freude
aufsteigt...
daß dem Freudigen Verzückung
aufsteigt...
daß dem im Geiste Verzückten
sein Inneres gestillt wird...
daß der innerlich Gestillte
Glück empfindet...
daß des Glücklichen Geist sich
sammelt...
daß der geistig Gesammelte der
Wirklichkeit gemäß erkennt und versteht...
daß der wirklichkeitsgemäß
Erkennende und Verstehende sich abwendet und entsüchtet wird...
daß der Abgewandte und
Entsüchtete den Erkenntnisblick der Erlösung verwirklicht.
Somit
haben Abwendung und Entsüchtung den Erkenntnisblick der Erlösung zu Segen und
Lohn... haben die heilsamen Sitten die Reuelosigkeit zum Segen und Lohn.
So also,
ihr Mönche, lassen die einen Erscheinungen die anderen Erscheinungen entstehen,
bringen die einen Erscheinungen die anderen Erscheinungen zur Vollendung, so
daß eben die diesseitigen Erscheinungen zum jenseitigen Ziele hingeleiten.“
Erlebtes
Nibbana[34][34]
Sn
915-916: „Ich frage dich, Sonnensohn, großer Seher, über Abgeschiedenheit und
die Friedensstätte: Mit welcher Einsicht und an nichts in der Welt hängend
verwirklicht ein Mönch
Nibbana?“
[Der Erhabene:] „Möge er
die Wurzel aller Konzepte, die durch ausufernde Tendenz charakterisiert sind,
vollkommen abschneiden, nämlich die Vorstellung „Ich bin der Denker“.“
A
XI, 10: „Nicht sinnt er über die Erde, das Wasser, das Feuer oder den Wind;
nicht sinnt er über das Gebiet der Raumunendlichkeit, der Bewusstseinsunendlichkeit,
der Nichtsheit oder der Weder-Wahrnehmung-noch-Nicht-wahrnehmung; sinnt nicht
über diese Welt oder jene Welt; auch nicht über das, was er gesehen, gehört,
empfunden, erkannt, erreicht, gesucht oder im Geiste erforscht hat; aber
dennoch sinnt er. Dem also sinnenden guten, edlen Menschen aber, o Saddha,
bringen die Himmelswesen mit Indra, Brahma und Paj¤pati an der Spitze selbst
von ferne ihre Verehrung dar:
„Verehrung
dir, dem edlen Menschen,
Verehrung
dir, dem höchsten Herrn,
von
dem wir nicht erkennen können,
worüber
du im Geiste sinnst.“
M 1: „Er erkennt Nibbana unmittelbar als Nibbana. Nachdem er Nibbana
unmittelbar als Nibbana erkannt hat, stellt er sich nicht Nibbana
vor, er macht sich nicht Vorstellungen über Nibbana, er macht sich nicht
Vorstellungen von Nibbana ausgehend, er stellt sich nicht vor „Nibbana
ist mein“, er erfreut sich nicht an Nibbana. Warum ist das so? Weil er
frei von Verblendung ist, durch die Vernichtung der Verblendung.“
A X,7:„Folgende Wahrnehmung
stieg in mir auf: „Nibbana
ist das Ende allen Werdens.“ Eine andere Wahrnehmung schwand in mir: „Nibbana ist das Ende allen
Werdens.“ Gleichwie, Bruder, bei einem Reisigfeuer eine Flamme entsteht und
eine andere Flamme verschwindet, ebenso entstand die Wahrnehmung in mir: „Nibbana ist das Ende allen
Werdens“ und eine andere Wahrnehmung schwand in mir: „Nibbana ist das Ende allen
Werdens.“ Doch zur selben Zeit, Bruder, habe ich bewusst wahrgenommen.“
A IX, 37:
„Wunderbar ist es, Brüder, erstaunlich ist es, Brüder, wie da der Erhabene, der
Kenner, der Seher, der Heilige, Vollkommen Erleuchtete, inmitten der Bedrängnis
den Ausweg erkannt hat, zur Läuterung der Wesen, zur Überwindung von Sorge und
Klage, zur Aufhebung von Schmerz und Trübsal, zur Gewinnung des rechten Weges
und zur Verwirklichung des Nibbana.
Dasselbe
Auge und dieselben Formen sollen zwar bleiben, doch jenes Sinnengebiet soll man
nicht mehr empfinden. Dasselbe Ohr und dieselben Töne sollen zwar bleiben, doch
jenes Sinnengebiet soll man nicht mehr empfinden. Dieselbe Nase und dieselben
Düfte sollen zwar bleiben, doch jenes Sinnengebiet soll man nicht mehr
empfinden. Dieselbe Zunge und dieselben Säfte sollen zwar bleiben, doch jenes
Sinnengebiet soll man nicht mehr empfinden. Derselbe Körper und dieselben
Körpereindrücke sollen zwar bleiben, doch jenes Sinnengebiet soll man nicht
mehr empfinden.“
Auf diese
Worte sprach der ehrwürdige Udayi also zum ehrwürdigen Ananda:
„Besitzt
man da wohl, Bruder, während man jenes Sinnengebiet nicht mehr empfindet,
Wahrnehmung oder nicht?“
„Man
besitzt dabei Wahrnehmung, Bruder, ist dabei nicht ohne Wahrnehmung.“
„Welche
Wahrnehmung aber besitzt man, wenn man jenes Sinnengebiet nicht mehr
empfindet?“
„Da,
Bruder, gewinnt der Mönch ... das Gebiet der Raumunendlichkeit. Während solcher
Wahrnehmung, Bruder, empfindet man jenes Sinnengebiet nicht mehr.
Fernerhin
gewinnt der Mönch ... das Gebiet der Bewußtseinsunendlichkeit - das Gebiet der
Nichtsheit. Auch während solcher Wahrnehmung, Bruder, empfindet man jenes
Sinnengebiet nicht mehr.
Einst,
Bruder, weilte ich bei Saketa, im Hirschparke des Añjanawaldes. Da kam die
Nonne Jatilagahiya zu mir und sprach: „Welches Ergebnis, ehrwürdiger £nanda,
wird wohl vom Erhabenen jener Sammlung zugesprochen, die weder hingeneigt ist
noch abgeneigt, noch auf mühsam erzwungener Unterdrückung beruht, die infolge
ihrer Loslösung gefestigt ist, infolge ihrer Festigkeit voll Seligkeit ist,
infolge ihrer Seligkeit nicht mehr erschüttert wird?“ Auf diese Worte erwiderte
ich der Nonne Jatilagahiya also: „Eine solche Sammlung, Schwester, die weder
hingeneigt ist noch abgeneigt, noch auf mühsam erzwungener Unterdrückung
beruht, die infolge ihrer Loslösung gefestigt ist, infolge ihrer Festigkeit
voll Seligkeit ist, infolge ihrer Seligkeit nicht mehr erschüttert wird, eine
solche Sammlung, Schwester, hat das Höchste Wissen zum Ergebnis: das hat der
Erhabene gesagt.“
Auch
während solcher Wahrnehmung, Bruder, empfindet man jenes Sinnengebiet nicht
mehr.“
M 112: „Freunde, in Bezug auf das
Gesehene verweile ich, ohne angezogen zu werden, ohne abgestoßen zu werden,
unabhängig, ungebunden, frei, losgelöst, mit einem unbeschränkten Herzen.
In Bezug auf das Gehörte verweile ich, ohne angezogen zu werden, ohne
abgestoßen zu werden, unabhängig, ungebunden, frei, losgelöst, mit einem
unbeschränkten Herzen. In Bezug auf das Empfundene verweile ich, ohne angezogen
zu werden, ohne abgestoßen zu werden, unabhängig, ungebunden, frei, losgelöst,
mit einem unbeschränkten Herzen. In Bezug auf das Erfahrene verweile ich, ohne
angezogen zu werden, ohne abgestoßen zu werden, unabhängig, ungebunden, frei,
losgelöst, mit einem unbeschränkten Herzen.“
M
75: „Bei einer späteren Gelegenheit,
nachdem ich den Ursprung, das Verschwinden, die Befriedigung, die Gefahr und
das Entkommen im Falle der Sinnesvergnügen der Wirklichkeit entsprechend kannte
, überwand ich das Begehren nach Sinnesvergnügen, entfernte ich das Fieber nach
Sinnesvergnügen, und ich verweile ohne Durst, mit einem Geist, der inneren
Frieden hat. Ich sehe andere Wesen, die nicht frei von Sinnesbegierde sind, die
vom Begehren nach Sinnesvergnügen verzehrt werden, die vor Fieber nach
Sinnesvergnügen brennen, die in Sinnesvergnügen schwelgen, und ich beneide sie
nicht, auch ergötze ich mich nicht daran. Warum ist das so? Magandiya, weil es eine Freude gibt,
abseits von Sinnesvergnügen, abseits von unheilsamen Geisteszuständen, welche
himmlische Glückseligkeit übertrifft. Da ich mich an jenem erfreue, beneide ich
nicht, was geringer ist, auch ergötze ich mich nicht daran.“
S 2, 18: „Freust du dich,
Samana?“
„Was hätte ich denn gewonnen,
Verehrter?“
„So bist du also traurig,
Samana?“
„Was wäre mir denn verloren
gegangen, Verehrter?“
„So freust du dich also nicht,
Samana, noch bist du traurig?“
„So ist es, Verehrter.“
M 44: „Freund Vis¤kha, wenn
ein Mönch aus dem Erreichungszustand des Aufhörens von Wahrnehmung und Gefühl
herausgetreten ist, berühren ihn drei Arten von Kontakt: Leerheit-Kontakt,
merkmalloser Kontakt, wunschloser Kontakt.“
M 72: „Ebenso, Vaccha, ist jene Form, die jemand, der den
Tathagata beschreibt, zur
Beschreibung heranziehen könnte,
vom Tathagata überwunden worden, an der
Wurzel abgeschnitten, einem Palmenstrunk gleich gemacht, beseitigt, so dass
sie künftigem Entstehen nicht
mehr unterworfen ist. Der Tathagata ist von der Begrifflichkeit der Form
befreit, Vaccha, er ist tiefgründig, unermesslich, schwer zu ergründen wie der Ozean. Der
Ausdruck „wiedererscheinen“ ist nicht zutreffend, der Ausdruck „nicht
wiedererscheinen“ ist nicht zutreffend, der Ausdruck „sowohl wiedererscheinen
als auch nicht wiedererscheinen“ ist nicht zutreffend, der Ausdruck „weder
wiedererscheinen noch nicht wiedererscheinen“ ist nicht zutreffend. Jenes Gefühl … Jene Wahrnehmung …
Jene Gestaltungen … Jenes Bewusstsein … ist nicht zu treffend.“[35][35]
S
22, 86: „Was meinst du, Anuradha,
betrachtest du die Körperlichkeit als den Vollendeten?“ „Wahrlich nicht, Herr.“
„Betrachtest
du das Gefühl - die Wahrnehmung - die Gestaltungen - das Bewußtsein als den
Vollendeten?“
„Wahrlich
nicht, Herr.“
„Was
meinst du, Anuradha: Betrachtest du den Vollendeten als in der Körperlichkeit?“
„Wahrlich nicht, Herr.“
„Betrachtest
du den Vollendeten als außerhalb der Körperlichkeit?“
„Wahrlich
nicht, Herr.“
„Betrachtest
du den Vollendeten als im Gefühl - in der Wahrnehmung - in den Gestaltungen -
im Bewußtsein?“
„Wahrlich
nicht, Herr.“
„Betrachtest
du den Vollendeten als außerhalb von Gefühl - als außerhalb von Wahrnehmung -
von Gestaltungen - von Bewußtsein?“
„Wahrlich
nicht, Herr.“
„Was
meinst du, Anuradha: Betrachtest du Körperlichkeit, Gefühl, Wahrnehmung,
Gestaltungen, Bewußtsein (zusammen) als den Vollendeten?“
„Wahrlich
nicht, Herr.“
„Was
meinst du, Anuradha: Einen, der ohne Körperlichkeit ist, ohne Gefühl, ohne
Wahrnehmung, ohne Gestaltungen und ohne Bewußtsein, betrachtest du den als den
Vollendeten?“
„Wahrlich
nicht, Herr.“
„Da nun
also von dir, Anuradha, der Vollendete nicht einmal bei Lebzeiten wirklich und
wahrhaft aufgefunden werden kann, ist dann deine Behauptung angebracht: „Der da
der Vollendete ist, das höchste Wesen, das edelste Wesen, der das höchste Ziel
erreicht hat; soll ein solcher Vollendeter bezeichnet werden, dann wird er es
außerhalb dieser vier Möglichkeiten: Der Vollendete besteht nach dem Tode - der
Vollendete besteht nicht nach dem Tode - der Vollendete besteht und besteht
nicht nach dem Tode - der Vollendete besteht weder noch besteht er nicht nach
dem Tode“?“
„Wahrlich
nicht, Herr.“
„Gut,
gut, Anuradha! Dies nur, Anuradha, verkünde ich, früher wie heute: das Leiden
und des Leidens Aufhebung.“[36][36]
Ud 10: „Wo Wasser Erde, Feuer, Luft
nicht irgend Boden finden kann, da geben
keine Sterne Licht, und eine Sonne leuchtet nicht, und auch ein Mond gibt
keinen Schein; Es ist dort keine Dunkelheit, denn wenn ein Weiser aus sich
selbst im Schweigen sehend wurde, heil, ist er von Form, Formlosigkeit, von
Wohl und Wehe ganz gelöst.“
Thag 415-416: „Ein Seher,
Sieger sei, Kacc¤yano:
Du kennst gar wohl den Weg zum sichern Gipfel;
Ist höchste Klarheit erst erklommen,
Lischt aus dein Licht wie Fackelglut im Wasser.
Die Leuchte, trübe flackernd, strahlenarm,
Der Sturm zerfegt sie wie Lianen bald;
So lösch' auch du, nicht haftend irgend an,
Die Todesfackel aus als Sohn Indras.
Im Reich der Sinnenmächte sinnenrein
Wart' ab die Zeit, im Leben schon erlöst.“
Sn 235: „Zerstört ist Altes und nichts Neues ist im
Werden!
Das
Herz ist frei von Sucht nach künftigem Dasein;
Die
Keime (der Existenz) sind zerstört und Wille wächst nicht mehr!
So
erlöschen die Weisen dieser Lampe gleich!“
A IV, 41: „Vier Entfaltungen der Geistessammlung (samadhi-bhavana) gibt es, ihr Mönche.
Welche vier?
Es gibt, ihr Mönche, eine Entfaltung der Sammlung,
die, geübt und beharrlich gepflegt,
zu gegenwärtigem Wohlsein führt. ...zur Erlangung
des Erkenntnisblickes führt. ...zur Achtsamkeit und Wissensklarheit führt.
...zur Versiegung der Triebe führt.
... Welche Entfaltung der Sammlung aber, ihr
Mönche, führt, geübt und beharrlich gepflegt, zur Versiegung der Triebe?
Da verweilt der Mönch in der Betrachtung des
Entstehens und Vergehens bei den fünf Gruppen des Anhaftens: „So ist die
Körperlichkeit, so die Entstehung der Körperlichkeit, so die Auflösung der
Körperlichkeit; so ist das Gefühl, so die Entstehung des Gefühls, so die
Auflösung des Gefühls; so ist die Wahrnehmung, so die Entstehung der
Wahrnehmung, so die Auflösung der Wahrnehmung; so sind die geistigen
Bildekräfte, so die Entstehung der geistigen Bildekräfte, so die Auflösung der
geistigen Bildekräfte; so ist das Bewußtsein, so die Entstehung des
Bewußtseins, so die Auflösung des Bewußtseins.“ Dies gilt als jene Entfaltung
der Sammlung, die, geübt und beharrlich gepflegt, zur Versiegung der Triebe
führt.“
A IX,
52-61: „Man spricht da, Bruder, vom Frieden - von der Gewinnung des Friedens -
vom Todlosen - von der Gewinnung des Todlosen - von der Furchtfreiheit - von
der Gewinnung der Furchtfreiheit - von der Beruhigung - von der stufenweisen
Beruhigung - von der Erlöschung - von der stufenweisen Erlöschung. Was aber,
Bruder, hat der Erhabene darüber gesagt?“
„Da gewinnt, Bruder, der Mönch die erste
Vertiefung... das Gebiet der Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung. Das,
Bruder, hat der Erhabene als den Frieden ... als die stufenweise Erlöschung
bezeichnet, in gewisser Hinsicht.
Ferner, Bruder, gewinnt der Mönch nach völliger
Überwindung des Gebietes der Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung die
Erlöschung von Wahrnehmung und Gefühl; und, weise erkennend, gelangen in ihm
die Triebe zur Versiegung. Das, Bruder, hat der Erhabene als den Frieden ...
als die stufenweise Erlöschung bezeichnet, und zwar in jeder Hinsicht.“
A IX, 33: „Wo die sinnlichen Dinge zur Erlöschung
gelangen und wo jene weilen, die die sinnlichen Dinge wiederholt zur Erlöschung
bringen, in diesem Zustand wahrlich sind jene Ehrwürdigen insoweit gestillt,
entwähnt, entronnen, zum Anderen Ufer gelangt, so sage ich. Wo aber gelangen
die sinnlichen Dinge zur Erlöschung, und wo verweilen jene, die die sinnlichen
Dinge wiederholt zur Erlöschung bringen? Wer da sagt, daß er es nicht weiß und
nicht kennt, dem hat man also zu erklären:
Da, Bruder, gewinnt ein Mönch, ganz abgeschieden
von den Sinnendingen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, die mit
Gedankenfassen und Überlegen verbundene, in der Abgeschiedenheit erzeugte, von
Verzückung und Glücksgefühl erfüllte erste Vertiefung und weilt in ihr. Hier
gelangen die sinnlichen Dinge zur Erlöschung, und hier weilen jene, die die
sinnlichen Dinge wiederholt zur Erlöschung bringen. Wahrlich, ihr Mönche, ein
Mönch, der frei ist von Heuchelei und Verstellung, sollte diesen Worten Beifall
schenken und sie billigen. Und hat er ihnen Beifall geschenkt und sie
gebilligt, so sollte er mit ehrfurchtsvoll gefalteten Händen dastehen.
Wo Gedankenfassen und Überlegen zur Erlöschung
gelangen und wo jene weilen, die Gedankenfassen und Überlegen wiederholt zur
Erlöschung bringen, in diesem Zustand wahrlich sind jene Ehrwürdigen insoweit
gestillt, entwähnt, entronnen, zum Anderen Ufer gelangt, so sage ich. Wo aber
gelangen Gedankenfassen und Überlegen zur Erlöschung, und wo weilen jene, die
Gedankenfassen und Überlegen wiederholt zur Erlöschung bringen? Wer da sagt,
daß er es nicht weiß und nicht kennt, dem hat man also zu erklären:
Nach Stillung von Gedankenfassen und Überlegen
gewinnt da ein Mönch den inneren Frieden, die Einheit des Geistes, die von
Gedankenfassen und Überlegen freie, in der Sammlung geborene, von Verzückung
und Glücksgefühl erfüllte zweite Vertiefung und weilt in ihr. ...
Wo die Verzückung zur Erlöschung gelangt und wo
jene weilen, die die Verzückung wiederholt zur Erlöschung bringen, in diesem
Zustand wahrlich sind jene Ehrwürdigen insoweit gestillt, entwähnt, entronnen,
zum Anderen Ufer gelangt, so sage ich. Wo aber. ..
'Nach Loslösung von der Verzückung weilt er
gleichmütig, achtsam, klar bewußt, und ein Glücksgefühl empfindet er in seinem
Inneren, von dem die Edlen künden: „Der Gleichmütige, Achtsame weilt beglückt“;
so gewinnt er die dritte Vertiefung. Hier gelangt die Verzückung zur Erlöschung
und hier weilen jene, die die Verzückung wiederholt zur Erlöschung bringen.'
Wahrlich, ihr Mönche ...
Wo das Gleichmuts-Glück zur Erlöschung gelangt und
wo jene weilen, die das Gleichmuts-Glück wiederholt zur Erlöschung bringen, in
diesem Zustand wahrlich sind jene Ehrwürdigen insoweit gestillt, entwähnt,
entronnen, zum Anderen Ufer gelangt, so sage ich. Wo aber...
Nach dem Schwinden von Wohlgefühl und Schmerz und
dem schon früheren Erlöschen von Frohsinn und Trübsinn, gewinnt er die
leidlos-freudlose, in der völligen Reinheit von Gleichmut und Achtsamkeit
bestehende vierte Vertiefung und weilt in ihr. Hier gelangt das
Gleichmuts-Glück zur Erlöschung, und hier weilen jene, die das Gleichmuts-Glück
wiederholt zur Erlöschung bringen. Wahrlich, ihr Mönche ...
(Die folgenden Anfangs- und Schlußabschnitte
entsprechen den obigen.)
Da gewinnt der Mönch, durch völlige Überwindung der
Körperlichkeitswahrnehmungen, durch das Schwinden der Rückwirkwahrnehmungen und
Nichtbeachten der Vielheitswahrnehmungen, mit der Vorstellung „Unendlich ist
der Raum“, das Raumunendlichkeitsgebiet und weilt darin. ...
Da gewinnt der Mönch durch völlige Überwindung des
Raumunendlichkeitsgebietes, mit der Vorstellung »Unendlich ist das Bewußtsein«,
das Bewußtseinsunendlichkeitsgebiet und weilt darin. ...
Da gewinnt der Mönch durch völlige Überwindung des
Bewußtseinsunendlichkeitsgebietes, mit der Vorstellung »Nichts ist da«, das
Nichtsheitsgebiet und weilt darin. ...
Da gewinnt der Mönch durch völlige Überwindung des
Nichtsheitsgebietes das Gebiet von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung. ...
Da gewinnt der Mönch durch völlige Überwindung des
Gebietes von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung die Erlöschung von
Wahrnehmung und Gefühl und weilt darin. Hier gelangen die Wahrnehmungen des
Gebietes von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung zur Erlöschung,und hier
weilen jene, die die Wahrnehmungen des Gebietes von
Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung wiederholt zur Erlöschung bringen.'
Wahrlich, ihr Mönche ...
Dies, ihr Mönche, sind die neun stufenweisen
Erreichungszustände (anupubba-vihara-samapatti).[37][37]
S 22, 43: „Hat man aber, ihr Mönche, eben dieser
Körperlichkeit Vergänglichkeit und Veränderlichkeit, die Entsüchtung (von ihr)
und (ihre) Aufhebung gesehen, (so weiß man): „Die frühere Körperlichkeit, wie
die jetzige, alle Körperlichkeit ist vergänglich, leidvoll, der Veränderung
unterworfen.“ Wer dies so der Wirklichkeit gemäß mit rechter Weisheit erkennt,
dem schwindet Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung. Sind diese
geschwunden, dann ist man nicht mehr verstört. Unverstört verweilt man
glücklich. Ein Bhikkhu der glücklich verweilt gilt in Bezug darauf als
erloschen (tada³ganibbuto).[38][38]
Nibbana –
Citta - Viññana
Die Begiffe citta und viññana werden,
zusammen mit mano gelegentlich als Synonym benutzt. Beispielsweise in D
1 in der Beschreibung einer Form der falschen Ansicht: „Aber was citta
oder mano oder viññana genannt wird, das ist das Selbst.“
In
der überwiegenden Mehrheit der Stellen jedoch besitzen diese Begriffe in den
Sutten klar unterschiedene Bedeutungen.
- mano or manas steht für die intellektuelle
Aktivität, die „denkende Funktion“ des Geistes, der die Sinnesdaten
koordiniert.
- citta steht für den emotiven Aspekt, den “emotional
gefärbten” Geist als Zentrum persönlichen Erlebens.[39][39]
-
viññana steht für
das „auseinander wissen (vi-ññana) von Sinnesfähigkeit („innen“) und
Sinnesobjekt („außen“) oder kurz für das „Sinnesbewußtsein“.
-
Es
gibt allerdings auch Stellen in denen viññana als
Synonym für Nibbana bzw. dessen Erfahrung steht:
M 49:
„Bewußtsein, das nicht irgendetwas zuweist,[40][40] auch
mit Begrenztheit nichts zu schaffen hat, nicht Eigen-Existenz (bhava) im
All behauptet: daran hat die Erdhaftigkeit des Erdelements nicht Anteil, daran
hat die Wasserhaftigkeit des Wasserelements nicht Anteil, daran hat die
Feuerhaftigkeit des Feuerelements nicht Anteil, daran hat die Windhaftigkeit
des Windelements nicht Anteil, daran hat die Eigenart der Lebewesen nicht
Anteil, daran hat die Eigenart der Himmelswesen nicht Anteil, daran hat die
Eigenart von Pajapati nicht Anteil, daran hat die Eigenart von Brahm¤ nicht
Anteil, daran hat die Eigenart der Himmelswesen des Überströmenden Glanzes
nicht Anteil, daran hat die Eigenart der Himmelswesen der Leuchtenden
Herrlichkeit nicht Anteil, daran hat die Eigenart der Himmelswesen der Großen
Erfolge nicht Anteil, daran hat die Eigenart des Überwinders nicht Anteil,
daran hat die Allhaftigkeit von Allem nicht Anteil.“
D
11: „Bewußtsein, das sich nicht manifestiert – unendlich, allleuchtend,
Hier
finden Erde und Wasser, Feuer und Luft keinen Halt,
Hier
sind lang und kurz, fein und grob, schön und unschön,
Und
Name-und-Form – alle ausnahmslos abgeschnitten.
Wenn
das Bewußtsein zum Erlöschen kommt – sind all diese außer Kraft gesetzt.“
Ud
1,10: „Wo weder Wasser noch Erde noch Feuer noch Luft eine Stütze finden, dort
leuchten keine Sterne, keine Sonne spendet Licht. Dort leuchtet kein Mond und
doch herrscht keine Dunkelheit. Wenn ein Weiser, ein Brahmane das für sich
selbst in seiner eigenen Erfahrung erkannt hat ist er frei von Form und
Formlosigkeit, frei von Zuneigung und Abneigung.“
Ud
8,1: „Es gibt, ihr Mönche, jenes Gebiet, worin es weder Erde gibt, noch Wasser,
noch Feuer, noch Luft; worin es weder das Gebiet der Raumunendlichkeit gibt,
noch das Gebiet der Bewußtseinsunendlichkeit, noch das Gebiet der Nichtsheit,
noch das Gebiet der Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung, worin es weder
diese Welt gibt, noch eine jenseitige Welt, noch Sonne und Mond. Da, ihr
Mönche, sage ich, gibt es kein Kommen, kein Gehen, kein Stehen, kein Abscheiden
und kein Wiedererscheinen. Es steht nicht fest (appati··haÆ), es bewegt
sich nicht (appavattam), es hat kein Objekt (anarammanam). Genau
das ist das Ende des Leidens.“[41][41]
D
28: „... und er erkennt den ungebrochenen Strom menschlichen Bewußtsins, das
sich weder in dieser noch in der anderen Welt auf etwa stützt.“
S
4, 23: „Das ist, ihr Bhikkhus, Mara,
der Böse, der nach dem Bewußtsein von Godhika, des Sohnes aus gutem Hause,
sucht, indem er denkt: „Wo hat das Bewußtsein Godhika's, des Sohnes aus gutem
Hause, eine Stätte gefunden?“ Ohne daß sein Bewußtsein eine Stätte gefunden
hätte, ihr Bhikkhus, ist Godhika, der Sohn aus gutem Hause, in das Nibbana
eingegangen."
S
22, 87: „Mit stützelosem Bewußtsein aber ist Vakkali, der edle Sohn,
verloschen.“
Eine derartigen Bezug zu Nibbana läßt
sich bei citta in den Sutten nicht nachweisen. Von manchen wird zwar die
bekannte Stelle im Anguttara Nikaya (A I, 11)
angeführt, das kann aber bei genauerer Betrachtung nicht aufrecht erhalten werden:
„Lauter
(pabhassara = leuchtend, hell, rein), ihr Mönche, ist dieses Bewußtsein
(citta); doch wird es (zuweilen) verunreinigt von hinzukommenden
Befleckungen (upakkilesehi). Doch der unkundige Weltling versteht dies
nicht der Wirklichkeit gemäß. Darum, sage ich, gibt es für den unkundigen
Weltling keine Entfaltung des Geistes (citta-bhavana).“
Während
die mahayanistischen Vorstellungen von einem „reinen, ursprünglichen Geist“
ausgehen läßt sich das in den Pali-Lehrreden nicht nachvollziehen
Alle
Stellen an den das Wort pabhassara vorkommt, zeigen, daß der „Geist“ der hiermit
bezeichnet wird, das Resultat eines Prozesses der Geistesentwicklung ist. Der Bezug
auf die Hindernisse und auf Sammlung weisen darauf hin, daß sich pabhassara
auf einen durch die meditative Praxis geläuterten Geist bezieht. Das wird an
den meisten Stellen noch durch das Gleichnis des Goldläuterns verdeutlicht.
M 140: „Dann bleibt nur noch Gleichmut übrig, geläutert und
strahlend, geschmeidig, schmiedbar und leuchtend. Angenommen, Bhikkhu, ein
geschickter Goldschmied oder sein Gehilfe würden einen Schmelzofen vorbereiten,
den Schmelztiegel aufheizen, etwas Gold mit Zangen nehmen, und es in den
Schmelztiegel stecken. Von Zeit zu Zeit würde er daraufblasen, von Zeit zu Zeit
würde er Wasser darübersprenkeln, und von Zeit zu Zeit würde er einfach nur
zuschauen. Jenes Gold würde fein werden, gut verfeinert, völlig verfeinert,
fehlerlos, frei von Schlacke, geschmeidig, schmiedbar und leuchtend. Was für
eine Art von Schmuck er auch immer daraus anfertigen wollte, entweder eine
goldene Kette oder Ohrringe oder eine Halskette oder eine goldene Girlande, es
würde seinen Zweck erfüllen. Genauso, Bhikkhu, bleibt dann nur noch Gleichmut
übrig, geläutert und strahlend, geschmeidig, schmiedbar und leuchtend.“
S 51, 22: „Zu
der Zeit, Anando, in der der Vollendete den Körper mit dem Herzen eins werden
läßt und das Herz mit dem Körper eins werden läßt, da überkommt den Körper eine
Wahrnehmung von Wohl, eine Wahrnehmung von Leichtigkeit, in der er verweilt. Zu
der Zeit, £nando, ist der Körper des Vollendeten leichter und feiner und
formbarer und leuchtender. Gleichwie, Anando, eine Eisenkugel, die man den
ganzen Tag erhitzt hat, leichter und feiner und formbarer und leuchtender ist,
ebenso nun auch, Anando, ist zu der Zeit, in der der Vollendete den Körper mit
dem Herzen und das Herz mit dem Körper eins werden läßt und den Körper eine
Wahrnehmung von Wohl eine Wahrnehmung von Leichtigkeit überkommt, in der er
verweilt, der Körper des Vollendeten leichter und feiner und formbarer und
leuchtender.“
A III, 103: „Ebenso
auch, ihr Mönche, sollte der sich in hoher Geistigkeit übende Mönch von Zeit zu
Zeit drei Gegenständen seine Aufmerksamkeit widmen: von Zeit zu Zeit der
Geistessammlung, von Zeit zu Zeit der Anstrengung und von Zeit zu Zeit dem
Gleichmut.... Tut er dies, so wird sein Geist geschmeidig werden, formbar,
strahlend, nicht spröde, und er wird sich gut sammeln auf sein Ziel der
Triebversiegung. Auf welchen durch höhere Geisteskräfte erreichbaren Zustand
auch immer er nun seinen Geist richtet, um ihn durch die höheren Geisteskräfte
zu verwirklichen, so erreicht er dabei stets die Fähigkeit der Verwirklichung,
wenn immer die Bedingungen erfüllt sind.“
A V, 23: Fünf Unreinheiten, ihr Mönche, finden sich im
Golde, durch die getrübt das Gold nicht geschmeidig ist, nicht formbar, ohne
Glanz und sich nicht recht zur Verarbeitung eignet. Welches sind diese fünf
Unreinheiten? Eisen, Kupfer, Zinn, Blei und Silber.
Ist aber, ihr Mönche, das Gold von diesen fünf
Unreinheiten befreit, so ist es geschmeidig, formbar, hat Glanz und eignet sich
gut zur Verarbeitung. Welche Schmuckstücke auch immer man daraus herzustellen
wünscht, sei es ein Stirnband, Ohrringe, Halsschmuck oder eine goldene Kette,
diesen Zweck wird es erfüllen.
Ebenso auch, ihr Mönche, gibt es fünf Unreinheiten
des Geistes, durch die getrübt der Geist nicht geschmeidig ist, nicht formbar,
ohne Leuchtkraft ist und sich nicht recht sammelt zur Versiegung der
Triebe.
Welches sind diese fünf Unreinheiten?
Sinnenlust, Ärger, Starrheit und Mattigkeit, Aufgeregtheit und
Gewissensunruhe, sowie Zweifelsucht.
Ist aber, ihr Mönche, der Geist von diesen fünf
Unreinheiten befreit, so ist er geschmeidig und formbar, hat Leuchtkraft und
sammelt sich gut zur Versiegung der Triebe. Auf welchen durch höhere
Geisteskräfte erreichbaren Zustand auch immer man nun seinen Geist richtet, um
ihn durch die höheren Geisteskräfte zu verwirklichen, so erreicht man dabei
stets die Fähigkeit der Verwirklichung, wenn immer die Bedingungen erfüllt
sind.“
Der pabhassara citta steht also weder für Nibbana,
noch ist es ein Hinweis auf einen ursprünglich reinen Zustand des Geistes, da
der Geist auch im pabhassara-Zustand immer noch von avijja getrübt ist. Vielmehr handelt es sich um
einen tief konzentrierten Zustand des Geistes, wie er z.B. in den
Vertiefungszuständen auftritt.
Professor Karunaratne erklärt in der “Encyclopaedia
of Buddhism” unter „kilesa“: „Was mit dem leuchtenden und reinen Geist
gemeint ist, ist kein Zustand, der absolut rein wäre, noch ist der reine Geist
synonym mit Befreiung. Er ist nur in dem Sinne und dem Ausmaß rein, daß er
nicht durch externe Stimuli gestört oder beeinflußt wird.”
Einen weiteren Hinweis geben die abhassara deva,
die „hell leuchtenden Götter“ (Nr.17 in der 31 Bereiche umfassenden
Daseinshierarchie). Etymologisch scheint hier die gleiche Wurzel (bhas)
vorliegen wie bei pabhassara und obhasa. Nach M 120
„Wiedererscheinen durch Gestaltungen“ entsprechen sich Daseinsbereiche und
Geisteszustände. Hier würde das zweite jhana die Korrelation zu den abhassara
deva darstellen. Allerdings geht mit der Manifestation von devas
anscheinend häufig ein gewisses Leuchten (obhasa) einher, somit ist es
bei diesen Brahmagöttern vielleicht besonders ausgeprägt. Die zwei
vorangegangenen Göttergruppen „leuchten“ auch, während die drei direkt
nachfolgenden „prächtig“ sind, was jedoch laut Kommentar ihre Zuordnung zu den
„Leuchtenden“ zuläßt. Wie dem auch sei, es
muß diesen Ausführungen folgend der
pabhassara citta als relativ weit unten in der Hierarchie der
Daseins- und Geisteszustände eingeordnet werden und ein „Überschreiten“ (param)
beider läßt sich ihm aufgrund der Sutten nicht zuordnen.[42][42]
„Die
illusorische Natur, die der Buddha dem Bewußtsein zuschreibt, ist gewissermaßen
eine Erkenntnis seines reflexiven Charakters. Wie ein Spiegel reflektiert es
die fünf Gruppen, von denen die fünfte das Bewußtsein selbst ist. Das ist
tatsächlich eine magische Illusion. Wenn das Bewußtsein sich selbst spiegelt,
spiegelt es sich selbst als „Selbst-Bewußtsein“ wieder. In der Tat ist jedes
Bewußtsein, im normalen Wortsinn, Selbst-Bewußtsein. Darin eingeschlossen ist eine seltsame
Duplizität – ein wahres Paradoxon. Wenn man sich selbst als mit dem im Spiegel
des Bewußtseins Reflektierten identifiziert und sagt „Ich bin“ oder „Hier bin
ich“, hat man, wenn auch unabsichtlich, bereits eine Dualität als gegeben
vorausgesetzt. Schon ist ein Spalt als Bruch in der Erfahrung geschaffen und in
der Folge besteht die Möglichkeit des „Messens“ in Form von Dünkel (mana).
Anders formuliert ist es eine Abhängigkeit oder vielmehr eine gegenseitige Abhängigkeit.
Genauso wie jemand, der in einen Spiegel blickt, nicht nur seiner Form gewahr
wird, sondern auch des zugehörigen Gefühls, der Wahrnehmung, der Absicht, des
Kontakts und der Aufmerksamkeit, so wird man auch beim Selbst-Bewußt-Werden
einer ähnlichen Reihe von „Objekten“ gewahr, die zusammengenommen als
Name-und-Form bezeichnet werden.
Mit
der Stillung der Gestaltungen (sankharaupasama) endet für den Befreiten
die „Zaubervorstellung“ des Bewußtseins. Und das noch weit vor ihrem
planmäßigen Ende – dem Tod. Der Zauber hat für ihn seinen Zauber verloren und
nie mehr wird er seine „Zeit“ und sein „Geld“ für so hohle Shows hinauswerfen.
Bevor er seinen „Abgang“ macht, hat er die unerschütterliche Gewißheit (añña)
von der Leerheit der Show gewonnen, jetzt da er die billigen Tricks des
Zauberers durchschaut hat. Statt des Glücks des Nicht-Wissens, welches das
verrückte, weltliche Publikum genießt, hat er umsonst das stille Glück der
Befreiung genossen – „das Höchste, Edle Gestilltsein“.[43][43] „Kein Glück ist höher als der
Frieden.“[44][44]
„Viele Geburten im Samsara
Durchlief ich ohne ihn zu
finden,
Den Haus-Erbauer, den ich
suchte,
Leidvoll ist
Immer-Wieder-Sein!
Erkannt bist du nun,
Haus-Erbauer,
Kein weit´res Haus wirst du
mir bau´n.
All deine Stützen sind
zerstört,
Das Hausdach ist zerfetzt.“
Der Geist, der die
Nicht-Gestaltung fand,
Hat Gierversiegung nun
erreicht.[45][45] Zauber des Geistes
[1][1] Ñananada Bhikkhu: „Konzept und
Realität“. BGM 2007
M 95: „Aber, Meister Gotama, wie gibt es dann ein
Aufrechterhalten der Wahrheit? Wie erhält man die Wahrheit aufrecht? Wir fragen
Meister Gotama nach dem Aufrechterhalten der Wahrheit.“
„Wenn ein Mann Vertrauen besitzt, Bharadvaja,
so erhält er die Wahrheit aufrecht, wenn er sagt: „Ich vertraue auf das“; aber
er kommt noch nicht mit Bestimmtheit zu dem Schluß: „Nur dies ist wahr, alles
andere ist falsch.“ Auf diese Weise, gibt es ein Aufrechterhalten der Wahrheit;
auf diese Weise erhält er die Wahrheit aufrecht; auf diese Weise beschreiben
wir das Aufrechterhalten der Wahrheit. Aber noch gibt es da kein Erwachen zur
Wahrheit.
Wenn ein Mann etwas billigt, so erhält er die Wahrheit
aufrecht, wenn er sagt: „Ich billige das, aber ...“;
Wenn ein Mann eine mündliche Überlieferung empfängt, so
erhält er die Wahrheit aufrecht, wenn er sagt: „Meine mündliche Überlieferung
ist so, aber ...“
Wenn ein Mann zu einem Schluß kommt, der auf begründetem
Erdenken beruht, so erhält er die Wahrheit aufrecht, wenn er sagt: „Ich habe
das erdacht, aber ...“
Wenn ein Mann reflektives Annehmen einer Ansicht erlangt, so erhält er
die Wahrheit aufrecht, wenn er sagt: „Ich habe diese Ansicht reflektiv
angenommen“; aber er kommt noch nicht mit Bestimmtheit zu dem Schluß: „Nur dies
ist wahr, alles andere ist falsch.“ Auch auf diese Weise, gibt es dann ein
Aufrechterhalten der Wahrheit; auf diese Weise erhält er die Wahrheit aufrecht;
auf diese Weise beschreiben wir das Aufrechterhalten der Wahrheit. Aber noch
gibt es da kein Erwachen zur Wahrheit.“
[2][2] Die Einflüsse, Sinnesvergnügen, „Selbst“-Existenz und Nicht-Wissen sind
in der Arahatschaft aufgelöst. Wettimuny: „Die Lehre des Buddha und ihre
wesentliche Bedeutung“ BGM 2006.
[3][3] M 21: „Ihr Bhikkhus, angenommen, ein Mann
käme mit Karmesin, Gelbwurz, Indigo oder Karmin daher und sagte: 'Ich werde
Bilder auf leerem Raum malen und Bilder auf leerem Raum erscheinen lassen.' Was
meint ihr, Bhikkhus? Könnte jener Mann auf leerem Raum Bilder malen und Bilder
auf leerem Raum erscheinen lassen?“
„Nein, ehrwürdiger Herr. Warum ist das
so? Weil leerer Raum formlos und unsichtbar (anidassana) ist; er kann
unmöglich dort Bilder malen oder Bilder dort erscheinen lassen. Der Mann würde
schließlich nur Erschöpfung und Enttäuschung ernten.“
„Das ist eine der wichtigsten Beschreibungen der
Arahatschaft, aber auch eine oft mißverstandene. Anidassanam wird
gewöhnlich mit „unsichtbar“ oder „kann mit den Augen nicht gesehen werden“
übersetzt. Weit davon entfernt bezieht es sich stattdessen auf etwas sehr
Wichtiges und gleichzeitig Schwieriges. Wörtlich bedeutet es „nicht auf etwas
zeigen“, oder „nichthinweisend“. Worauf jedoch weist die Arahatschaft nicht
hin?
Die Antwort ist: Auf ein Subjekt
(„Ich“).
Das Bewußtsein des Nicht-Arahat
ist Ergreifens-Bewußtsein. Das bedeutet, daß ihm die Dinge unterschiedlich stark
als „Mein“ erscheinen. Und wie schon vorher besprochen, weist die Erscheinung
der Dinge als „Mein“ auf ein „Ich“ hin, dem diese Dinge gehören. Es wird also
auf ein subjektives „Ich“ hingewiesen. Für den Arahat erscheinen die Dinge
nicht als „Mein“. Sein Bewußtsein ist „nicht-ergreifend“ (anupada). Da
kein „Mein“ präsent ist, wird auch auf kein „Ich“ hingewiesen. Das Bewußtsein
des Arahats weist nicht auf ein subjektives „Ich“ hin. Deshalb ist sein Bewußtsein ein auf
nichts hinweisendes Bewußtsein (viññanam anidassanam). Deshalb wird
Arahatschaft als das Nicht-Hinweisende beschrieben.
Für den
Nicht-Arahat gilt in verschiedenen Abstufungen „die Dinge sind Mein“. Für den
Arahat gilt „die Dinge sind“. Wenn nun das Leben eines Arahat zu Ende geht,
geht auch „die Dinge sind“ zu Ende. Mit anderen Worten: Für den Nicht-Arahat
gibt es „meine Welt“. Für den Arahat ist „Meine Welt“ aufgelöst, und es bleibt
nur noch „Welt“ übrig. Wenn nun das Leben des Arahats beendet ist, ist auch die
„Welt“ beendet.“ Wettimuny: „Die Lehre des Buddha und ihre wesentliche
Bedeutung“ BGM 2006
[4][4] M 109: „Diese fünf Zusammenhäufungen wurzeln im Willen (chando), Mönch.“
[5][5] „Wenn jemand weder Begehren, Dünkel oder
Ansichten in Bezug auf die bedingten Phänomene, die mit dem Prozess des
Erkennens verbunden sind, entwickelt, noch auf die Fiktion eines Ego
zurückgreift, ist er frei von dem Joch der sich vermehrenden Konzepte. Er hat
damit alle Neigungen zu negativen Geisteszuständen, die sowohl im Individuum
als auch in der Gesellschaft zu Konflikten führen, ausgelöscht. Als
Beschreibung des Ziels spirituellen Bemühens im Buddhismus bietet uns diese
Einsicht gleichsam eine Beschreibung dessen, wofür der Buddhismus steht.“
Ñananada Bhikkhu: „Konzept und Realität“ BGM 2007.
[6][6] Dieser Zustand wird auch als anantarika
samadhi, „unmittelbare Sammlung“ oder arahattaphalasamadhi,
„Sammmlung der Frucht der Arahatschaft“ bezeichnet.
[7][7] Die achtzehn Elemente: Die Elemente des
Auges, der Form, des Sehbewußtseins, des Ohrs, der Töne, des Hörbewußtseins,
etc..
[8][8]D 22: „Dieser Durst nun aber, ihr
Bhikkhus, woraus wird der aufgehoben und vertrieben, wo aufgelöst und zerstört?
Was in der Welt lieb erscheint, angenehm erscheint, daraus wird dieser Durst
aufgehoben und vertrieben, da wird er aufgelöst und zerstört. Was aber in der
Welt erscheint lieb, erscheint angenehm? Das Auge, (...) Bewertung von Form,
(...) erscheint lieb, erscheint angenehm, daraus wird dieser Durst aufgehoben
und vertrieben, da wird er aufgelöst und zerstört. Das nennt man die heilige
Wahrheit von der Leidensauflösung.“
Itiv 90: „Welche
Qualitäten es auch geben mag, die Qualität der Entreizung, das Nüchternwerden,
das Löschen des Durstes, das Entwurzeln des Anhaftens, das Zerbrechen des
Daseinskreislaufs, die Zerstörung des Verlangens, die Entsüchtung, das
Aufhören, das Entfesseltwerden, wird als die höchste angesehen. Jene, die auf
die Qualität der Entreizung vertrauen, vertrauen auf das Höchste; und für jene,
die auf das Höchste vertrauen, wird sich das Höchste als Ergebnis einstellen.“
[9][9] Hecker: „Kampfesgestaltungen der
Einigung des Willens, der Tatkraft, des Herzens, des Prüfens“.
[10][10]
S 35, 28: „Alles, ihr Bhikkhus, ist in Brand. Was alles aber, ihr Bhikkhus, ist
in Brand? Das Auge, ihr Bhikkhus, und die Formen, das Ohr und die Töne, die
Nase und die Düfte, die Zunge und die Säfte, der Körper und die Gegenstände,
der Geist und die Dinge sind in Brand. Das sechsfache Bewußtsein, die
sechsfache Berührung und was durch die Berührung bedingt an Fühlbarem
aufsteigt, sei es Wohl oder Wehe oder Weder-wehe-noch-wohl, auch das ist in
Brand. Und wodurch brennt es? Durch Feuer der Reize, Feuer der Abwehr, Feuer
der Verblendung ist es in Brand. Durch Geburt, Alter und Sterben, durch Kummer,
Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung brennt es, sage ich.“
[11][11] Persönlichkeitsglaube, skeptischer
Zweifel, Hängen an Regeln und Riten, Sinnesbegehren, Übelwollen, Verlangen nach
feinstofflicher Existenz, Dünkel, Rastlosigkeit, Unwissenheit.
[12][12] „Man denkt oft, der Grund, warum der Buddha
sagt, „alle Bestimmungen sind vergänglich, alle Dinge sind Nicht-Selbst, statt
zu sagen, „alle Dinge sind vergänglich, alle Dinge sind Nicht-Selbst“, darin
besteht, daß er auch Nibbana im Nicht-Selbst miteinbeziehen wollte. Das ist
jedoch eine falsche Annahme.
Das Nibbana-Element mit oder ohne Überrest hat überhaupt
nichts mit „Selbst“ oder Nicht-Selbst zu tun. In Nibb¤na gibt es keine
Täuschung eines „Selbst“ und das heißt, daß es auch kein „Selbst“ mehr zu
verneinen gibt. Es besteht keine Notwendigkeit für ein Nicht-Selbst. Die Frage
des Nicht-Selbst stellt sich nur, wenn die Frage eines „Selbst“ entsteht.
Nibbana ist sowohl jenseits von „Selbst“ als auch von Nicht-Selbst. Der Arahat
hat keine Vorstellung mehr von einem „Selbst“. Deshalb hat er auch keinerlei
Anlaß, etwas als Nicht-Selbst zu sehen. Die Dinge als Nicht-Selbst zu sehen,
ist nur der Weg zur Reinheit (oder zu Nibbana). Es ist nicht die
Reinheit selbst.
„Alle Dinge sind Nicht-Selbst. Wenn das mit Weisheit gesehen
wird, wird man des Leidens müde. Das ist der Pfad zur Reinheit.“ (Dhp 279)
Der Arahat ist bei der Reinheit angekommen und lebt in der
Reinheit. Er ist zum Ende von „Nicht ist das mein Selbst“ gekommen.
Noch einmal: Obwohl ein „Selbst“ in Wirklichkeit nirgends zu
finden ist, werden die Dinge als „Selbst“ oder Nicht-Selbst betrachtet. Und das
Betrachten der Dinge als „Selbst“ geht dem Betrachten der Dinge als
Nicht-Selbst voraus. Der Arahat hingegen ist am Ende allen Betrachtens
angelangt. Und in Nibbana, dem Erleben des Arahats, kann nichts als
Nicht-Selbst gesehen werden, da es ja hierin fraglos kein „Selbst“ geben kann.
In der Triade: Sabbe sankhara anicca, sabbe dhamma
anatta, sabbe sankhara dukkha - ist die Bedeutung von sabbe dhamma
anatta folgende: Alle Dinge (die als „Selbst“ angesehen werden) sind
Nicht-Selbst.
Somit bezieht es sich nicht auf die Arahatschaft oder das
Nibbana. Was immer auch für ein „Selbst“ angenommen wird, der Buddha weist es
zurück, und zeigt dann, daß es keine Grundlage gibt, irgendetwas als ein
„Selbst“ anzusehen. Bei einem Arahat braucht er das nicht zu tun. Die drei
Charakteristika Vergänglichkeit, Leiden und Nicht-Selbst stehen und fallen
immer zusammen. Das Nibbana mit oder ohne Überrest ist jenseits dieser
drei Charakteristika.“ Wettimuny: „Die Lehre des Buddha und ihre wesentliche Bedeutung“
[13][13] Das Bewußtsein, das hier als
Nahrungsstoff bezeichnet wird ist belastet durch Anhaften etc. und insofern
nicht mit dem als lauter oder stützenlos bezeichneten Bewußtsein, das weder in
dieser noch der nächsten Welt begründet ist (=Nibbana), zu verwechseln.
[14][14]Upadhi: Daseinsstütze,
Daseinssubstrat, Hinzufügung, Grundlage. Eng verwandt mit upadana im
Sinne von Brennstoff.
Die allgemeine
akzeptierte Erklärung, daß die zweite Art von Nibbana erst nach dem Tode des
Arahants auftritt, wirft die Frage auf ob der Heilige, die Leidfreiheit erst
einmal unvollständig, eine Anzahlung quasi erhält und den Rest dann nach dem
Ablegen des Körpers? Das würde auch der Qualität des zeitlosen, sofort
erkennbaren Dhamma widersprechen.
[15][15] Sn 467: „Wer Lüste ließ, als Überwinder wandelt,
Das Ende von Geburt und Sterben weiß,
Wer ganz erlöst ist, wie ein Bergsee
kühl,
Ein 'So-Gegangener' verdient die
Opferspende.“
Thag: 298: „Das sinnliche Begehren habe
ich abgelegt, die Fessel M¤ras an der Wurzel zerstört, den Drang hab´ ich
restlos mit der Wurzel ausgerissen; ich bin kühl geworden, erloschen.“
[16][16] „Sein überblickendes Verständnis der
fünf Aspekte der sechs Sinnesgebiete („Vom Tathagata, ihr Mönche, ist jene
unvergleichliche höchste Stätte des Friedens völlig verstanden worden, nämlich
jene Befreiung ohne Aufgreifen, nachdem er das Entstehen, das Vergehen, den
Vorteil, den Nachteil und das „Heraustreten“ in Bezug auf die sechs
Sinnesgebiete der Wahrheit gemäß verstanden hat.“ (M 102)), macht es ihm
möglich in der Welt zu leben, obwohl er nicht von der Welt ist.
Da seine Transzendenz endgültig und vollkommen ist, gibt es tatsächlich kein
„Zurückkommen“.
„Ans andere Ufer
gelangt, kommt der So-Seiende nicht mehr zurück („paramgato na pacceti tadi“
Sn 803).“ Dennoch ist sein Wechsel
zwischen den zwei Nibbana-Elementen, „anupadisesa“ (d.h. nirophadhim) und „saupadisesa“ eine scheinbare „Rückkehr“.
„Na param digunam
yanti-na idam ekagunam mutam“
„Sie gehen nicht zweimal zum anderen Ufer
Noch wird es als
einmaliges Gehen gewertet.“ Sn 714
„Abgewandt, losgelöst und befreit von zehn Dingen, B¤huna, verweilt der
Tathagata unumschränkten Geistes. Von welchen zehn? Abgewandt, losgelöst und
befreit von Körperlichkeit, von Gefühl, von Wahrnehmung, von Gestaltungen, von
Bewußtsein, von Geburt, von Alter, von Tod, von Leiden, von Befleckungen,
Bahuna, verweilt der Tathagata uneingeschränkten Geistes. Gleichwie, Bahuna,
eine blaue, rote oder weiße Lotusblüte, im Wasser entstanden, im Wasser
aufgewachsen, sich über den Wasserspiegel erhebt und dasteht unberührt von
Wasser, ebenso auch, Bahuna, verweit der Tath¤gata, abgewandt, losgelöst und
befreit von diesen zehn Dingen, unumschränkten Geistes.“ (A X, 81)
Auch wenn der Befreite scheinbar zur Welt
der Sinneserfahrung “zurückkehrt“, so bleibt das Glück von Nibbana doch der
selbe „innere Friede“ (ajjhatasanti) oder das gleiche „Gestilltsein“ (upasama).
„Nachdem ich schon hier und jetzt frei von Hunger, erloschen und kühl geworden
bin, verkünde ich Parinibbana (vollkommenes Erlöschen), das frei von
Festhalten (oder Brennstoff) ist.“ (A X, 29)
Dieses „vollkommene Erlöschen“ oder
„Gestilltsein“ ohne jeglichen „Brennstoff“ ist etwas, das man „umsonst“
genießen kann:
„Die mit
standhaftem Geist sich gemäß der Weisung Gotamas richtig bemühen, haben frei
von Begehren das Ziel erreicht und, in das Todlose eingetaucht (amatam
vigayha), genießen sie die Kühlung (nibbuti) die sie ganz umsonst (mudha)
erlangt.“ (Sn 228).“ „Zauber des
Geistes“.
[17][17] Wie bereits erläutert ist Bestehen (tithim) eine
Eigenschaft von sankhata, beziehungsweise der fünf Gruppen des
Ergreifens. Es ist keine Beschreibung von asankhata des Nicht-Bestimmten
bzw. der Arahatschaft. Erscheinen (upado), Verschwinden (vayo)
und Bestehen (tithim) sind nur auf eine „Person“, ein „Selbst“, oder
einen „Jemand“ anwendbar. Bei dem Arahat sind diese Dinge aufgelöst, von daher
sind Erscheinen, Verschwinden und Bestehen nicht anwendbar.
[18][18] Damit nama-rupa vorhanden
sein kann, muß Bewußtsein vorhanden sein. Wenn Bewußtsein aufhört, hört auch nama-rupa
auf. Wenn nama-rupa aufhört, verlieren die vier Grundarten ihren
Anhaltspunkt in der Existenz, und damit hören auch alle Vorstellungen wie lang
und kurz, groß und klein, günstig und ungünstig auf.
[19][19] Anantam, (ohne Ende) sollte
wahrscheinlich als „ohne Ziel“ oder „ohne Gegenstand“ verstanden werden.
[20][20] Paham, als eine verkürzte Form
von pajaham (vollständig aufgegeben, zurückgelassen) paßt hier viel
besser als pabham (leuchtend, strahlend).
[21][21] S 35, 28: „Alles, ihr Bhikkhus, ist in
Brand. Was alles aber, ihr Bhikkhus, ist in Brand? Das Auge, ihr Bhikkhus, und
die Formen, das Ohr und die Töne, die Nase und die Düfte, die Zunge und die
Säfte, der Körper und die Gegenstände, der Geist und die Dinge sind in Brand.
Das sechsfache Bewußtsein, die sechsfache Berührung und was durch die Berührung
bedingt an Fühlbarem aufsteigt, sei es Wohl oder Wehe oder
Weder-wehe-noch-wohl, auch das ist in Brand. Und wodurch brennt es? Durch Feuer
der Reize, Feuer der Abwehr, Feuer der Verblendung ist es in Brand. Durch
Geburt, Alter und Sterben, durch Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und
Verzweiflung brennt es, sag ich.“
[22][22] Sn 872: „Durch Geist und Körper ist bedingt der Eindruck,
Aus Wünschen stammt das Greifen (nach der
Welt).
Wenn Wünsche nicht sind, gibt's keine
Mein-Gedanken,
Dem Körper entworden, kann Eindruck nicht
berühren.“
It 73: „Das todlose Element, stützenfrei,
mit dem Körper berührend, das Hintersichlassen aller Stützen verwirklichend,
der triebversiegte vollkommen Erwachte, zeigt auf den kummer-, makellosen
Zustand.“
[23][23] S 1, 61: „Nama hat alles
gemeistert; nama ist es, außer dem nichts weiter vorhanden ist. Nama
ist das einzige, dessen Gewalt alle folgten.“
S 22, 100: „Habt
ihr einmal, Mönche, das Wanderbild (carana) gesehen?“
„Ja, Herr.“
„Dieses
Wanderbild, aufgrund des Geistes eben, ihr Mönche, ist es in so mannigfaltiger
Weise gemalt. Doch, ihr Mönche, mannigfaltiger noch als dieses Wanderbild, ist
der Geist.“
(Laut Kommentar ein
Bilder-Zelt aus Leinwand mit aufgemalten guten und üblen Daseinsfährten. Das
Wanderkino von vor 2500 Jahren.)
Ud 7, 10: „Die
Welt scheint real für den in Verblendung befangenen.“
[24][24]
A V, 71-72: „Fünf Dinge, ihr Mönche, wenn entfaltet und häufig geübt, zeitigen
die Frucht der Gemütserlösung, haben die Frucht der Gemütserlösung zum Ergebnis
- (72:) zeitigen die Frucht der Weisheitserlösung, haben die Frucht der
Weisheitserlösung zum Ergebnis. Welches sind diese fünf Dinge? Da, ihr Mönche, weilt der Mönch in
Betrachtung der Unreinheit des Körpers, ist eingedenk des Ekelhaften bei
der Nahrung, eingedenk der Reizlosigkeit des ganzen Daseins, er
betrachtet die Vergänglichkeit aller Gebilde, und die Vorstellung des
Todes hat sich in seinem Inneren wohl gefestigt. Insofern nun aber, ihr Mönche,
der Mönch ein Gemütserlöster ist und ein Weisheitserlöster, so nennt man ihn
einen Schrankensprenger, einen Grabenfüller, einen Pfostenbrecher, einen
Riegelheber, einen heiligen Fahnenledigen, Bürdenledigen, Losgelösten.
Wie aber ist der Mönch ein Schrankensprenger? Da ist im Mönch
das Nichtwissen aufgehoben, mit der Wurzel zerstört, wie eine Fächerpalme dem
Boden entrissen, vernichtet und dem Neuentstehen nicht mehr ausgesetzt. So ist
der Mönch ein Schrankensprenger.
Wie aber ist der Mönch ein Grabenfüller? Da ist für den Mönch
der Kreislauf der Wiedergeburten versiegt, mit der Wurzel zerstört, wie eine
Fächerpalme dem Boden entrissen, vernichtet und dem Neuentstehen nicht mehr
ausgesetzt. So ist der Mönch ein Grabenfüller.
Wie aber ist der Mönch ein Pfostenbrecher? Da ist im Mönche
das Begehren aufgehoben, mit der Wurzel zerstört, wie eine Fächerpalme dem
Boden entrissen, vernichtet und dem Neuentstehen nicht mehr ausgesetzt. So ist
der Mönch ein Pfostenbrecher.
Wie aber ist der Mönch ein Riegelheber? Da sind im Mönche die
fünf niederen Fesseln geschwunden, mit der Wurzel vernichtet, wie eine
Fächerpalme dem Boden entrissen, vernichtet und dem Neuentstehen nicht mehr
ausgesetzt. So ist der Mönch ein Riegelheber.
Wie aber ist der Mönch ein heiliger Fahnenlediger,
Lastenlediger, Losgelöster? Da ist im Mönche der Ichdünkel geschwunden, mit der
Wurzel zerstört, wie eine Fächerpalme dem Boden entrissen, vernichtet und dem
Neuentstehen nicht mehr ausgesetzt. So ist der Mönch ein heiliger
Fahnenlediger, Bürdenlediger, Losgelöster.“
[25][25] „Eine freie Übersetzung würde
allgemeinere Ausdrücke wie „bewußt“ und „unbewußt“ erfordern. Es ist die ganze
Zeit eine Frage der Wahrnehmung (sañña) aber da bewußtes Erfassen in dem
Wort saññi mitenthalten ist, vermittelt es den Sinn von „sich etwas
bewußt sein“.“ „Zauber des Geistes“
[26][26]
S 35, 93: „ Bedingt durch eine Zweiheit, ihr Mönche, entsteht Bewußtsein. Wie
entsteht Bewußtsein bedingt durch eine Zweiheit?
Abhängig
von Auge und Formen, steigt Sehbewußtsein auf. Das Auge ist unbeständig,
veränderlich, anderswerdend. Die Formen sind unbeständig, veränderlich,
anderswerdend. Diese Zweiheit hier ist schwankend, unstet, unbeständig,
veränderlich, anderswerdend. Das Sehbewußtsein ist unbeständig, veränderlich,
anderswerdend. Aus welchem Grunde, aus welcher Bedingung auch immer
Sehbewußtsein aufsteigt, ein solcher Grund, solche Bedingung ist unbeständig,
veränderlich, anderswerdend. Das auf Veränderliches, ihr Mönche, zurückgehende,
bedingt entstandene Sehbewußtsein - wie könnte das beständig sein? Was nun, ihr
Mönche, dieser drei Zusammenfall, Zusammentreffen, Zusammenkommen ist, das
nennt man, ihr Mönche, Augberührung. Die Augberührung ist auch unbeständig,
veränderlich, anderswerdend. Aus welchem Grunde, aus welcher Bedingung auch
immer Augberührung aufsteigt, ein solcher Grund, eine solche Bedingung ist
unbeständig, veränderlich, anderswerdend. Die auf Veränderliches, ihr Mönche,
zurückgehende, bedingt entstandene Augberührung wie könnte die beständig sein?
Berührt,
ihr Mönche, fühlt man, berührt beabsichtigt man, berührt nimmt man wahr. Diese
Dinge hier sind schwankend, unstet, unbeständig, veränderlich, anderswerdend.“
Unerschütterliches Vertrauen zum
Erleuchteten, unerschütterliches Vertrauen zur
Lehre, unerschütterliches Vertrauen zur Mönchsgemeinde, edle
Sittlichkeit, edle Erkenntnis und edle Befreiung.
Mit
[den gleichen] sechs Eigenschaften ausgestattet haben [auch die folgenden]
Gewißheit erlangt hinsichtlich des Vollendeten, haben das Todlose geschaut und
leben in der Verwirklichung des Todlosen:
Der Hausvater Bhallika, der Hausvater Sudatta [genannt
Anathapindika], der Hausvater Citta aus Macchikasanda, der Alaver Hatthaka, der
Sakyer Mahanama, der Hausvater Ugga aus Vesali, der Hausvater Uggata, Sura
Ambattha, Jivaka Kumarabhacca, der Hausvater Nakulapita, der Hausvater
Tavakannika, der Hausvater Purana, der Hausvater Isidatta, der Hausvater
Sandhana, der Hausvater Vijaya, der Hausvater Vajjiyamahita, der Hausvater
Mendaka, der Laienjünger Vasettha, der Laienjünger Arittha und der
Laienjünger Saragga.“
MV.I.2.07-14:
„Die Gemütsverfassung von Yasa, dem Sohn aus gutem Hause, wurde frei von den
Beeinflussungen ohne zu ergreifen, als seinem Vater die Lehre verkündet
wurde, denn dabei reflektierte er (seinen eigenen) Bewußtseinszustand, wie er
ihn gesehen und verstanden hatte. Da kam dem Erhabenen folgender Gedanke: Die
Gemütsverfassung von Yasa, dem Sohn aus gutem Hause, wurde frei von den Beeinflussungen
ohne zu ergreifen, als seinem Vater die Lehre verkündet wurde, denn dabei reflektierte
er (seinen eigenen) Bewußtseinszustand, wie er ihn gesehen und verstanden
hatte. Nicht fähig ist Yasa, der Sohn aus gutem Hause, zum Niedrigen
zurückzukehren, die Sinnesgenüsse zu genießen wie vorher als Häuslicher. ...
Kurz
nach dem Gehen des Kaufmannes und Hausherrn sagte Yasa, der Sohn aus gutem
Hause, dem Erhabenen folgendes: „Bei dem Erhabenen möchte ich die Ordination
nehmen, möchte ich die Vollordination nehmen.“
„Komm
her, oh Mönch,“ sagte der Erhabene „gut dargelegt ist die Lehre, wandele den
Reinheitswandel um das gesamte Leid zu beenden.“ Das war für den ehrwürdigen
(Yasa) die Vollordination. Zu jener Zeit gab es sieben Heilige in der Welt.“
[28][28] Auch als anantarikasamadhi
(unmittelbare Sammlung), aññaphalasamadhi (Sammlung der Frucht des
letzten Wissens) oder aññavimokkha (Befreiung durch letztes Wissen)
bezeichnet.
[29][29] Dieses berühmte Tetralemma kommt häufig
in den Sutten vor und bezieht sich auf verschiedene Dinge (u.a. den Tathagata,
die Welt, eine Seele o.ä.) immer jedoch gehen die Fragesteller von der falschen
Prämisse eines Wesenskerns bzw. der Dualität Sein-Nichtsein aus, weshalb die
Frage nicht angemessen und deshalb auch unbeantwortbar ist.
M 72: „Denn dieses Dhamma, Vaccha, ist tiefgründig, schwer zu
sehen und schwer zu verstehen, friedvoll und erhaben, durch bloßes Nachdenken
nicht zu erlangen, von den Weisen selbst zu erfahren. Es ist schwer für dich,
es zu verstehen, wenn du eine andere Ansicht hast, eine andere Lehre
akzeptierst, eine andere Lehre für richtig hältst, eine andere Übung verfolgst
und einem anderem Lehrer folgst.“
[30][30] Entspricht akuppa cetovimutti,
der unerschütterlichen Befreiung des Geistes.
[31][31]
A III, 33: „Mag ich, Sariputta, die Lehre in Kürze darlegen, oder mag ich die
Lehre ausführlich darlegen, oder mag ich die Lehre kurz sowie ausführlich
darlegen, Versteher sind schwer zu finden.“
„So
ist es an der Zeit, Erhabener, so ist es an der Zeit, Gesegneter, daß der
Erhabene die Lehre in Kürze darlege, die Lehre ausführlich darlege, die Lehre
kurz sowie ausführlich darlege! Versteher der Lehre werden sich finden!“
„So soll man denn, Sariputta, sich also üben: „Bei diesem
Bewußtsein besitzenden Körper wie auch bei allen äußeren Vorstellungen sollen
keinerlei Triebe des Ich und Mein, keinerlei Neigungen des Dünkels aufkommen,
und jene Gemütserlösung und Weisheitserlösung wollen wir uns zu eigen machen,
in deren Besitz verweilend einem keinerlei Triebe des Ich und Mein, keinerlei
Neigungen des Dünkels aufsteigen können.“ So, Sariputta, habt ihr euch zu
üben!“
[32][32] S 1, 46: „`Der gerade Weg´, so wird
dieser Pfad genannt, und Furchtlosigkeit ist sein Ziel.“
[33][33] Sn 530: „Wer nama-rupa, das Produkt der Ausbreitung,
die Wurzel aller Krankheit innen wie außen verstanden hat , der ist von jener
Bindung frei, die aller Krankheit Grund, den nennt in Wahrheit man 'Einen der
verstanden hat'.“
[34][34] Das Erleben eines Arahat ist dem
normalen Verständnis nicht zugänglich. Es ist tief und kann nicht durch den
einfachen Vorgang begrifflichen Denkens verstanden werden. Es ist nur dem
Weisen verständlich:
S
8, 10: „Einstmals weilte der Erhabene in Rajagaha, am Hange des Isigili, beim
Schwarzen Stein mit einer großen Bhikkhugemeinde, zusammen mit fünfhundert
Bhikkhus an Zahl, lauter Arahants. Der würdige Mahamoggallana aber erkannte im
Herzen prüfend ihr Denken als losgelöst, ledig der Daseinssubstrate.“
[35][35] „Der Buddha weist darauf hin, dass ein
Tath¤gata sich bereits von jeder der fünf Anhäufungen befreit hat, wobei man
von einem Tathagata im wahrsten Sinne des Wortes sprechen kann. Er ist auf
diese Art vom Konzept der Form, der Empfindungen, der Wahrnehmungen, der
Gestaltungen und des Bewusstseins befreit. Das egoistische Anhaften, das solche
Konzepte rechtfertigt, ist in ihm erloschen. Da der Tathagata sich nicht länger
mit einer dieser Anhäufungen identifiziert, wäre eine Spekulation über die
Wiedergeburt eines Tathagata genauso bedeutungslos, wie der Versuch, das
verloschene Feuer zu lokalisieren – ein Feuer, das „ausgegangen“ und vom
Brennstoff „befreit“ ist. „Concept and Reality“
S 44, 9:„Gleichwie etwa, Vaccha, ein Feuer mit Nahrung brennt,
nicht aber ohne Nahrung, ebenso nun auch erkläre ich die Wiedergeburt nur von dem, der noch ergreift, nicht von
dem, der nicht mehr ergreift.“
„Zu einer Zeit aber, Herr Gotama, wenn eine Flamme, durch den Wind
angeblasen, sich stark ausbreitet, was sagt Herr Gotama da über den Brennstoff?“
„Zu einer Zeit, Vaccha, wenn eine Flamme, durch den Wind angeblasen,
sich stark ausbreitet, da sag ich, ist sie vom Wind angefacht, der Wind ist zu
dieser Zeit der Brennstoff.“
„Wenn nun, Herr Gotama, ein Wesen in dieser Zeit den Körper ablegt und einen anderen Körper annimmt, was sagt da Herr Gotama hinsichtlich des Brennstoffes?“
„Wenn da, Vaccha, ein Wesen in dieser
Zeit den Körper ablegt und einen anderen Körper annimmt, dann erkläre ich es
vom Durst angefacht, der Durst ist zu dieser Zeit der Brennstoff.“
[36][36] S 12, 15: „Durch Aufsuchen, Erfassen und
Dabeiverbleiben ist ja, Kacc¤yana, diese Welt zumeist gefesselt. Wenn nun
jemand, Kacc¤yana, dieses Aufsuchen und Erfassen, das Wollen des Denkens, sein
Eindringen und Darinbeharren nicht aufsucht, nicht erfaßt, nicht dazu den
Willen hat in dem Gedanken: es ist in mir kein Ich, - und wenn er dann daran,
daß Leiden alles ist, was entsteht und Leiden alles ist, was vergeht, nicht
zweifelt und kein Bedenken hat und infolge seines ausschließlichen Vertrauens
schon das Wissen hievon besitzt - in so weit, Kaccayana, gibt es rechte
Einsicht.“
D 1:
„Abgeschnitten von der Ader des Daseins, ihr Mönche, steht der Leib des
Vollendeten da. Solange sein Leib dastehn wird, solange werden ihn Götter und
Menschen sehn. Zerfällt der Leib, wann das Leben aufgezehrt ist, werden ihn
Götter und Menschen nicht mehr sehn. Gleichwie etwa, ihr Mönche, wenn ein
Mangobündel vom Stiele abgeschnitten wird, alle die einzelnen Mangofrüchte, am
Stiele bestanden, insgesamt mitfolgen, ebenso nun auch, ihr Mönche, steht
abgeschnitten von der Ader des Daseins der Leib des Vollendeten da. Solange
sein Leib dastehn wird, solange werden ihn Götter und Menschen sehn. Zerfällt
der Leib, wann das Leben aufgezehrt ist, werden ihn Götter und Menschen nicht
mehr sehn.“
[37][37] A IX, 34: „Da gewinnt der Mönch nach
völliger Überwindung des Gebietes von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung
die Erlöschung von Wahrnehmung und Gefühl; und Kraft der Weisheit gelangen in
ihm die Triebe zur Versiegung. In diesem Sinne eben, Bruder, hat man das
Nibbana als ein Glück anzusehen.“
[38][38] Man kann während eines Tages zeitweilig friedvoll und ruhig
sein. Egal was die Ursachen dieser Ruhezustände sind, ihr Umfang und
Charakteristikum oder ihr Niveau, alle können Nibb¤na genannt werden. „Nibbana“
bedeutet ganz einfach kühl. Die Kühle ausgebrannter Holzkohle, in der keine
Hitze zurückgeblieben ist, ist beispielsweise das Nibbana der vormals
brennenden Holzkohle. Ein gut trainiertes Tier wird zahm und gutwillig - man
kann es ein abgekühltes Tier nennen. Auch dafür wurde zur Zeit des Buddha das
Wort Nibbana verwendet. Und ein Mensch, der wahrlich ohne Befleckungen ist und
vollkommen kühl und ruhig bleibt, verweilt sicherlich in der Kühle des Nibbana.
Die nähere Betrachtung wird drei
verschiedene Ebenen und Erscheinungsformen von Nibbana offensichtlich werden
lassen: Als natürliches Ereignis; durch das Unterdrücken von Befleckungen;
durch das Ausmerzen von Befleckungen.
Nibbana, das unter günstigen Umständen
ganz natürlich auftritt, wird „tadanga-Nibbana“
genannt. (tadanga: wrtl. bezogen darauf, bestimmt dadurch) Wenn man
beispielsweise Umgang mit „abgekühlten“ Leuten pflegt, sich unter einem Baum
entspannt oder in friedvoller Umgebung verweilt, kann das „ganz von selbst“ zu
„tadanga- Nibbana“ führen: Nibbana,
welches unter günstigen Umständen entsteht. Diese Art Nibbana zu erreichen ist
nicht schwer, wenn wir es nicht infolge der uns eigenen Unwissenheit übersehen.
Die nächsthöhere Nibb¤na-Kategorie wird „vikkhambhana-Nibbana“ genannt. Es wird
durch unsere bewußte Kontrolle und Unterdrückung von Befleckungen (vikkhambhana)
aufrechterhalten, wie dies in einigen Konzentrations- und Meditations-Übungen
geschieht. Als Resultat erlangt man Geistesfrieden. Dieses „vikkhambhana-Nibbana“ hat den gleichen
Geschmack wie die „tadanga“-Art und
unterscheidet sich nur dadurch, daß wir es durch entsprechende Übung aufrecht
erhalten und kontrollieren können.
Die höchste Art des Nibbna wird „samucheda-Nibbana“ genannt: Die völlige
Auslöschung aller Befleckungen und die endgültige Überwindung der Unwissenheit.
Es ist das Ablegen der latenten Neigung
zur Unwissenheit und aller Verhaltensmuster, die auf Ignoranz und Verblendung
basieren.“ Buddhad¤sa Bhikkhu: „In
Samsara existiert Nibbana.“
[39][39]M
44: „Wahrnehmung und Gefühl sind citta-sankhara.“
S
47, 42: „Durch Entstehen von nama-rupa ist Entstehen des Geistes (citta).
Durch Auflösung von nama-rupa ist Vergehen des Geistes.“
[40][40] Viññanam anidassanam, „nicht-indikatives Bewußtsein“ ist das Bewußtsein eines Arahants. Es
determiniert nichts als Grundlage für die Ich-Illusion, es ist „durchsichtig“,
„nicht auffindbar“.
[41][41] „Darum, ihr Mönche, sollte man das
Gebiet kennen, worin das Auge erlischt und die Wahrnehmung von Form verblaßt;
das Ohr erlischt und die Wahrnehmung von Tönen verblaßt; die Nase erlischt und
die Wahrnehmung von Geruch verblaßt; die Zunge erlischt und die Wahrnehmung von
Geschmäckern verblaßt; der Körper erlischt und die Wahrnehmung von Tastbarem
verblaßt; der Geist erlischt und die Wahrnehmung von Gedanken verblaßt – das
Gebiet sollte man kennen, das Gebiet sollte man kennen.“ S 45, 11
„Das Erlöschen des Werdens ist Nibbana,
das Erlöschen des Werdens ist Nibbana: So, Freund, steigt eine Wahrnehmung in
mir auf und eine andere erlischt. Gleichwie, Freund, bei einem Reisigfeuer eine
Flamme aufleuchtet, eine andere aber verschwindet, gerade so, Freund, stieg
eine Wahrnehmung - „Das Erlöschen des Werdens ist Nibbana“ - in mir auf und
eine andere - „Das Erlöschen des Werdens ist Nibbana“ - erlosch in mir. Zu
jener Zeit, Freund, war ich mir bewußt: „Das Erlöschen des Werdens ist
Nibbana“. A X, 7
„Hier gibt es
also ein Bewußtsein der Aufhebung des Bewußtseins. Obwohl nahezu ein
Widerspruch, ist es aufgrund der reflexiven Natur des Bewußtseins dennoch
möglich. Anstelle eines Bewußtseins von Objekten haben wir hier ein Bewußtsein,
das ohne Objekt oder Stütze ist. Während das Bewußtsein unter normalen
Umständen etwas „spiegelt“ oder manifestiert, ist es in dieser Sammlung
„nicht-manifestierend“.“ „ Zauber des Geistes“
[42][42] Mein Dank gilt hier dem ehrw. Analayo,
der mir wertvolle Informationen lieferte.
[43][43] „Paramo ariyao
upasamo“ M 140